SAN JOSE (USA) – Die Welt der Handy-Freaks zittert: Am Freitag kommt das
iPhone auf den Markt. Und bereits wird Zubehör präsentiert.Das iPhone am Arm, am Gürtel oder in der Schutzhülle: Die Firmen «Belkin» und «Case-Mate» sind mit ihren Accessoires bereit, um künftige iPhone-Besitzer mit Zubehör zu beglücken. Schon beim iPod-Hype haben viele Zulieferer kräftig mitverdient. Und dieses Geschäft wollen sie sich nun auch beim ersten Apple-Handy nicht entgehen lassen.Sehen Sie in unserer Diashow die ersten Bilder des iPhone-Zubehörs.Zurück zum iPhone, dem Hauptdarsteller im momentan grassierenden Fieber um Apple-Boss Steve Jobs jüngsten Coup. Beginnt wirklich eine neue Ära in der Geschichte des Mobiltelefons?Tatsächlich sei das iPhone das am meisten erwartete Telefon seit der Erfindung des Fernsprechgeräts durch Alexander Graham Bell, bestätigt Michael Gartenberg vom Marktforschungsinstitut JupiterResearch. Die Messlatte für den Erfolg hängt hoch: Das meistverkaufte Handy der Welt, das Motorola RAZR, wurde von 2004 bis 2006 mehr als 50 Millionen Mal verkauft. Was ist wirklich dran am und vor allem drin im schicken Gerätchen? Das iPhone verbindet das Mobiltelefon mit einem Musikplayer nach dem Vorbild des iPods und einem Internet-Zugang. Das sind alles Funktionen, die das Handy schon lange kennt. Für die Internet-Verbindung gibt es GPRS und WLAN, falls ein entsprechender Router in der Nähe ist. UMTS? Fehlanzeige. Ausserdem hat das 135 Gramm schwere Gerät eine Zwei-Megapixel-Kamera. Bedient wird es vor allem über ein berührungssensitives Breitbild-Display mit einer Auflösung von 480 mal 320 Pixel. Sensoren für Umgebungslicht und Bewegungen passen die Helligkeit des Bildschirms an und kippen das Bild, wenn das iPhone entsprechend gedreht wird. Wenn es kaum neue Funktionen gibt, was macht dann den besonderen Reiz des iPhones aus? Die Antwort lautet: Design und Software. Dies erkläre die eine Hälfte des iPhone-Hypes, sagt Marktbeobachter Gartenberg. Zur anderen Hälfte seien die hohen Erwartungen ein Indiz dafür, «wie ärmlich das Software-Design bei heutigen Mobiltelefonen meist ist».Wichtig zu wissen: Weil es keine Tasten für Buchstaben gibt, müssen sich die iPhone-Besitzer daran gewöhnen, die Zeichen für eine SMS auf der «virtuellen» Bildschirm-Tastatur einzutippen.Nicht alle Technik-Freaks werden sich am Freitag anstellen, um ein iPhone zu ergattern. Der 31-jährige Netzwerk-Administrator Scott Buzzard kritisiert den hohen Preis und ist skeptisch, weil
Apple bisher noch keine Erfahrung bei der Herstellung von Mobiltelefonen hat. «Ich will kein Early Adopter eines ungetesteten Produkts sein», sagt Buzzard. Erst einmal gelassen abwarten können auch alle Interessenten in Europa – dort soll das iPhone erst irgendwann gegen Ende des Jahres kommen. (rem/AP)