iPhone 4 und Update auf iOS 4 Apple in der Dauerkritik

  • Publiziert: 30.06.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Lorenz Keller

Probleme beim Software-Update, schlechte Verbindung mit dem iPhone 4 und schlechtes Krisenmanagement: Apple steht momentan unter Dauerbeschuss. Was wirklich dran ist, weiss niemand so genau.

1,7 Millionen Stück hat Apple in nur drei Tagen vom iPhone 4 verkauft – dabei ist es noch nicht einmal überall erhältlich (in der Schweiz etwa erst ab Ende Juli). Und auch die Kritiken der Fachmagazine waren sehr gut. Doch nun wird der gewohnte Apple-Hype von einem Apple-Bashing abgelöst.

Die Kritik betrifft ganz unterschiedliche Bereiche: So soll das Update von älteren iPhones auf das neue Betriebssystem iOS 4 oft gar nicht reibungslos verlaufen. Im besten Fall dauere es Stunden, im schlechtesten gingen dabei Daten verloren. Datenschützer bemängeln zudem, dass Apple neu Standortangaben auch an Anbieter von Werbung weitergeben will.

Heftigster Angriffspunkt ist aber das neue iPhone 4 selber: Verschiedene Tester, auch von rennomierten Fachzeitschriften wie Chip, berichten, dass die Verbindungsqualität schlechter wird, wenn man das iPhone etwa ganz mit der Hand umfasst. Das dürfte daran liegen, dass im neuen iPhone die Mobilfunkantenne rundherum im Gehäuse verläuft. Vor allem Linkshänder sind betroffen. US-Anwälte suchen inzwischen schon «geschädigte» User, um Apple zu verklagen.

Gewisse Probleme sind offensichtlich, etwa die Probleme beim Update auf iOS 4. So erlebten wir auch auf der Redaktion Abstürze und unsaubere Update-Verläufe. Da hat Apple tatsächlich weniger gut gearbeitet als früher. Andere Kritikpunkte erhalten im Web geradezu ein Eigenleben: So kursieren Antwortmails auf Useranfragen von Apple-Boss Steve Jobs persönlich und interne Anweisungen, wie man mit verärgerten Kunden umgehen soll. Ob diese echt sind, ist völlig unklar.

Apples-Kommunikationsstrategie ist dabei nicht gerade hilfreich. Auf der Webseite verzichtet die US-Firma auf jegliche Stellungname. In den USA sollen Sprecher aber darauf hingewiesen haben, dass man im Falle von Verbindungsproblemen das iPhone eben anders halten solle.

Der Technik-Blog Anandtech hat übrigens die Signalstärke gemessen und mit dem alten iPhone und anderen Handys verglichen. Das iPhone 4 verliert tatsächlich am meisten Signalstärke, je nachdem, wie man es anfasst. Allerdings taucht der Effekt auch bei den anderen Telefonen auf. Umgekehrt ist die tatsächliche Verbindungsqualität beim iPhone 4 deutlich verbessert. Sprich, man versteht das Gegenüber bei wenig Signal deutlich besser. Ob ein Software-Update dem iPhone 4 hilft, wird sich zeigen. Was sicher hilft, ist eine Plastikhülle: Dann kommt kein störendes, weil leitendes Material (die menschliche Haut) mehr mit der Antenne in Verbindung

play Das iPhone 4.

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