Apple Pay startet heute So funktioniert das Bezahlen mit dem iPhone

Heute startet Apple Pay in der Schweiz. Wir haben den Bezahldienst mit iPhone und Watch bereits ausprobiert. Schnell und einfach – aber noch mit Lücken.

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Der grosse Kampf der kontaktlosen Bezahllösungen geht in die nächste Runde. Denn ab heute ist Apple Pay in der Schweiz erhältlich. Der iPhone-Hersteller hat einen grossen Vorteil: er hat das System tief in der Hardware integriert.

Das zeigte sich gestern beim ersten Test am Zürcher Hauptbahnhof. Blick.ch konnte das Bezahlen mit iPhone oder Apple Watch selber ausprobieren. Hat man eine Kreditkarte hinterlegt, ist der Rest ein Kinderspiel.

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Beim iPhone reicht es, das Telefon nahe ans NFC-Bezahlterminal zu halten. Schon erscheint die hinterlegte Mastercard oder Visa auf dem Bildschirm. Mit dem Fingerabdruck bestätigt man den Kauf. Hält man den Finger bereits auf dem Scanner des iPhones, ist das Bezahlen in einer Bewegung möglich.

Apple Watch muss nur ans Terminal gehalten werden

Bei der Apple Watch muss die Karte zuerst mit einem Doppelklick auf den unteren Knopf aufgerufen werden. Danach reicht es, die Uhr ans Terminal zu halten. Ein leichtes Vibrieren bestätigt den Kauf. Der Vorteil gegenüber bislang lancierten Bezahlapps: Der Nutzer muss keine App aufstarten oder Bluetooth aktivieren.

«Das System ist wirklich einfach zu bedienen - und erfordert für uns keine zusätzlichen Investitionen», sagt Valora-Chef Michael Mueller (44). Kioske und andere Valora-Shops wie «Press & Books» sind Schweizer Partner von Apple und bewerben die Bezahllösung aktiv. Aber grundsätzlich funktioniert Apple Pay an jedem NFC-Terminal.

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Technisch ist der Bezahldienst via iPhone oder Apple Watch überzeugend. Im Alltagstest funktionierte er schnell und umkompliziert. Wichtig zu wissen: Akku brauchen die Geräte auf jeden Fall - im Gegensatz etwa zur Kreditkarte mit integriertem NFC-Chip.

Erst drei Kreditkarten-Anbieter an Bord

Apple Pay hat in der Schweiz zum Start noch Lücken. So sind erst drei Kreditkarten-Anbieter an Bord (siehe Textbox). Das war in den USA vor eineinhalb Jahren zum Start nicht anders. Inzwischen sind dort über 2000 Kartenherausgeber dabei.

Gravierender im Alltag ist, dass Bonus- und Kundenkarten noch nicht integriert sind. So muss man trotzdem noch die Migros Cumulus oder die Coop Supercard im Portemonnaie suchen. Oder die passende App aufstarten.

Apple Pay ist grundsätzlich für alle möglichen Kundenkarten, Gutscheine, Debit- oder Kreditkarten ausgelegt. Die Anbieter müssen sich einfach für eine Zusammenarbeit mit Apple entscheiden.

Apple Pay bläst ein rauher Wind entgegen

Und bei uns haben längst nicht alle Freude am Markteintritt des US-Konzerns. Apple Pay bläst in der Schweiz ein rauher Wind entgegen. Der Kosumentenschutz hat bei der Wettbewerbsbehörde Klage eingereicht, weil der Konzern andere Anbieten den Zugriff auf die NFC-Schnittstelle verweigert.

Unterstützung gibts von der Six, dem grössten Terminhersteller der Schweiz. «Wir denken, Apple betreibt hier eine Behinderung des Wettbewerbs", sagte CEO Urs Rüegsegger kürzlich. Er forderte ein Ende der Monopolisierung der NFC-Schnittstelle. Seine Aussagen haben nach wie vor Gültigkeit, sagte ein Six-Sprecher gestern auf Anfrage. Six ist wegen seiner Bezahl-App «Paymit» ein Konkurrent von Apple. 

Publiziert am 07.07.2016 | Aktualisiert am 27.10.2016
Schweizer Marktstart

Die wichtigsten Fragen zu Apple Pay

Wie kann ich mit Apple Pay bezahlen?

Der Dienst braucht ein Gerät mit NFC, das sind bei iPhone SE, 6, 6s und die Plus-Varianten sowie die Apple Watch. Zum Start sind zudem nur Visa oder Mastercard von drei Anbietern kompatibel (Corner Bank, Bonus Card, Swiss Bankers).

Wie richte ich den Bezahldienst ein?

Die Karten werden in die “Wallet”-App eingelesen. Ultraschnell mit der Kamera oder manuell. Falls die Kreditkarte schon in iTunes hinterlegt ist, geschieht die Verknüpfung vollautomatisch. Grundsätzlich können auch Kundenkarten, Bonuskarten oder Gutscheine integriert werden.

Wo kann ich mit Apple Pay bezahlen?

An jedem Terminal mit NFC-Funktion. Die sind ja in der Schweiz schon sehr verbreitet. Einfach iPhone oder Apple Watch in die Nähe des Terminal halten. Beim iPhone bestätigt man mit dem Fingerabdruck oder dem Code. Bei der Uhr muss man nur die Karte mit einem Doppelklick aufstarten.

Ist Apple Pay sicher?

Das System gilt als sicherer als andere Bezahlservices, primär weil die Kartennummer nicht auf dem iPhone gespeichert ist und keine persönlichen Daten dem Händler übermittelt werden. Zudem bietet Apple via iPhone eine Zweiweg-Authentifizierung. Zahlungen müssen immer bestätigt werden. Bei der Uhr muss der Code eingegeben werden, sobald man sie vom Handgelenk nimmt.

Ist Apple Pay nur an Bezahlterminals nutzbar?

Im Herbst kommt Apple Pay on the Web, das auch für Schweizer Kunden verfügbar ist. So können Kunden in Online-Shops mit dem Dienst bezahlen. Für Käufe in Apps ist Apple Pay bereits verfügbar. So kann man etwa bei Easyjet direkt Flüge bezahlen oder mit TransferWise Geld ins Ausland übermitteln. In den USA gibt es auch erste Bankomaten, bei denen man mit NFC Geld beziehen kann. Einem Freund Geld direkt überweisen kann man momentan mit Apple Pay jedoch noch nicht.

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13 Kommentare
  • Alex  Gächter aus St.Gallen
    07.07.2016
    Für mich ist meine Kreditkarte genug, ich brauche nicht noch einen der seine Provision abzweigt.
  • franzl  schlecknbaur 07.07.2016
    Mit meinem Apple Pie geht das nicht, den kann man nur essen.
  • Max  Huber 07.07.2016
    Im Gegensatz zu Apple Pay, welches die Abbuchung auf der Kreditkarte vornimmt und somit auch den Kreditkartenfirmen ganz schön viel Gewinn einbringt, wird bei Twint direkt vom Konto abgezogen - wie mit der Maestro-Karte. Wer also tatsächlich bei jedem Mal Bezahlen freiwillig auch Visa, AMEX & co noch Geld nachwirft ist selber schuld.
    • Tomy  Payer aus Zürich
      07.07.2016
      Auch Twint ist nicht gratis für den Handel - und warten Sie mal bis das SIX/Grossbankenmonopol die Preise anzieht. Das sind doch die wahren Gebührenweltmeister... eine schnelle Mobile Payment-Lösung ist auch gut für den Handel, besser als Leute, die sich an der Kasse auf den Füssen rumstehen. Und für den Konsumenten ist Apple Pay gratis, nicht teurer oder billiger als eine Kreditkartentransaktion und international einsetzbar
  • Walter  Boshalter , via Facebook 07.07.2016
    Süss. Bei den Amis, die noch Uralt-Zahlmethoden verwenden, mag Apple Pay ja der Börner sein. Hier zahl ich meine Schoggi entweder cash oder halte meine NFC-Bankkarte an den Kasten. Ob ich jetzt das Portemonnaie oder das Handy aus der Jacke/Handtasche pfrümeln muss bzw. ein Knopf an der Uhr drücke macht den Unterschied nicht fett. Zudem reicht es bei Kartengebrauch, dass meine Bank und ich weiss wann ich wo wieviel Schoggi zu welchem Preis gekauft habe. Dîese Info erspare ich Apple mal lieber.
  • Stefan  Amstutz 07.07.2016
    Diese Bezahlfunktion via NFC habe ich bereits 2014 mit Tapit benutzt. Leider wurde diese App mangels Verbreitung 2015 eingestellt. Ich bedaure es noch heute. Ich hoffe das Twint irgendwann nachzieht und das gute aus Tapit übernommen wird.