Datenschützer warnt Haushalts-Gegenstände spionieren uns aus

Das Internet der Dinge hält den Eidg. Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) Adrian Lobsiger auf Trab. In einem Interview mit der Zeitung «Le Temps» vom Montag sagte er, es gebe in diesem Bereich ein «extremes Manko an Transparenz».

Datenschutz warnt vor Haushaltsgeräten: Viele spionieren Daten aus play
Das Internet der Dinge beschert dem Eidg. Datenschützer Adrian Lobsiger viel Arbeit. (Archivbild) KEYSTONE/MARCEL BIERI

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«Diese Apparate verbinden sich permanent untereinander und tauschen Daten aus, ohne den Besitzer zu warnen», sagte Lobsiger, der seit Juni im Amt ist. Die lernfähigen Maschinen legten einen «grossen Datenhunger» an den Tag. Die Anwendungen dürften seiner Meinung nach Daten aber nur dann sammeln und austauschen, wenn die Nutzer dem vorab zugestimmt hätten.

Der Datenschützer warnt zugleich vor Smartphones, welche «oft ungeahnte Möglichkeiten zum Austausch persönlicher Daten» bergen würden. Auch die mit der Handhabung von Bildern verbundenen Risiken stellten ein immer wichtiger werdendes Problem für seine Behörde dar.

«Die Entwicklungen im Bereich der Biometrie und der Digitalisierung ermöglichen es zum Beispiel, ein Foto einer erwachsenen Person aufgrund eines Bildes aus deren Kindesalters zu finden», erklärt der ehemalige stellvertretende Direktor des Bundesamtes für Polizei (fedpol).

Lobsiger weist darauf hin, dass «Millionen von Dokumenten miteinander verglichen werden können», was es einer Person unmöglich mache, ihre Anonymität zu bewahren, selbst wenn sie das wolle.

Bereits bei der Präsentation des Jahresberichts 2015 Ende Juni hatter der Datenschützer angekündigt, sich für die Selbstbestimmung der Anwender einsetzen zu wollen. Wer ein Gerät kaufe oder ein Programm herunterlade, müsse wählen können, wie viel er von sich preisgibt. Alternative Angebote dürften nicht teurer oder mit anderen Schikanen verbunden sein, auch wenn sie nur von einer Minderheit gewünscht würden.

Der Eidg. Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) wird für eine Amtsdauer von vier Jahren gewählt. Administrativ ist er der Bundeskanzlei angeschlossen, doch übt der EDÖB seine Funktion unabhängig und ohne Weisung einer Behörde aus.

Publiziert am 12.09.2016 | Aktualisiert am 12.09.2016
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8 Kommentare
  • Ronald  Schmid aus Miami
    12.09.2016
    Die Masse blieb trotz dem „Information Highway“ total blind. Dass, hinter diesem Privatsphärenentzug, dem Datenklau, schlussendlich die Demokratie und das Individuum vergewaltigt will man wieder nicht so richtig wahrhaben bis es dann wieder zu spät ist. Immer wie mehr wird Technologie zur Zerstörung und Versklavung des Menschen missbraucht. George Orwell kann keine Ruhe finden in seinem Grab, es wird schlimmer, als sogar Er voraussagte.
  • Patrick  Soppelsa , via Facebook 12.09.2016
    Na ja man kann die Angst auch übertreiben. Wieso soll man sich die mühe machen die Daten Mühsam aus einem Kühlschrank auszuwerten, wenn ein einziger Blick ins Facebookprofil genügt. Dort steht Paul isst ein Yoghourt, mit Video und 250 likes.
  • Gerhard  Krenn aus Aix en Provence
    12.09.2016
    Also es ist ja so dass (zumindest der Großteil) sich diesen online-Wahn ja selbst auferlegt hat. Das dieser seltsame Blüten treibt, ist anscheinend nicht mehr zu verhindern, oder gewollt. Datensammeln um jeden Preis. Wir werden irgendwann den online Toilettenpapierhalter haben damit uns eine App sagt wie viele "Events" mit dem verbleibenden Papier noch möglich sind, um uns dann bei Ausfall dieser ohne ebendieses am stillen Örtchen wiederzufinden. Wetten?
  • timo  schenker 12.09.2016
    Naja, im Gegenzug lassen wir uns aber vom Staat ausspionieren und haben das Gefühl dabei an Sicherheit zu gewinnen... Alles klar?
  • Sarah  Stettler , via Facebook 12.09.2016
    Ich war sehr erfreut über das Einschreiten des Datenschützers betreffend dem Swisspass. Ich habe mich sehr darüber gestört, dass die SBB sämtliche Kontrolldaten gespeichert hat und ich dabei keinen Einfluss nehmen konnte. Anders ist es bei den Haushaltgeräten. Hier kann jeder selbst entscheiden, ob er sie benützen will oder nicht.