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Die grosse Revolution war es nicht, was Apple-Chef Steve Jobs letzte Woche in seiner Keynote angekündigt hat. Stattdessen kleine und grössere Verbesserungen bei den iPods und der Datenverwaltungs-Software iTunes. Ab heute kann man die Geräte in den Schweizer Apple-Shops und im Elektronikhandel kaufen. Wir sagen, welche Verbesserungen wirklich etwas ausmachen.
iPod nano: Die Mittelklasse der Apple-Mp3-Player hat die grössten Veränderungen erfahren. Der Nano sieht nur auf den ersten Blick gleich aus wie vorher. Denn der Bildschirm ist inzwischen auf 2,2-Zoll gewachsen und die Oberfläche ist neu noch edler. Viel wichtiger aber ist die neue Zusatzausstattung: Videokamera samt Mikrofon und Lautsprecher, Radio und Schrittzähler. Im ersten Test überzeugt die Kamera: Sie ist schnell und einfach zu bedienen. Trotz relativ tiefer Auflösung (VGA) wirken die Bilder scharf und klar. Und man kann ohne wilde Ruckeleien Videos aufzeichnen. Diese lassen sich dann schnell und unkompliziert auf Youtube laden. Witzig: Die 15 Effektfilter, die sogar in der Live-Vorschau angeschaut werden können. Auch das Radio ist eine gelungene Anwendung: Gute Tonqualität, RDS für die Anzeige der Sendernamen und Speichermöglichkeit für die Lieblingsstationen. Der Schrittzähler ist wohl eher ein Gag, ausser man nutzt ihn mit Zusatz-Equipment von Nike zum Joggen. Fazit: Der iPod nano (ab 199 Fr./8 GB) ist nun die kleinste Videokamera der Welt und immer noch einer der besten Mp3-Player des Planeten. Schade, kann man keine Fotos knipsen.
iTunes: Das Programm zum Verwalten von Musik und Videos samt integriertem Shop ist ja gratis – und Pflicht für alle iPod-Benutzer. Apple hat nun nicht unwesentliche Verbesserungen integriert. Etwa, dass man seine eingekauften Songs auf bis zu fünf Computern gleichzeitig nutzen kann. Praktisch: Wenn man will, werden neue Titel automatisch auf allen Geräten abgelegt. iPod- und iPod-Touch-Benutzer werden sich darüber freuen, dass sie alle ihre Icons und Applets nun direkt auf dem PC anordnen und verwalten können. Mit dem neuen Angebot iTunes LP werden sich aber nur absolute Musikfans anfreunden können: Mit einem Album eines Musikers erhält man Zusatzmaterial wie Videos oder Bilder. Leider sind sie nur auf dem Computer nutzbar. Fazit: iTunses kostet nichts und bringt viel. Und wird immer besser.
iPod shuffle: Der Kleinste im Apple-Angebot ist praktisch gleich geblieben, aber etwas günstiger geworden. Für 75 Fr. erhält man die 2 GB Version – neu auch in den Farben pink, grün und blau. Einen sehr guten Eindruck hinterlässt die neue «Luxus»-Variante aus poliertem Edelstahl (4 GB, 129 Fr.). Sehr edel. Fazit: Nicht viel Neues, aber mehr Farbe.
iPod touch: Auch der Touch sieht aus wie vorher. Zumindest äusserlich. Denn im Inneren werkelt die neue Technik, die schon im iPhone 3GS zum Einsatz kommt. Das bedeutet: Mehr Power, kürzere Ladezeiten. Dazu wurden die Preise gesenkt (ab 259 Fr./8 GB) und es gibt neu einen Touch mit Maxispeicher: Auf 64 GB passen bis zu 14000 Songs. Grandios. Die neue Voice Control tröstet ein bisschen darüber hinweg, dass immer noch eine Kamera fehlt. Fazit: Wer sich kein teures iPhone leisten will, aber trotzdem Programme, Games und Musik auf einem tollen Bildschirm geniessen will, ist mit dem iPod touch gut bedient.
iPod classic: Das Urgestein gibt es immer noch. Neu mit noch mehr Speicher: Auf 160 GB (entspricht rund 40000 Songs) können wohl die meisten Menschen ihre ganze Musiksammlung unterbringen. Fazit: 160 GB für 449 Franken ist günstig, allerdings ist der Classic ein Auslaufmodell. Wer aber etwa im Auto oder an der Stereoanlage alle seine Songs permanent verfügbar haben will, der begnügt sich gerne mit einem Classic.