Brettspiel «King Arthur» im Test Das Smartphone zählt die Würfelaugen

Ein Brettspiel mit digitaler Erweiterung. Geht das gut? Wir haben «King Arthur» ausprobiert, sind aber nur mässig begeistert.

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Vor zehn Jahren brachte Ra­vensburger «King Arthur» schon einmal als elektronisches Brett­spiel auf den Markt. Ein Miss­erfolg, da der eingebaute Lautsprecher schepperte und Wackelkontakte nervten. Und das trotz des statt­lichen Preises. Einziger Lichtblick damals war das grosse Excalibur-Schwert, das in einem Stein steckte - unter dem die ganze Technik versteckt war.

In der neuen Version fehlt das Schwert. Wohl auch weil es das Versteck für die Technik nicht mehr braucht. Denn heute steckt die ganze Technik im Smartphone, das man eh schon zu Hause hat. Falls kein kompatibles iPhone oder Android-Handy zu Handen ist, darf man das Spiel auf keinen Fall kaufen. Denn ohne App läuft gar nichts.

Das Telefon wird in die wuchtige Smart­play­-Halterung gesteckt, die zusammen mit dem Brettspiel im Set für rund 50 Franken erhältlich ist. Vorher sollte man die passende Gratis-App installieren, die es fürs iPhone, aber auch für Android gibt.

Kamera überwacht das Spielbrett

Die App ist sozusagen das Hirn des Spiels. Sie führt durch den Ablauf und überwacht mit der Kamera die Züge. Bei Würfelduellen gegen Drachen oder Ritter wird sogar die Augenzahl ausgerechnet und das Resultat des Kampfes bekanntgegeben. Äusserst praktisch ist die Einführungsrunde, die einem erlaubt, ganz ohne Regelstudium zu starten.

Die digitale Berechnung sorgt auch für Zufallsaktionen und für eine gewisse Variabilität im Ablauf. Verhält man sich etwa ritterlich und versucht nicht, mit Gewalt überall durchzumarschieren, wird es einfacher, die grosse Schlussaufgabe zu meistern. Da die guten Taten nicht auf einer Tabelle festgehalten werden, muss man sich allerdings selber ausrechnen, ob es schon für den erfolgreichen Schlusskampf reicht.

Nicht besser, aber zugänglicher

Die App sorgt auch mit Geräuschen und kleinen Hörspielsequenzen für mittelalterliche Stim­mung. Beim zweiten oder dritten Mal wird man diese ausschalten. Trotzdem wirkt das Tempo etwas schleppend. Gerade geübte Spieler würden bei einer reinen Brettspielversion zügiger vorwärts kommen.

Das ist nicht ganz so tragisch, da «King Arthur» sowieso eher ein leichtes Familienspiel ist und anspruchsvollen Fans recht schnell verleiden wird. Denn das Glückselement ist relativ gross, und die Abläufe sind recht simpel.

Fazit: Die digitale Technik sorgt nicht für ein besseres Spiel, sondern für einen leichteren Einstieg. Gerade Brettspielmuffel kann man so eher an den Tisch locken als mit einem rein analogen Titel. Keine Regeln lesen, ausführliche Hilfen auch während des Zockens und viel Atmosphäre: Da zudem die App reibungslos läuft, ist der zweite Anlauf von Ravensburger durchaus geglückt.

Publiziert am 23.02.2015 | Aktualisiert am 23.02.2015
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