Die Absauger Wie Facebook & Co. mit unseren Daten Milliarden machen

Die Tarantinos haben jeder ein Smartphone oder iPad, jeder nutzt Facebook, Google & Co. Aber was machen die US-Online-Riesen eigentlich mit den Nutzerdaten dieser Schweizer Familie?

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Die Tarantinos aus Wettingen AG sind eine ganz normale Schweizer Familie: Jeder hat ein Smartphone, dazu teilen sie sich zwei iPads und einen iMac. Ihre Daten liegen vor allen in den USA – bei Facebook, Google & Co.

Für die Technologie-Konzerne sind solche «Smart-Familien» ein riesiges Geschäft: Diese Woche meldeten sie neue Rekord-Gewinne. Doch was geschieht mit den Nutzerdaten, wie wird damit Geld verdient?

Facebook setzte im vergangenen Jahr 12,5 Milliarden Dollar um – bei 2,9 Mrd. Dollar Gewinn. WhatsApp (Kurznachrichten) und Instagram (Fotos teilen) trugen dazu bei.

Google meldete 66 Milliarden Umsatz und 14,4 Milliarden Gewinn. Dem Giganten gehört auch Youtube (Videos) und Android (Handy-Software).

Apple meldete fürs letzte Quartal den höchsten Gewinn, den je ein Unternehmen erwirtschaftete: 18 Milliarden Dollar.

Familie Tarantino hat sechs Apple-Geräte, darunter drei iPhones. Nur Vater Giuseppe (47, Logistikleiter) telefoniert und surft mit Samsung – unter Googles Betriebssystem Android.

«Ich habe ein gutes Gefühl, wenn ich diese Services benutze», sagt Mutter Angela (45), Sachbearbeiterin. Ihre Tochter Mirea (15) ist längst voll online. Jeder in der Familie nutzt zudem den Videochat Skype, um mit Verwandten zu sprechen. Skype gehört dem US-Riesen Microsoft (Windows, MS Office, Outlook), der auf seinen neuen Handys Google-Software einsetzen und die Daten für sich behalten will.

Wie wird mit all dem Geld verdient? Apple und Microsoft verkaufen Geräte, Software (Apps) und Inhalte (Musik, Filme, Bücher). Google verdient mit Werbung – dafür sind Maps, Gmail, Docs, Youtube, Chrome etc. kostenlos. Auch Facebook finanziert sich mit gezielter Werbung.

Das Beispiel der Familie Tarantino zeigt: Welche ihrer Daten wo erfasst werden, ist für die Nutzer kaum nachvollziehbar, denn die Datenkonzerne kooperieren und konkurrieren gleichzeitig bei sämtlichen Aktionen im Netz (Webseiten ansehen, Kontakte nutzen, Nachrichten und Mails lesen), aber auch wenn die Tarantinos unterwegs sind (Positionserfassung des Handys).

Thomas Hofmann (48), Professor für Datenanalyse an der ETH Zürich, schildert das in einem aktuellen Beitrag für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung»: «Die meisten dieser Daten haben die Benutzer niemals willentlich an Internetfirmen übertragen, sie bilden ein kollektives Gut, das aber nicht als Gemeingut verfügbar ist.»

Hofmann, ehemals Entwickler bei Google, schlägt vor, dass die Daten bei den Konzernen bleiben sollen, denn sie ermöglichen ja beliebte und immer bessere Dienste. Aber sie sollen nur geliehen sein, von jedem Nutzer vollständig abrufbar und auch wieder löschbar.

Publiziert am 01.02.2015 | Aktualisiert am 04.02.2015
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Familie Smartphone: Die Tarantinos aus Wettingen AG schätzt den Nutzen der Technik. play

Familie Smartphone: Die Tarantinos aus Wettingen AG schätzt den Nutzen der Technik.

Sabine Wunderlin

11 Kommentare
  • Sigel  Adrian aus Bangkok
    01.02.2015
    Die Nutzung des Internets heutzutage ist eine Art Intelligenztest.

    Nur die naivsten und gutgläubigsten surfen, mailen, tweeten, kommentieren noch unter eigenem Namen mit realen Daten, ohne VPN und unverschlüsselt.

    Das ist eigentlich längst A und O aber gerade diese Woche hat China die online Umgehung seiner Staatszensur via VPN weiter erschwert.

    Man mache sich nichts vor. Nichts ist wertvoller als Information. Wissen ist macht! Facebook, Google und co. sind wie digitale Fliegenfallen...
  • Walter  Portmann 01.02.2015
    Die gezeigte Familie finde ich nicht gut, sondern irgendwie krank.
    Das sind sogenannte Neue Medien-Junkies !
    Bin froh, bin ich nirgends dabei und verwende keine dieser ungesunden Geräte !
    • Rudolf  Huber aus Cham
      01.02.2015
      Ja genau, und was macht diese Familie wenn mal das Netz ausfällt? Dann haben die bestimmt psychische Problem und brauchen einen Psychiater.
    • Markus  Buser 01.02.2015
      Paradox dass Sie dies mit einem online Kommentar schreiben. Sie sind ebenfalls online und surfen, da brauchen Sie nirgends mit dabei sein, Sie hinterlassen trotzdem Ihre persönliche und eindeutige Datenspur im Netz. Wenn Sie meinen, diese wird nicht genutzt, dann empfehle ich mal aufzuwachen.
    • Rudolf  Huber aus Cham
      01.02.2015
      Ja Herr Buser, sie finden vielleicht Spuren, dass ich im Netz war, aber Sie finden von mir weder Fotos noch, noch Angaben über mein Leben, meine Vorlieben oder was ich gestern im Ausgang so gemacht habe.
  • christof  marti 01.02.2015
    Auf diser Seit alleine sind 15 sogennante "Trackers" aktiv. Man kann diese aber geziehlt ausschalten wenn man will. Ghostery findet all diese Tracker und laesst den Benutzer entscheiden welche man erlauben will und welche nicht.
  • Jeferson  Lopez 01.02.2015
    Jeder der sich gerne manipulieren lässt solch sich manipulieren lassen. Man muss ja ständig "in" sein, wird einem eingetrichtert. Leider sind die Jungen die Hauptopfer weil die nichts hinterfragen. In der heutigen Zeit geht es darum, stets einen kritischen Geist egenüber allem walten zu lassen. Aber eben...
  • Thomas  Winistörfer aus Deitingen
    01.02.2015
    Wer tatsächlich kein Handy hat solle doch bitte den ersten Stein werfen. Also ich werfe schon mal... Wer noch???