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Google Street View. So heisst das Programm. Damit lässt sich am Computer in einer Stadt durch Strassen und Gassen schlendern. Fast als wäre man als Tourist wirklich dort. Per Mausklick bewegt man sich durch eine Bilderwelt, die Google mit speziellen Kameras schiesst. Sie sind auf Autos montiert und kurven durch die Städte. Zuerst war das nur in den USA möglich. Nun sind auch Städte wie Madrid, Paris oder Rom abgeknipst.
In der Schweiz bereitet Google dieses Angebot auch vor. Wird es bald möglich, zu Hause am Computer den Berner Bärengraben zu besuchen oder an der Zürcher Bahnhofstrasse zu flanieren? Der eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte Hanspeter Thür weiss von diesen Plänen: «Wir trafen Google im Sommer zu Gesprächen. Dabei war auch Street View ein Thema», sagt sein Sprecher.
Der Datenschützer verfolgt die Aktivitäten von Google genau. Denn so spannend die Spaziergänge am Computer auch sind: Auf den Bildern sind Menschen zu sehen. Menschen, die zufällig dort waren, als das Google-Auto mit der Kamera vorbeifuhr und fotografierte.
In anderen Ländern ist es deswegen schon zu peinlichen Situationen gekommen: Ein Mann läuft aus einem Erotikladen – knips. Eine Frau entblösst unfreiwillig ihren Po mit Tanga-Slip. Oder ein wahrscheinlich betrunkener Mann schläft gerade seinen Rausch am Strassenrand aus.
Wird es solche Bilder bald auch in der Schweiz geben? Es sei noch nicht klar, ob man Street View auch in der Schweiz anbieten werde, heisst es bei Google. Zudem fotografiere man nur an öffentlichen Orten.
Das stimmt. Doch die Leute werden geknipst, ohne davon zu wissen, geschweige denn damit rechnen zu müssen. Das ist problematisch wegen dem Persönlichkeitsschutz.
Deshalb setzt Google einen technischen Trick ein. Die Gesichter der Personen oder die Nummernschilder bei Autos werden auf den Fotos verwischt. Oder besser: Sie sollten. Denn das funktioniert überhaupt nicht zuverlässig.
Mal wird bei einer Kutsche im Central Park in New York das Pferd anstatt die Menschen unkenntlich gemacht oder das Rad am Auto anstatt das Gesicht des Passanten daneben. In jeder Stadt findet man schnell ein Bild, auf dem jemand identifiziert werden kann.
«Wir haben Google auf die Probleme hinsichtlich Datenschutz aufmerksam gemacht», heisst es beim Datenschützer.
Laut Google wird die Technik verbessert und abgebildete Personen können sich melden, wenn sie nicht erkannt werden wollen. Das Problem: Wer in einem peinlichen Moment geknipst wurde, merkt es wahrscheinlich zu spät. Erst dann, wenn andere einen damit necken.
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Das Google-Auto ist mit einer 360-Grad-Panoramakamera ausgerüstet und bekommt alles mit. (Axel M. Mosler)