Getestet: LG Wine Smart Grosse Klappe für Retro-Fans

Der günstige Preis spricht für das Klapphandy von LG. Und Tastentipper werden es lieben. Sonst ist die Form von früher eher unpraktisch.

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Klar, irgendwie sind Klapphandys richtig cool. Sie erinnern uns an die Vor-Smartphone-Zeit, an die ersten Jahre der mobilen Welt. Als man mit einer lässigen Bewegung Anrufe annehmen konnte - ganz ohne Sensoren. Und nervige Gespräche mit einem lauten Zuklappen demonstrativ beenden konnte. Statt auf einem Touchscreen tippte man auf der 3x4-Zahlentastatur. Dank T9-Worterkennung waren Geübte schneller als am PC mit dem Zehnfingersystem.

Mit dem iPhone und dem Smartphone-Boom verschwanden die Handys mit Scharnier. Weil eben plötzlich die Displaygrösse zählte und die physische Tastatur überflüssig wurde. In Asien hatten die Telefone zwar weiterhin Fans, bei uns verschwanden sie ganz von der Bildfläche.

Nun verhilft LG den Klapphandys mit dem Wine Smart ein unverhofftes Comeback. Wir haben es bereits getestet und uns gefragt: Trügt die Erinnerung? War früher wirklich alles besser?

In Sachen Handy auf keinen Fall, muss man etwas ernüchtert sagen. Man erinnert sich an die alten Lieblinge. Das Motorola Razr etwa oder das T29 von Ericsson. Tatsächlich stellt sich im ersten Moment das Feeling wieder ein. Aufklappen und loslegen - das war schön damals.

Doch das moderne Klapphandy ist eben auch ein Smartphone. LG packt Android Lollipop 5.1.1 ins Wine. Dazu einen Quad-Core-Prozessor mit 1 GB RAM, 4 GB Speicher und einen Kartenslot. Sogar der 3,2-Zoll-Bildschirm ist eben so, wie er heute sein muss, also ein Touchscreen.

Trotzdem passen die beiden Welten nicht zusammen. Schon beim Einrichten wird man nicht glücklich. WLAN-Name und Passwort eingeben geht weder mit den Zahlentasten noch mit der virtuellen Tastatur auf dem Bildschirm richtig gut. Das schnelle Tippen hat man verlernt, der Touchscreen ist zu klein.

Dieses Problem zieht sich durch den ganzen Test. Zwar sind die Menüs und einige Apps auf echte Tasten und wenig Platz optimiert. Aber eben die meisten Anwendungen funktionieren nur mit Touchscreen und viel Fläche gut. Eine Webseite auf 3,2 Zoll anschauen? Eine Qual!

Auch bei der 3-Megapixel-Kamera fühlt man sich in vergangene Zeiten zurückversetzt. Und die Bilder der Selfie-Kamera mit VGA-Auflösung (!) sehen nur auf dem Mini-Bildschirm gut aus.

Immerhin: Das LG Wine Smart ist mit 199 Franken angenehm günstig. Bietet sich also durchaus als Zweitgerät an oder für Leute, die primär erreichbar sein und SMS schreiben wollen. Und die vier Direktzugriffstasten für wichtige Funktionen sind praktisch.

Fazit: Das Klapphandy löst zwar wehmütige Gefühle aus, man greift aber nach kurzer Zeit wieder gerne zum modernen Smartphone. Weil es eben für den mobilen Alltag doch besser geeignet ist.

Publiziert am 09.11.2015 | Aktualisiert am 09.11.2015
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3 Kommentare
  • Monika  Tschüss aus Emmetten
    09.11.2015
    Das Klapphandy ist gut für Leute, die sich an die Telefontastatur gewöhnt haben und einen langsamen Wechsel auf ein Android Handy machen wollen. Mit einem 4G / LTE Abo und einer Telefon App wie OpusTel kann sowohl mit der Retro und der Touch Tastatur telefoniert werden. Die Mega App und weitere wichtige Apps können so auch auf einem Retro Handy genutzt werden. Mein Vater findet das super.
  • Reto  Petitprince aus Binningen
    09.11.2015
    4GB interner Speicher ? Das reicht ja nichtmal um die Google Applikationen à jour zu halten. Je nach Quantität von vorinstalliertem Mist, wirds schon eng, ohne zusätzliche Apps. Der geringe interne Speicher war der Hauptgrund, weshalb ich den Gedanken schnell wieder hab fallen lassen.
    • Monika  Tschüss aus Emmetten
      09.11.2015
      Für Leute die mit dem Mobiltelefon vorwiegend abhörsicher über LTE telefonieren wollen und ab und zu mit Threema abhörsicher chatten, reicht 4GB. Deshalb kostet das Ding ja nur CHF 199.00. Sollten es viele Fotos werden kann der Speicher Slot genutzt werden und plötzlich sind es 128GB die genutzt werden können.