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Der eigene Channel, so heissen die interaktiven «Fernsehstationen», ist im Internet schnell eingerichtet. Mit Sendername und -logo, wie auf richtigen Mattscheiben! Nach der erfreulich unkomplizierten Registrierung kann man ganz einfach Texte, Links, Votings oder Fotos, Diashows, Videos sowie eine Auswahl an Musik zu kleinen «Sendungen» verarbeiten und diese veröffentlichen.
Was «YouTube fürs Handy» allerdings auszeichnet, ist die Integration des Mobiltelefons. Als Regisseur hinter der Handy-Kamera findet man über kyte.tv sofort den Draht zum Publikum. Fotos und Videos vom Handy konnte ich in wenigen Sekunden auf den Kanal «bolworld» schicken. So wurden MMS an bolworld.8008@kyte.tv automatisch zur Sendung!
Die Video-Qualität hängt allerdings stark von der Kamera ab. So gefällt das nette Snowboard-Filmchen eines neuen Sony-Ericsson-Modells bedeutend besser als der bewegte Blick ins Büro durch eine zweijährige Nokia-Linse.
Noch gescheitert ist der Versuch, mit dem Handy auf «bolworld» zu zappen – und zwar mit altem und neuem Gerätchen. Der Kampf mit der jüngsten Java-Applikation fürs Telefon trübt aber das Vergnügen am PC-Bildschirm nicht. Mit dem Computer lassen sich die Möglichkeiten von kyte.tv, so zum Beispiel das Einbetten eines Senders in die eigene Website, besser ausreizen.
Gespannt warte ich nun auf die inhaltliche Bereicherung unseres Senders, zu der ich per E-Mail (geschützt mit einem Passwort) eingeladen habe. Übrigens: Jeder Zuschauer kann anstössige Inhalte markieren und seine Begründung – pornografische, gewalttätige, diskriminierende Inhalte etc. – angeben. Das ist ein Anfang in Sachen Kontrolle, denn was kyte.tv bekommt, wird auch gezeigt.
Fazit: Die Vorteile gegenüber YouTube liegen im einfachen, Flash-basierten Editiermodus und wären ausserdem in der totalen Kontrolle vom Mobiltelefon aus zu finden. Nur: Die Idee ist gut, doch die Schweizer Handy-Welt offenbar noch nicht bereit.
Der Mann hinter kyte.tv: Daniel Graf (32), in die USA ausgewanderter Schweizer.- Montage: BOL