Schweizer Landeskarten gratis im Netz Die ganze Schweiz im Blick

  • Publiziert: 18.08.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Thomas Benkö
play Jeder kann sich seinen gewünschten Karten-Auschnitt selbst aussuchen und die Informationen einblenden lassen, die er wünscht – z. B. Wanderwege. (Screenshot)

BERN - Rechtzeitig zur Wandersaison öffnet der Bund seine Schatztruhe und stellt sein Kartenmaterial online. Gratis.

Da sieht selbst Google alt aus. Während bis jetzt nur Strassenkarten und Satellitenbilder im Netz abrufbar waren, setzt der Bund die Messlatte höher.

Seit heute ist das Landeskartenmaterial von swisstopo online. Jene Karten, um die uns das Ausland beneidet – weil sie so genau sind. Jeder Felsen, jede Alphütte, jeder Weg ist eingezeichnet. Der Massstab beträgt bis zu 1:25000.

Das Eldorado für Outdoor-Begeisterte findet man im Internet unter «map.geo.admin.ch». Berggänger können ihre Wanderungen und Biker ihre Touren planen – kostenlos. Aber nicht nur die Wege selbst sind eingezeichnet, sondern auch die Wanderrouten. «Das Routennetz ist über 70000 Kilometer lang», sagt David Oesch, Projektleiter beim Geoportal des Bundes. «Das ist fast zweimal um die Erde.»

Die Routen sind farblich aufgeteilt nach Wanderwegen (gelb), Bergwanderwegen (rot) und alpinen Wegen (blau). Praktisch: Die Karten lassen sich im A4-Format zum Mitnehmen ausdrucken.

Nebst Wanderwegen will der Bund künftig alle Geo-Daten online stellen (siehe rechts). «Bis zu 80 Prozent aller Entscheide, die die Bürger betreffen, sind mit Geoinformation verbunden», sagt Oesch. «Früher mussten Interessierte von Pontius zu Pilatus pilgern, um in den Besitz dieser Daten zu kommen. Heute geht das ganz einfach per Internet.»

Nachgefragt bei David Oesch (35), Projektleiter Geoportal

Herr Oesch, während meiner Pfadizeit musste ich Landeskarten teuer kaufen. Wieso sind sie nun plötzlich gratis?
Papierkarten kosten weiterhin. Der neue Zugang via Internet ist aber gebührenbefreit, weil die Betriebskosten dank Open Source Software sehr klein sind.

Wieso erst jetzt? Das Internet gibts schon seit fast 20 Jahren.
Das hat mit dem neuen Geoinformationsgesetz des Bundes zu tun, das erst seit Mitte 2009 in Kraft ist. Es verlangt von den Bundesämtern, der Bevölkerung alle öffentlich zugänglichen Geodaten zur Verfügung zu stellen. Da sind wir jetzt dran.

Das heisst, es kommt noch mehr?

Ja. Jetzt sind etwa nur die Orts- und Flurnamen verzeichnet. Bald schalten wir auch die Postadressen mit Strassenname und Hausnummer auf.

Eine veritable Datenflut.
Ja, wir könnten sogar anzeigen, wie viele Quadratmeter jede einzelne Wohnung hat – und deren Besitzer. Aber das ginge zu weit.

Interessante Links auf dem Geoportal

Von Aa Alp bis Z’hinderst

Über 193000 Orts- und Flurnamen lassen sich ab heute durchsuchen.

Die Karten auf «map.geo.admin.ch» sind in verschiedenen Schichten aufgebaut. Als Erstes erscheint die Übersichtskarte im Massstab 1:1 Million. Durch Reinzoomen mit der Maus steigt die Details bis zu einem Massstab von 1:25000.
Nebst der Karte lassen sich auch Luftbilder anzeigen. Wie Google verfügt auch die Karte des Bundes über eine Suchfunktion – nur dass diese mehr findet. Alle Namen, die auf den Karten eingetragen sind, lassen sich durchforsten. Das sind 193000 Namen von Aa Alp (bei Kerns OW) bis Z’hinderst (im Safiental GR).
Auch Wasserläufe und Steinbockkolonien sind verzeichnet. «Wir bauen den Karteninhalt laufend aus», sagt Projektleiter David Oesch. «Bald integrieren wir auch die Standorte von Funkantennen.»

Top 3

1 Neun Millionen Vorbestellungen Das Galaxy S3 wird ein Verkaufsschlagerbullet
2 Codename Touché Jede Oberfläche wird zum Touchscreenbullet
3 Leck beim Galaxy S3 Firmware im Internet aufgetauchtbullet

Digital