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Die Ankündigung im hübschen Menü der Spielkonsole Xbox 360 ist verlockend. Das Filmplakat von «Avatar» lächelt einem entgegen, dazu «Star Trek», «Hangover», «Public Enemies» und weitere aktuelle Filme. Lädt man sich die Videoanwendung Zune für die Xbox aber herunter, ist nicht nur die «Avatar»-Ankündigung eine Enttäuschung.
Denn natürlich gibts den brandneuen Blockbuster mit den blauen Aliens nicht zum Download (der läuft ja noch im Kino), sondern nur einen «exklusiven» Clip. Immerhin gratis und immerhin zeigt der gleich einmal, was Zune alles leistet. Denn das Video wird in High Definition direkt auf den Fernseher gestreamt. Ziemlich cool.
Die hochauflösenden Bilder stehen auch für viele anderen Titel zur Verfügung. Und das Streaming klappt bei einem normalen Kabel- oder ADSL-Internetanschluss tadellos. Vorteil: Man kann den Film sofort schauen und muss nicht auf den Download warten – und der dauert bei einem 7 bis 8 GB grossen HD-Film durchaus ein paar Stunden! Ein Stream-Test hilft übrigens, Enttäuschungen zu vermeiden. Nur wenn die Internetverbindung genug gut ist, steht diese Option bereit.
Die Mietbedingungen und Auswahlmöglichkeiten sind ziemlich gut. Viele Filme stehen wahlweise als HD- oder Normal-Version bereit. Einmal gestartet, kann man den Streifen 24 Stunden lang beliebig oft schauen. Man kann den Film bis 14 Tage vorher kaufen und herunterladen. Und in der eigenen Videodatenbank wird genau angezeigt, wie lange man noch Zeit hat, bis die Miete abläuft.
Anderes ist leider nicht ganz so transparent. So tummeln sich im Schweizer Store Filme in verschiedenen Sprachversionen. «Public Enemies» mit Johnny Depp etwa ist nur auf französisch vorhanden – und das ist erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Wer nicht aufpasst, muss den Film also in französischer Synchronfassung schauen.
Das grösste Manko aber ist die mangelnde Auswahl. Aus dem Jahr 2009 sind gerade mal 16 Filme erhältlich. Insgesamt dürften es weniger als 200 Filme sein. Das ist mager – auch wenn die Xbox-Videothek gerade erst gestartet ist. Es bleibt zu hoffen, dass Zune tatsächlich, wie von Microsoft angekündigt, rasant ausgebaut wird.
Denn Potential hat der Dienst. Vor allem dank dem HD-Angebot, das auf den schönen neuen Flachbildschirmen wirklich genial aussieht. Die Preise für die Videos gehen auch in Ordnung: Rund 8 bis 9 Franken kosten die HD-Versionen, rund 6 bis 7 Franken ein Film in Normal-Auflösung. Das ist in etwa Videotheken-Niveau – ohne das lästige Holen und Zurückbringen.
Schade aber, dass auch beim Bezahlsystem nicht alles einfach und reibungslos geht. Man kann zum Beispiel nicht per Kreditkarte in Franken bezahlen, sondern nur mit Microsoft Points, die man sich vorher online oder im Laden kaufen muss. So wird ein Film günstiger, je mehr Punkte man aufs Mal kauft. Die Preise sind aber nicht transparent, die Transaktionen kompliziert.