User verärgert Facebook scannt heimlich Gesichter!

  • Publiziert: 09.06.2011, Aktualisiert: 14.01.2012

ZÜRICH - Facebook weiss nicht nur, wie unsere Freunde heissen. Ab sofort erkennt es auch ihre Gesichter. Datenschützer schauen genau hin.

Kaum sind Details über den neuen Coup des Facebook-Erfinders Mark Zuckerberg ans Licht gekommen, schlagen die Datenschützer Alarm.

In gewohnter Facebook-Manier haben die Macher des Internet-Netzwerks gerade still und heimlich eine neue Funktion aktiviert, von der nun auch Schweizer Nutzer betroffen sind. Wann genau das geschah, ist unbekannt.

Die Technologie kann auf Fotos, die Facebooknutzer auf ihrem Profil veröffentlichen, Gesichter erkennen und einem Namen zuordnen. Lädt jemand ein Foto hoch, wird ihm automatisch vorgeschlagen, einen Freund auf dem Foto zu markieren, mit dem man auf Facebook befreundet ist. «Taggen» sagt man dazu.

Auch Google hat eine solche Technologie, hält sie aber wegen Datenschutzbedenken zurück. Das Hinterhältige: Die Gesichtserkennung wurde bei Facebook-Nutzern automatisch aktiviert. Wer sie nicht will, muss sie abschalten.

Und so gehts: Unter Konto > Privatspäre-Einstellungen > Benutzerdefiniert > Benutzerdefinierte Einstellungen anwählen. Dort gibt es den Absatz «Dinge, die andere Personen teilen». Unter diesem Absatz findet man den Punkt «Freunden Fotos von mir vorschlagen». Dort die Einstellungen von «aktiviert» auf «gesperrt» umstellen. OK drücken, fertig. (kra)

Das sagt der Datenschützer

Blick.ch sprach mit Doktor René Huber, Datenschutzbeauftragter des Kantons Zug.

Herr Huber, ohne die Nutzer vorher zu informieren hat Facebook die Gesichtserkennung eingeführt. Wie finden Sie das?
Über die Veröffentlichung eigener Daten muss man selber entscheiden können. Es ist unzulässig, wenn andere Personen darüber entscheiden. Der Betroffene müsste diesen Service ausdrücklich selbst aktivieren, wenn er ihn denn nutzen will. Die Gesichtserkennung ist aber automatisch eingeschaltet, und der Nutzer muss aktiv werden, wenn er sie nicht will.

Was ist an der neuen Funktion so problematisch?
Der Nutzer hat keine Kontrolle darüber, wo sein Name und das Bild dazu auftauchen. Wenn Dritte bei einem Freund Fotos einstellen, wird er, ohne es zu bemerken und ohne, dass er darauf einen Einfluss hat, markiert.

Facebook sagt, es will seinen Nutzern die Bildverwaltung erleichtern. Kommerziellen Nutzen verfolge man nicht. Glauben Sie das?
Es ist davon auszugehen, dass alle bei Facebook vorhandenen Daten ausgewertet und kommerziell genutzt werden.

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