Beleuchtungs-Revolution Forscher entwickeln das Licht der Zukunft

Bald leuchtets in den Schweizer Stuben noch moderner: Neben LED sollen künftig OLED eine wichtige Rolle spielen.

Cirrus 16 ist eine mit Menschen ­interagierende OLED-Licht­installation nach dem Entwurf des Schweizer Desi­gners Corsin Zarn. play

Cirrus 16 ist eine mit Menschen ­interagierende OLED-Licht­installation nach dem Entwurf des Schweizer Desi­gners Corsin Zarn.

Mathias Stich/masterstudiodesign.ch

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So schnell wie sich Leucht­körper zurzeit entwickeln, kann keiner seine Lampen aus­wechseln: Glühbirnen gibt es seit wenigen Jahren in den Läden nicht mehr, Energiesparlampen sind auch schon überholt, da sie Quecksilber enthalten. LED ist jetzt angesagt. Und schon kommt OLED. Eine Entwicklung, beinahe schon mit Lichtgeschwindigkeit.

Das Gewerbemuseum Winterthur widmet dem neusten Beleuchtungskörper seit gestern eine Ausstellung und stellt die Frage: «OLED – Licht der Zukunft?»

OLED heisst auf Deutsch und mit vollem Namen «organische Leuchtdiode». Es handelt sich um eine weniger als einen Millimeter dünne Fläche. Das ist auch der mar­kanteste Unterschied zu anderen Leuchten: OLED ist keine sogenannte Punktlicht-, sondern eine Flächenlichtquelle. Die grössten Module haben bereits eine Diagonale von 45 Zentimeter.

Möglich ist auch, mehrere Leuchtflächen zusammenzuschliessen. Damit eröffnet OLED Designern bei der Innenbeleuchtung ganz neue Möglichkeiten. «Durch OLED werden wir in Zukunft vermehrt in Zonen denken», sagt Ralf Michel, Dozent und Forscher an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel.

Grosses Interesse an OLED hat zum Beispiel die Autoindustrie – für den Innenraum, aber auch für die Rücklichter. Und die Möbelbranche: Dünne, leichte Leuchten lassen sich bestens in Möbel integrieren.

Aus giftfreien Materialien und nie heiss

Laien stellen sich die Frage, was bei der organischen Leuchtdiode organisch ist. Nicht etwa, dass kleine Tierchen rumkrabbeln. OLED ist aus organischen Halbleitern aufgebaut – Schichten von Molekülen, hauptsächlich bestehend aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff.

OLED ist also aus giftfreien Materialien hergestellt und besteht zu 99 Prozent aus recyclierfähigem Glas. Ihre Lebensdauer ist mit 40'000 Stunden bereits nahe der von LED mit 50'000 Stunden. Doch im Gegensatz zu LED muss man OLED nicht kühlen – die Leucht­flächen bleiben lauwarm und verbrennen die Finger nicht.

Während OLED als atmosphärisches Licht eine Bereicherung sein mag, ist es beispielsweise als Leselampe wenig geeignet. «Ich gehe davon aus, dass OLED in Kombination mit LED die Zukunft gehört», sagt Michel. Nicht eine einzige Lichtquelle scheint das «Licht der Zukunft» zu sein, sondern eine Kombination.

Weshalb ist OLED noch nicht das Licht der Gegenwart? Die Technologie ist heute schlicht zu teuer. Ein OLED-Starterkit – eine Lampe mit Kabel und dazugehöriger Elektronik – kostet rund 400 Franken. Und eine wesentliche Preissenkung ist erst in ein bis zwei Jahren zu ­erwarten.

Publiziert am 11.05.2015 | Aktualisiert am 11.05.2015
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OLED-Lampe mit dazugehörigem Steuerungselement. play

OLED-Lampe mit dazugehörigem Steuerungselement.

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  • Andreas  Lander aus Goldau
    11.05.2015
    Da wird wiedermal was hochgejubelt, ABER mit keinem Wort wird erwähnt dass man für die OLED Herstellung Indiumzinnoxid benötigt, wobei Indium in etwa soviel im Erdmantel vorkommt wie Silber und meist ein Nebenabbauprodukt von Blei und Zink ist...