Das Handy wird zum Portemonnaie

Vom Online-Shopping bis zum Ticket: Ab 2010 soll man statt mit Bargeld oder Kreditkarte auch mit dem Handy bezahlen können. Die harten Konkurrenten Orange, Sunrise und Swisscom setzen sich für dieses Ziel sogar an einen Tisch.

  • Publiziert: 01.04.2009, Aktualisiert: 14.01.2012
  • Von Lorenz Keller
play Eine goldige Idee: Bald braucht es bloss noch das Handy, um zu bezahlen. (Amanaimages/Corbis)

Die drei grossen Schweizer Mobilfunkanbieter machen Dampf: Mit einer gemeinsamen Arbeitsgruppe wollen Orange, Sunrise und Swisscom das Handy als Zahlungsmittel und elektronisches Ticket vorantreiben. Sie setzen in Zukunft auf NFC (Near Field Communication). Bis Ende 2010 sollen erste NFC-fähige Handymodelle auf den Markt kommen.

Damit ist es möglich, zum Beispiel in einem Geschäft an die Kasse zu gehen, die Rechnung drahtlos aufs Handy geschickt zu bekommen. Und dann mit einem Klick den Betrag zu begleichen – er wird dann mit der Abo-Rechnung beglichen. Bargeld, Kredit- oder EC-Karte braucht es dann nicht mehr.

Dank NFC kann das Handy auch direkt mit Ticketautomaten oder Kontrollgeräten kommunizieren. So kann man sich das Konzertbillet aufs Handy laden und beim Eingang gibt das Telefon automatisch den Weg frei.

Zwar gibt es schon jetzt Anbieter, die das Mobiltelefon als Ticket oder Bezahlungsmittel akzeptieren. Für den Konsumenten ist das aber meist ziemlich kompliziert. Das MMS-Billet der SBB zum Beispiel muss per Telefon bestellt und mit Kreditkarte bezahlt werden. Nicht viel bedienungsfreundlicher: An diversen Automaten können Getränke mit dem Handy bezogen werden. Zur Bezahlung muss man allerdings mühsam ein SMS eintippen und an die richtige Nummer schicken.

Das alles dürfte mit NFC deutlich einfacher werden. Für den Erfolg wird aber vor allem eine Frage entscheidend sein – und die ist bisher ungeklärt: Verlangen die Anbieter für die neue, bequeme Bezahl-Technik zusätzliche Gebühren?

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