HDTV zu scharf für die Schweiz?

  • Aktualisiert am 20.01.2012
  • Von Peter Padrutt

ZÜRICH – Das wird ins Auge gehen: In Riesenschritten naht das neue hochauflösende TV. Moderatoren sorgen sich um Fältchen und Pickel. Denn HDTV zeigt alles!

«Ich werde mir tunlichst überlegen, ob ich nach dem Weihnachtsfest noch moderieren will», sagt Sportmoderator Sascha Ruefer (35) hochaufgelöst. «Man sieht künftig alles. Dreitagebart und Pickel. Schrecklich.»

Fakt ist: Das neue HDTV geht ins Auge. Seit Dezember kommt das «Sportpanorama» auf dem neuen Kanal HD suisse richtig scharf daher. Ruefer, obwohl bei «Sport aktuell» stationiert, wird schon HD-ready gespritzt: mit Silikon! «Es wird mir eine Paste aufgesprüht – das fühlt sich wie eine Maske an», sagt er. Er müsse künftig pingelig auf Pickel achten: «Ketchup kann ich nicht mehr futtern.»

Das Fältchen-Syndrom, das Katja Stauber, Aeschbi und Co. gerade erfasst, hat die Porno-Industrie schon abgestrampelt. Die Stöhnbranche setzte als erste auf die rattenscharfe Technologie. Plötzlich stöhnten die Pornostars: Zellulite, Hautunreinheiten und Rasurbrand waren in Grossformat zu sehen.

Jan Billeter (35) vom «Sportpanorama» kennt das Problem – wenn auch in höheren Körperlagen. Aber auch er schwört auf die Prävention gegen ein HD-Raspelgesicht: Mit Airbrush-Technik oder Pinsel würde Silikon aufs Gesicht aufgetragen. Babystraff fühle sich die Haut dann an. Billeter: «Normale Schminke ist völlig ungeeignet. Die Gesichter sehen aus, als wären sie mit Farbe vollgekleistert.»

Sorgen macht sich Billeter um Sportler, die künftig ungeschminkt und verschwitzt in die Kamera gucken. «Da wird man der Wahrheit fadengrad ins Antlitz sehen.»

«Sportpanorma»-Kollegin Steffi Buchli (29) glättet alle Wogen: «Ich kenne HDTV von Tierfilmen. Und die sehen doch süss aus.»

TV-Experte Frank Baumann hingegen runzelt
die Stirn: «Moderatorinnen, die mit ihren Kollegen ein Verhältnis haben, werden künftig waidwund am TV wirken.»

HD suisse: Blick in die Zukunft

ZÜRICH – Mit dem neuen viersprachigen Kanal HD suisse startet die SRG in die TV-Zukunft. Darauf zu sehen sind Live-Sport, Opernübertragungen, Spielfilme und Serien in High-Definition-Qualität. Als eine der ersten Studiosendungen ist schon jetzt das «Sportpanorama» gestochen scharf zu sehen (siehe Bericht nebenan). Erste Höhepunkte auf HD suisse sind die Übertragung des Spengler Cups und des Neujahrskonzertes der Wiener Philharmoniker. Nächstes Jahr folgen die Euro 08 sowie die Olympischen Spiele in Peking.

HD suisse wird ausschliesslich digital verbreitet, sei das nun über Satellit, Kabel oder später BluewinTV. Zum Empfang braucht es in den meisten Fällen eine Set-Top-Box – je nach TV-Gerät (den Händler fragen). Bis 2012 wird die SRG alle Sender mit HD-Format ausstatten. Gestaffelt werden immer mehr Sendungen auch bei SF 1 und SF 2 schärfer. Richtig los gehts ab 2009. Dann gibt es immer mehr News-Sendungen und Shows in der neuen TV-Qualität.

HDTV: Pickel 5-mal deutlicher!

ZÜRICH – HDTV heisst «High Definition Television», also Fernsehen in höherer Auflösung. HD suisse der SRG sendet mit einer Auflösung von 720 x 1280 – das TV-Bild besteht aus unglaublichen 921600 einzelnen Bildpunkten, fünfmal mehr Pixel als beim heutigen Fernsehen! Damit wird das Sehvergnügen durch schärfere Bilder grösser – aber auch Pickel werden deutlicher sichtbar ...

Gabriel Brönnimann

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