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Die Piraten der Karibik segeln in ein neues Zeitalter.
Auch im Zeitalter der digitalen Computerwelten haben Brettspiele ihren Reiz noch nicht verloren. Gerade Erwachsene spielen nach wie vor gerne mit Karten oder Figuren, die man in die Hand nehmen kann. Yvio bringt nun beide Welten zusammen: in Form eines kleinen Tischcomputers mit Lautsprecher, Sensoren und Lichtern. Und er kann für verschiedene Spiele eingesetzt werden.
Wir haben es am Beispiel von «Freibeuter der Karibik» getestet, das nach einem relativ klassischen Aufbau-Prinzip funktioniert: Man reist durch die Karibik, transportiert Waren, bekommt Geld, baut sein Schiff aus, bekommt so Siegespunkte und muss jederzeit den fiesen Piraten ausweichen.
Dank Yvio kommen multimediale Elemente dazu. Das Gerät wird in die Mitte des sehr grossen Spielfeldes gestellt und mit einer zu «Freibeuter der Karibik» passenden Folie bedeckt. Dann steckt man eine Speicherkarte mit den Informationen ein und kann eigentlich gleich loslegen. Denn praktischerweise gibt es einen Einführungsmodus, der fast alles direkt erklärt. Die Anleitung muss man gar nicht unbedingt lesen.
Hauptelement sind schön inszenierte, von Schauspielern gesprochene Hinweise und kleine Szenen. Auf Knopfdruck interagiert man mit Yvio, trifft so zum Beispiel Ja/Nein-Entscheidungen oder verhandelt über den Preis von Kanonen oder Matrosen. Zusätzlich erhält man Informationen, etwa wie stark angreifende Freibeuter sind.
Doch Yvio erkennt auch genau, was man für Aktionen ausführen will. Die Spielfiguren – kleine Plastikschiffe – enthalten einen Chip, der vom Steuergerät geortet ist. So muss man sein Schiff nur auf das Feld mit dem passenden Warenzeichen stellen, etwa Tabak. Dann auf den Zielhafen. Und schon weiss Yvio, welchen Spielzug man ausführen möchte.
Der Vorteil der digitalen Technik: Mit Sounduntermalung und professionellen Sprechern entsteht viel Karibik- und Piraten-Atmosphäre. Die Steuerung ist einfach und intuitiv, viele Zwischenschritte erledigt der Computer automatisch. Er hat auch jederzeit die Übersicht, wie viel Geld oder Siegespunkte jeder Mitspieler gerade hat. Zusätzlich spielt er zufällig Sonderaufträge und Piratenattacken ein, was Dynamik ins Spiel bringt.
Allerdings können die immer gleichen Szenen mit der Zeit auch nerven, vor allem weil man gewisse Stellen nicht überspringen kann. Schade auch, dass die Anzahl der Zufalls-Aktionen nicht besonders gross ist, so dass Vielspieler sich bei den stets gleichen Sprüchen bald langweilen.
Insgesamt macht «Freibeuter der Karibik» Spass, die multimedialen Elemente bringen tatsächlich etwas, das Spiel ist aber mit 159 Fr. recht teuer. Immerhin: Man kann die Yvio-Konsole auch für andere Spiele brauchen. Die Auswahl ist bisher noch nicht so gross, aber breit. Sie reicht von Tierspielen für Kinder bis zu Rätseln für Erwachsene.
Fazit: Für Kinder dürfte Yvio eine Attraktion sein, für Erwachsene hat die Brettspielkonsole viel Potential.
Yvio, digitale Konsole, für 159 Fr. u.a. bei Franz Carl Weber erhältlich (plus ein Spiel), Einzelspiel ca. 50 bis 90 Franken.
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<i>Bringt Schwung ins Brettspiel: Yvio, die digitale Konsole.</i>