Blackphone 2 im Test Beim schwarzen Handy sehen Hacker rot

Blackphone versucht, das Smartphone-Erlebnis möglichst sicher zu machen – ohne grosse Einschränkungen. Wir habens ausprobiert.

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Das Blackphone ist so schwarz, wie der Name sagt.

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Es ist ein Spagat, den der Hersteller des Blackphones versucht. Einerseits für die Benutzer des Smartphones so viel Sicherheit, Datenschutz und Privatsphäre wie möglich, andererseits möglichst wenige Einschränkungen im Alltag.

Das Blackphone 2 ist übrigens eigentlich ein Schweizer Smartphone. Die Firma Silent Circle, welche die Marke besitzt und die Software entwickelt, hat ihren Hauptsitz im Kanton Genf. Und ausgerechnet im Heimmarkt war das Telefon bislang nur als Import erhältlich. Unverständlich, da es bereits vor einem halben Jahr lanciert wurde. Immerhin nimmt es nun Digitec ab Mitte Juni für 799 Franken ins Angebot auf.

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Die Verpackung fürs Anti-Spion-Phone aus der Schweiz ist elegant.

Warum ist das Blackphone nun sicher? Das liegt am stark weiterentwickelten Android – das Google-Betriebssystem gilt ja eigentlich nicht als besonders sicher. Aber die Entwickler haben kräftig daran herumgebastelt, sodass das Betriebssystem mit Silent OS sogar einen eigenen Namen bekommen hat. 

Der interne Speicher ist verschlüsselt

Der interne Speicher etwa ist verschlüsselt. Allerdings ist jeder User auch selber verantwortlich. Wer den Pin nicht regelmässig wechselt oder einige Funktionen gar nicht aktiviert, der kann nicht automatisch mit vollster Sicherheit rechnen.

Was man auch sagen muss: Einige Features sind auch bei anderen Android-Telefonen verfügbar. Aber nirgends alle zusammen kompakt in einem Sicherheitscenter zusammengefasst. Dort kann man genau einstellen, wie man geschützt werden will. So kann man sich etwa die Tasten bei der Pin-Eingabe jedes Mal in neuer Ordnung anordnen lassen. Damit niemand das Passwort-Eintippen ablesen kann.

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Im Sicherheitscenter kann man detailliert alles einstellen.

Oder aber man erhält die Möglichkeit, den ganzen Telefon-Inhalt aus der Ferne zu löschen. Bei jeder App kann man separat einstellen, welche Zugriffsrechte sie erhalten soll, wie das unter Android 6 nun auch sonst Standard ist.

Für viele User dürfte auch interessant sein, dass man verschiedene Bereiche mit unterschiedlich starken Sicherheitseinstellungen definieren kann. Etwa einen «Alltagsbereich» oder einen für berufliche Zwecke. Das ist wichtig, wenn man eben doch mal eine App aus einem inoffiziellen App-Store ausprobieren will.

Sichere Leitung fürs Smartphone

Höchste Sicherheit bieten verschlüsselte Gespräche, Nachrichten und Dateitransfers mit der Silent-Phone-App. Das ist allerdings nur mit anderen Nutzern der App möglich, die es auch für iPhone und normale Android-Telefone gibt. Ein Jahr Abo im Wert von 120 Franken ist beim Kauf des Blackphones inklusive.

Ebenfalls wichtig: Silent Circle verspricht, jede bekannte Sicherheitslücke des Android-Systems innert 72 Stunden zu schliessen.

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Schwarz wie die Nacht, daher ist auch jeder Fingerabdruck zu sehen.

Das Blackphone ist zwar recht schwer und wirkt mit dem Design in Schwarz und den Kanten wuchtig, zeitlos und irgendwie speziell. Allerdings spiegelt das 5,5-Zoll-Telefon recht stark, und man sieht jeden Fingerabdruck – auch auf der Rückseite. Technisch kann das Smartphone – im Gegensatz zur ersten Version – nun gut mithalten. 13-Megapixel-Kamera und ein Octacore mit 3 GB Arbeitsspeicher, nur auf einen Fingerabdruck-Scanner muss man verzichten. Der gilt wohl als zu unsicher.

Positiv sticht der grosse 3060-mAh-Akku heraus, der für mehr als einen Tag Laufzeit sorgt. Schade gibts nur eine Version mit 32 GB Speicher. Der ist zwar erweiterbar, doch nur der interne Speicher ist von Werk her verschlüsselt.

Unser Fazit: Das Blackphone kann als Smartphone überzeugen, kaufen wird man es sich aber nur, wenn man die Sicherheitsfeatures auch wirklich braucht. Denn sonst ist der Schweizer Spezialist dann doch zu teuer.

Ist dieses Handy wirklich ein fairer Deal? 

Publiziert am 10.06.2016 | Aktualisiert am 03.09.2016
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5 Kommentare
  • Monika  Tschüss aus Emmetten
    21.07.2016
    In Zukunft wird jegliche Kommunikation verschlüsselt sein. Nur technisch können die Menschenrechte in Privatsphäre durchgesetzt werden. Die Politiker lassen sich durch einzelne Terroristen einschüchtern und wollen die totale Überwachung. Das führt zu fichierung und säuberungen die jeden betreffen können. Also bereits heute nur verschlüsselt mit Threema Chatten und der OpusTel Tel App abhörsicher telefonieren. Beides ist swiss made und vertrauenswürdig.
  • Vanessa  Meier 10.06.2016
    Für dieses Phone interessiert sich die NSA erst recht. Wer glaubt, er werde nicht abgehört, wird erst recht abgehört. Dort wird es erst richtig spannend für die Geheimdienste. Jeder Dienst will doch wissen was ein Blackphone User macht und was er zu verbergen hat.
  • Hypnotica  Trance , via Facebook 10.06.2016
    Wäre villeicht eine Idee für ein Start Up. Einbauen von eben diesen Schaltern zum Abstellen der Cam und Mic. oder selber Basteln. :)
  • Hypnotica  Trance , via Facebook 10.06.2016
    warum eigentlich wird bei solchen Geräten nicht ein Hardware Schalter eingebaut, wo man ganz einfach Mikrofon und cams sicher abschalten kann, da die Leitung von Mic und auch Cams getrennt werden. Damit könnte man relativ sicher sein, dass niemand abhört oder sieht.
    • Sebastian  Henze aus Zürich
      10.06.2016
      @HT:
      Weil bei solchen Geraeten die Sicherheit nur vorgetaeuscht wird.
      Wir haben die Grenze schon lange ueberschritten. Die binaeren Treiber lassen sich zwar meist durch Treiber aus dem OpenSource-Bereich tauschen, doch sitzen die "Spione" inzwischen direkt in der Hardware...