WASHINGTON - Im Auftrag von Google bauen Wissenschaftler ein künstliches Gehirn. Es kann schon eine Katze identifizieren.
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Eine Hauskatze (Felis silvestris catus): Das weiss nun auch der Google-Computer. (sda)
Google X heisst das geheime Labor, in dem Wissenschaftler an der Technik von morgen basteln. Erfunden wurde dort beispielsweise ein Auto, das von selber fährt. Derzeit laufen 100 Projekte, bei denen auch die Gründer Sergey Brin und Larry Page sowie der Verwaltungsrat Eric Schmidt ihre Ideen beigesteuert haben.
Eine kleine Gruppe von Google-Wissenschaftlern sowie Informatiker der Standford Universität haben vor einigen Jahren begonnen, an einer Simulation des Gehirns zu arbeiten, schreibt die «New York Times». Die Forscher haben eines der grössten Nerven-Netze für maschinelles Lernen kreiert, indem sie 16’000 Computer-Prozessoren verknüpft haben – mit mehr als einer Milliarde Verbindungen.
Dann fütterten sie das Computerhirn mit zehn Millionen digitaler Einzelbilder von YouTube-Videos. Und was machte das Superhirn? Es entwickelte eine Vorliebe für Katzen und erkannte sie als solche.
So konnte es dank spezieller Algorithmen zum Beispiel Katzen aus einer Liste von 20'000 verschiedenen Elementen wiedererkennen. Dabei hat das Google-Gehirn keinerlei Hilfestellungen bekommen, wie Merkmale identifiziert werden. Diese Fähigkeit hat es sich selber beigebracht.
Doch die Software kann nicht nur Bilder, sondern auch Sprache erkennen und übersetzen. «Das System ist bisher das Beste im Bereich der Spracherkennung», sagt Yann LeCun, ein Computerwissenschaftler der Universität NYU. Bis Ende des Jahrzehnts erhoffen sich die Wissenschaftler, ein Modell des menschlichen Sehzentrum nachzubauen.
Trotzdem: Das menschliche Gehirn mit seinen Nerven und Synapsen ist immer noch eine Million Mal grösser als das Google-Gehirn.
Die Wissenschaftler sind deshalb vorsichtig: «Es wäre fantastisch, wenn sich herausstellt, dass die aktuellen Algorithmen ausreichen. Aber mein Bauchgefühl sagt, dass wir den richtigen Algorithmus noch nicht gefunden haben.», sagt Dr.Andrew Y. Ng der Universität Stanford. (sue)
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