China-Handy im Test Ist das UMI Super mehr als supergünstig?

176 Franken kostet das UMI Super 4G Phablet. Ein Spottpreis für ein 5,5-Zoll-Smartphone mit Alugehäuse und Topausstattung. Doch was taugt das China-Handy wirklich?

UMI Super: China-Smartphone im Test play
Das UMI Super 4G Phablet kostet nur rund 180 Franken.

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300 Franken und mehr kosten Android-Smartphones mit guter Ausstattung und 5,5-Zoll-Bildschirm. Richtig gute Geräte aus der Oberklasse gibts ab rund 500 Franken. Wer direkt in China bei Gearbest.com das UMI Super 4G Phablet bestellt, zahlt umgerechnet rund 176 Franken. Versandkosten gibts keine - wenn man Pech hat eine Zollrechnung.

Beim Auspacken aus einer schicken Alubox gibts zwei Überraschungen. Einerseits ist das Handy richtig edel gemacht. Massives Alugehäuse, richtig schön verarbeitet. Das Design erinnert an HTC, ist aber insgesamt nicht einfach eine Kopie. Mit 8,5 Millimetern Dicke und knapp 200 Gramm Gewicht ist das Handy ein rechter Brummer.

Der Akku des UMI Super hält rund 1,5 Tage

Das ist aber gar nicht so schlimm, denn es liegt gut in der Hand. Dafür erhält man laut Hersteller auch einen 4000 mAh grossen Akku - die Grösse wird allerdings in Testberichten angezweifelt. Eigentlich egal: Im Test hielt die Batterie rund 1,5 Tage, ein sehr guter Wert. Und dank USB-C-Anschluss dauert es nur wenig mehr als eine Stunde, um wieder voll Power zu haben.

UMI Super: China-Smartphone im Test play
Das UMI Super ist recht wuchtig, liegt aber gut in der Hand.

Die Ausstattung ist auch sonst in der oberen Mittelklasse anzusiedeln. Der Octacore-Prozessor mit 4 GB RAM hat keine Mühe mit Android 6.0 und gängigen Apps. Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite ist präzis und schnell. Ein nettes Extra ist der LED-Ring unter dem Bildschirm, der Benachrichtigungen anzeigt und farblich dem eigenen Gusto angepasst werden kann.

Je nach Präferenz nutzt man die Touch-Felder als Buttons oder man lässt sich die Android-Knöpfe auf dem Bildschirm einblenden. Die einzige Einschränkung beim China-Phone: Diese Zusatzmenüs sind trotz deutscher Spracheinstellung englisch.

Das Display von Sharp bietet 1920 × 1080 Pixel Auflösung. Ein sehr schöner, leuchtender Bildschirm, der allerdings an der Sonne stark spiegelt. Aber da ist das UMI Super ja nicht das einzige. Die 32 GB Speicher können erweitert werden, allerdings muss man sich entscheiden, ob man eine Speicherkarte oder eine zweite SIM-Karte nutzen will.

UMI Super: China-Smartphone im Test play
Die Hauptkamera des UMI Super knipst nur in blassen Farben.

Die Risiken sollte man kennen

Im Vergleich zur restlichen Ausstattung fällt die Hauptkamera ab. Die 5-Mega-Pixel-Selfie-Cam macht durchaus akzeptable Bilder. Sehr gelungen ist der Selbstauslöser via Victory-Zeichen, das schnell und gut erkannt wird. Die 13-Megapixel-Rückkamera dagegen kann nicht überzeugen. Zwar sind die Bilder scharf und mit akzeptablem Kontrast. Die Farben wirken aber sehr blass, zudem ist der Auslöser eher langsam.

Trotz viel Lob geht man bei der Bestellung direkt in China immer ein gewisses Risiko ein. Hat man ein Problem, kann man nicht auf die gleiche Kundendienstqualität wie bei uns zählen - auch wenn der Tester mit Gearbest durchaus gute Erfahrungen gemacht hat. Aber ein allfälliger Gerätetausch geht halt viel länger, ohne Englisch ist sowieso kein Kontakt möglich.

Und gerade beim UMI Super scheint es gewisse Probleme gegeben zu haben, etwa mit dem GPS oder mit der Kratzfestigkeit des Bildschirms. Beides war bei unserem Testgerät einwandfrei.

Unser Fazit: Nimmt man den Preis von knapp 180 Franken als Ausgangspunkt, dann sind Verarbeitungsqualität, Power, Ausstattung und Fingerabdruckscanner weit überdurchschnittlich. Die Kamera dagegen ist so billig wie der Preis. Insgesamt ist das China-Handy richtig gut gemacht und besser als gedacht.

UMI Super: China-Smartphone im Test play
Die Selfie-Cam ist in Ordnung - mit dem Victory-Zeichen kann man sie clever auslösen.
Publiziert am 11.10.2016 | Aktualisiert am 04.11.2016
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6 Kommentare
  • Tinu  Sado aus Baar
    11.10.2016
    Kleiner Denkanstoss, was genau macht man wenn nach Beispiel von Samsung so ein Teil explodiert? Gerade mit Mega-Akku ist das sehr realistisch. Wo Samsung nach Produktehaftpflicht bezahlen muss, wird es dann sicher "ein leichtes" sein, das Recht in China einzufordern! Zweifellos wird man von Herstellern wie Samsung, Apple und Co abgezockt was die Preise anbelangt, aber so ein China Ramsch hat Gefahren, die niemand abschätzen kann und dann ganz übel ins Geld und an die Gesundheit gehen können.
    • Mike  Krüger 11.10.2016
      Übertreib mal nicht. Ist ja nicht so, als ob in China dauernd die Akkus explodieren. Denk immer auch daran, dass die Hersteller ihr Gesicht auch wahren müssen - sonst können sie den Laden gleich dicht machen. Das Risiko mit dem Akku hast du bei jedem Gerät.
  • Monika  Tschüss aus Emmetten
    11.10.2016
    Ein UMI 4G Handy mit Data Abo (salt surf flat) und Internet Telefonie (OpusTel) kostet über 3 Jahre gerechnet alles inklusive CHF 45 pro Monat. Der Handy Anteil ist dann CHF 5 pro Monat. Im Vergleich zu den Swisscom Abos inkl. Handy (Natel Infinity XL) mit nur 20GB Datenmenge schlägt der Swisscom Preis mit einem Samsung CHF 199 pro Monat zu buche. Es gibt als das Smart Handy inkl. alles Flat mit 76 Prozent Rabatt. Und fast alle Android und alle iPhone Handy sind auch "made in china".
  • Tom E.  Gemcity aus Bern
    11.10.2016
    Ich habe ebenfalls schlechte Erfahrungen mit UMI gemacht. Bei meinem Super ist das Display sehr schnell zerkratzt gewesen. UMI schreibt, dass Gorilla Glass 3 verbaut sei, doch selbst Corning dementiert das. Der Akku hält zwar lange, aber eben, fasst weniger als angegeben. Ich habe mir für praktisch das gleiche Geld nun ein Xiaomi Redmi Note 3 Pro geholt und muss sagen, ich hatte nie ein besseres Smartphone. Wäre vielleicht mal was für Euren Test.
  • Stefan  Steffen 11.10.2016
    Ich habe ein UMI Zero, und das habe ich gebraucht für 75 Franken gekauft. Für das Geld, ein Superhandy! Wenn man möchte, kann man mit der Software von UMI kinderleicht ein anderes System installieren
  • Daniel  Gerber aus Zürich
    11.10.2016
    Finger weg von UMI! Der Support der Software ist Mangelhaft, die Optimierung der Geräte ebenso. Das UMI Hammer bspw. war so schlecht optimiert, dass der Akku keinen ganzen lang durchhielt. Patches gab es schon nach kurzer Zeit keine mehr. Wenn etwas chinesischen, dann Xiaomi oder Oppo - Aber niemals UMI.