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Design: Die vielleicht grösste Enttäuschung, denn optisch hat sich rein gar nichts geändert. So konnte man in den letzten Tagen mit dem Testgerät durch die Strassen laufen, ohne dass jemand etwas gemerkt hat. Apple hat den Touchscreen mit einem neuen Glas abgedeckt, das Fingerabdrücke weniger stark annimmt bzw. sich leichter abwischen lässt. Tatsächlich ist der Schirm gefühlsmässig etwas weniger verschmutzt – das «Tööpe»-Problem aller Touchscreens bleibt aber.
Speed: Hier hat Apple wirklich viel investiert, was vor allem bei den zusätzlich gekauften Applikationen spürbar ist. Die Programme und Games starten sehr viel schneller. Ein Beispiel: Das Game iFighter ist auf dem Vorgänger (ohne neues Betriebssystem) nach 19 Sekunden spielbereit, auf dem 3GS nach 9 Sekunden. Bei den Standard-Anwendungen wie SMS oder dem Musikplayer fallen keine Unterschiede auf. Es dürfte allerdings bald Anwendungen geben, welche die zusätzliche Power ausnützen und nur auf dem schnelleren, neuen iPhone laufen.
Kamera: Ein weitere deutliche Verbesserung. Die neue Kamera hat statt 2 nun 3 Megapixel und eine neue Software wickelt die Prozesse ab. Das zahlt sich aus. Waren bisher Fotos mit dem iPhone eher schlecht als recht, sind sie jetzt ziemlich gut – solange die Lichtverhältnisse mitspielen. Clever die «Tab to Focus»-Funktion: Einfach auf dem Bildschirm in jenen Bereich tippen, der scharf gestellt werden soll. Belichtung und Weissabgleich macht die Kamera dann automatisch (und recht gut). Wichtig auch, dass die Kamera nun bei Nahaufnahmen stärker ist, etwa, um Visitenkarten zu fotografieren. Die Videoaufzeichnung ist in Ordnung. Richtig cool, dass man seine Clips gleich auf dem iPhone «trimmen» kann, sprich einen beliebigen Ausschnitt wählen. Aber Achtung, das Rausgeschnittene wird gelöscht. Ebenfalls stark: Wie einfach man Bild und Video mit wenigen Knopfdrücken per Mail oder neu MMS versenden kann – oder auf ein Internetportal stellen.
Voice Control: Eine nette Spielerei ist die Sprachsteuerung. «Ruf Lorenz Keller» ins Mikrofon sagen, schon findet das Gerät die Nummer. Das iPhone merkt sogar, dass eine Handy- und eine Festnetz-Nummer abgespeichert sind. Auch den Befehl «Spiel Songs von King of Leon» versteht die Software. Und zwar auf Anhieb und mit erstaunlich kleiner Fehlerquote.
Akku-Leistung: Wer das iPhone 3G intensiv nutzt, muss es jeden Abend laden. Das dürfte sich auch mit der neuen Batterie nicht gross ändern. Sie hält zwar etwas länger, aber im intensiven Betrieb trotzdem nicht gleich für zwei Tage.
Kompass: Auf den ersten Blick ist auch der neu integrierte Kompass nur eine Spielerei. Sobald man allerdings die Funktion zusammen mit Google Maps nutzt, wird klar, wie richtungsweisend er in Zukunft sein wird. Neu kann man nämlich die Karten nach der Himmelsrichtung ausrichten. Dies ist die Basis für komplette Navigationsanwendungen, wie sie etwa TomTom schon fürs iPhone angekündigt hat.
Preise: Das neue iPhone 3GS gibt es in einer 16- und einer 32-GB-Version, jeweils in schwarz und weiss. Momentan nur mit Vertrag: Bei der Swisscom kostet es ab 99/199 Franken (24 Monate Vertrag, 55 Fr. Abo pro Monat). Bei der Orange ab 29/149 Fr. (24 Monate Vertrag, 99 Fr. Abo pro Monat). Ein Vergleich der Anbieter lohnt sich, da unterschiedliche Laufzeiten, integrierte Datenvolumen etc. angeboten werden.
Fazit: Das iPhone 3GS ist das beste, das es je gab. Apple hat vor allem bei der Kamera und bei der Geschwindigkeit Fortschritte gemacht, die im Alltag wirklich auch etwas bringen. Wer also noch kein iPhone hat, erhält ein ausgezeichnetes, sehr gut zu bedienendes Multimediagerät. Wer schon iPhone-Besitzer ist, muss nicht unbedingt gleich in den Laden rennen. Denn auch das neue Betriebssystem OS 3.0 (siehe Kasten) bringt viele Verbesserungen, auch bei der Geschwindigkeit. Die grosse Frage ist, wie viele neue Anwendungen wie etwa Navigation nur auf dem 3GS laufen werden.