Himmlisches Vergnügen Darauf kommts beim Drohnen-Fliegen an

Selbst die Schweizer Armee will sie steigen lassen: Drohnen erobern den Himmel. Wir sagen, worauf Freizeitpiloten achten müssen.

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Konstruiert seit langem selber Drohnen: Experte Ricardo Perret.

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Sie segeln über Wiesen und Wälder, surren über Häuser und Gärten: die Multikopter, auch Drohnen genannt. Seit rund zwei Jahren steigt die Zahl der ferngesteuerten Flugkörper im privaten Bereich markant. Rund 20'000 Multikopter und Modellflugzeuge schwirren über Schweizer Boden.

Drei Gründe sind ausschlaggebend für diesen luftigen Boom. Erstens: Viele Modelle können bereits zusammengebaut gekauft werden – Basteleien entfallen. Zweitens: Für nahezu alle Budgets gibts ein Objekt. Und drittens: Das Gros kann mit Kameras bestückt werden, was uns neue, teils atemberaubende Perspektiven zulässt. Mit FPV-Brille (First Person View) nimmt man sogar den Standpunkt der Kamera ein, fliegt also optisch mit übers Land und seine Menschen.

Die gängigsten Modelle verfügen über vier Rotoren und werden deshalb Quadrokopter genannt. Entsprechend verfügen Hexakopter über sechs und Octokopter über acht Rotoren. Auch die Preise rotieren in unterschiedlichen Höhen. Während ein Profi zwischen 20'000 und 50'000 Franken ausgibt, kostet die Hubsan-X4-Drohne bloss um 50 Franken. Und die Dromida Ominus ist mit 80 Franken nur leicht teurer.

Viel teurer wirds in der Welt der ambitionierten Fotodrohnen. Hier dominieren die Modelle von Dji, etwa die Inspire 1 (rund 3600 Franken) und die Phantom 2 Vision plus (rund 1500 Franken). Günstigere Alternativen bieten die TTRobotix Ghost plus (rund 1400 Franken) und die Parrot Bebop Drone (rund 650 Franken).

«Seinen ersten Multikopter sollte man im Fachhandel kaufen», empfiehlt Urs Holderegger, Mediensprecher des Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl), «am besten macht man den ersten Flugversuch unter fachkundiger Anleitung.»

Videotechniker Ricardo Perret aus Bülach ZH ist ein solcher Experte. Er konstruiert seit langem Fluggeräte und Kamerasysteme mit – und macht seit 2009 professionelle Luftaufnahmen. Normalerweise setzt er Geräte mit sechs oder acht Rotoren ein. «Das ist sicherer, wenn einer der Rotoren ausfällt.» Je hochwertiger die Komponenten seien, desto zuverlässiger ist das Fluggerät. «Es lohnt sich, an einem günstigen Modell das Handling zu üben, bevor man auf ein teureres umsteigt.»

Selbstbauen ist für Perret noch immer das A und O: «Dann ist es nicht nur Geld, sondern auch Leidenschaft, was da rumfliegt.»

Multikopter ausschliesslich in Sichtweite steuern

Viele Multikopter sind mit GPS ausgestattet, es kann sie notfalls sogar steuern. Einige Geräte sind derart vorprogrammiert, dass sie im näheren Umfeld von Flugplätzen erst gar nicht starten können – weil verboten. Perret rechnet pro Akku mit einer Flugzeit von 15 Minuten, abhängig von der Flugweise. Einsteiger-Modelle im Hobby-Bereich veranschlagt er um die 1000 Franken: «Günstigere sind Spielzeug.» Eingebaut sind meist sogenannte GoPro-Kameras, wie sie gerne auch an Skihelmen befestigt werden.

Ein Multikopter ist stets in Sichtweite zu steuern. Darüber hinaus darf das Gesamtgewicht 30 Kilogramm nicht überschreiten – und zu Menschenansammlungen muss er 100 Meter Abstand halten. Es sei denn, es handle sich um eine öffentliche Flugveranstaltung, etwa auf einem Modellflugplatz. Für einen Flug näher als fünf Kilometer an einem Flugplatz braucht es eine Bewilligung der Flugplatzleitung oder der Flug­sicherung Skyguide.

Weitere Infos

Hier werden alle rechtliche Fragen geklärt:
www.bazl.admin.ch

Wer punkto Drohnen am Ball bleiben will:
www.drohnenverband.ch

Gute Tests, spannende Infos zum Thema:
www.drohnen.de

Publiziert am 07.04.2015 | Aktualisiert am 07.04.2015
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Schutz der Privatspähre

Mit einer Kamera bestückte Drohnen können die Privatsphäre ausspionieren. Experte Ricardo Perret von Birdviewpicture schränkt jedoch ein: Was weiter weg ist als 20 Meter, ist in der Regel kaum erkennbar, Weitwinkel sei Dank. Nützliches Heranzoomen sei nur mit Profi-Material möglich. «Wir haben noch nie davon gehört, dass Einbrecher einen Flugroboter zu Hilfe nehmen, um die Lage auszukundschaften», sagt Markus Wegst, Sekretär des Fachverbandes Schweizerischer Privatdetektive.

Im Verdachtsfall kann man die Polizei verständigen. Wer sich vor unerwünschten Aufnahmen und lästigem Surren schützen will, kontaktiert «No Fly Zone»: Das ­eigene Grundstück kann hier registriert und für Multikopter gesperrt werden. Die Programmierung soll es möglich machen, dass «Tabu-Regionen automatisch» gemieden werden. Bisher kostenlos. www.noflyzone.org

3 Kommentare
  • Levin  Nagy , via Facebook 07.04.2015
    CH-Zoll fliegt seit 2014 Multikopter mit Direktübertragung.Infra auch möglich in der Nacht nach Flugplan von PC mit GPS vollautomatisch!Selde Technik wie beim F1 Rennwagenbildern..Familie Geissens benutzte es auch in Ibiza..von Yacht aus..
    • Fritz  Blasimann 07.04.2015
      der CH-Zoll fliegt mit gar nichts. Die schweizer Grenzwache setzt Drohnen ein. Aber nicht diese Spielzeuge, sondern die ADS95 der Luftwaffe. Und die Technik ist einiges komplexer und die Kameras einiges hochwertiger und funktionaler als die der Formel 1!
    • Levin  Nagy , via Facebook 07.04.2015
      Habe selber gesehen am Splügenpass mit 2 Zöllner.Ewt. ist es soo gehgeim,das es nicht publik wurde.