Facebook krebst (ein bisschen) zurück

  • Aktualisiert am 14.01.2012

ZÜRICH – Der Zorn war gross, als Facebook klammheimlich seine Nutzungsbedingungen änderte. Offenbar hatte man mit dieser heftigen Reaktion nicht gerechnet: Facebook-Chef Mark Zuckerberg macht alles rückgängig.

Auf der Internet-Community Facebook hiess es plötzlich diese Woche: Alle von den Mitgliedern generierten Inhalte (Fotos, Mails, etc.) darf Facebook «nutzen, kopieren, veröffentlichen, streamen, speichern, aufbewahren, öffentlich aufführen oder zeigen, ausstrahlen, scannen oder umformatieren».

Das heisst theoretisch: Das Familienfoto mit Tante Rösi und Onkel Fritz könnte plötzlich auf irgendeinem Werbeplakat auftauchen – der Nutzer hat schliesslich seine Rechte Facebook überlassen.

Klar, dass der Protest von Seiten der Nutzer riesig ausfiel. Tausende schlossen sich in Gruppen zusammen, drohten, ihr Profil zu löschen. Obwohl Facebook bereits 175 Millionen Mitglieder zählt – Chef Mark Zuckerberg kriegte es wohl mit der Angst zu tun.

Heute schreibt er nämlich auf dem Facebook-Blog: «Wir haben in den letzten Tagen soviel Fragen und Kommentare erhalten (…), dass wir uns entschlossen haben, die Nutzungsbedingungen auf ihren alten Stand zurückzusetzen.»

Natürlich hatte Zuckerberg schon in einer Mitteilung zuvor versichert, Facebook würde die Inhalte der User nie missbrauchen. Die geänderten Bestimmungen seien aber erforderlich, um die Inhalte an die Kontakte der Nutzer weitergeben zu können. Denn selbst wenn ein Mitglied den Account abstelle, behielten ihre Freunde eine Kopie der versandten Status-Meldungen und anderen Inhalte, erklärte Zuckerberg. Daher benötige Facebook weiter eine Lizenz dafür.

Doch die Anwälte der grössten Internet-Community arbeiten schon an einer neuen Version: In absehbarer Zeit solle diese erscheinen – ohne Beamtendeutsch. So, dass es für alle verständlich sei. (num)

Er ist der Gründer von Facebook – und steht momentan unter Beschuss: Mark Zuckerberg.- AP

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