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Ja. Ich habe das neue iPhone 3G. Endlich ist es raus. Über eine Woche lang musste ich das Handy im Geheimen mit mir rumtragen. Durfte bis heute per Vertrag niemandem ein Sterbenswörtchen davon erzählen – und schon gar nicht von andern anfassen lassen. So schwierig war die Undercoveraktion aber nicht. Fast keiner erkannte das neue iPhone. Das 3G sieht fast so aus wie das altes iPhone. Und davon gibt es in der Schweiz über 40000 Stück.
Der aus den USA eingeflogene iPhone-Marketingchef Greg Joswiak hatte mir bei der Übergabe des Testgerätes die Design-Unterschiede erklärt: «Die Rückseite ist aus Plastik, an der dicksten Stelle ist es einen halben Millimeter dicker – im Gegenzug sind die Kanten dünner.»
Die Neuerungen stecken unter der Hülle. Zuerst zur Hardware: Hier hat Apple mit UMTS die Surfgeschwindigkeit enorm beschleunigt. Während UMTS bei anderen Handys nicht wirklich notwendig ist, will mans bei diesem Gerät nicht missen: Das iPhone ist das genialste mobile Surfgerät der Jetztzeit. Der Safari-Browser stellt die Seiten vollständig und in Originalgrösse dar – wie auf einem Computerbildschirm.
Nur bei Flashseiten muss das iPhone passen. Youtube-Videos kann ich trotzdem gucken, weil Apple und Youtube alle Videos fürs iPhone umformatieren.
Zwei Probleme hat aber UMTS: Erstens braucht es mehr Strom, zweitens ist das UMTS-Netz nicht so gut ausgebaut wie das herkömmliche GSM-Netz.
Die zweite grosse Innovationsschub heisst GPS. Dank Satellitennavigation weiss das iPhone immer genau, wo es ist und zeigt den Standort als blauen Punkt auf «Google Maps» an – die Lokalisierung funktioniert sogar einhändig auf dem Velo!
So nett es ist, dass mir das iPhone Fotos automatisch mit GPS-Koordinaten versieht, so sehr ärgere ich mich über die fehlende Videoaufnahme-Funktion. Greg Joswiak: «Für Videos hätten wir einen zusätzlichen Sensor einbauen müssen, und das iPhone wäre zu dick geworden.» Überzeugt mich nicht. Jedes andere Handy kann filmen.
Viele Software-Highlights
Umso mehr hat sich im iPhone 3G aber punkto Betriebssystem getan. Die «iPhone 2.0»-Software beschert Usern viele Highlights. Erstens: Dank «Microsoft Exchange»-Unterstützung kommen Blackberry-Funktionen wie Push-E-Mails aufs Apple-Telefon. Zweitens geht pünktlich zum Verkaufsstart der «App Store» online. Dahinter verbergen sich hunderte nützliche bis unterhaltsame Programme, welche die Entwickler fürs iPhone entwickelt haben. Per Knopfdruck lassen sich so Auktions-Tools, Chatprogramme oder Games herunterladen – viele sogar gratis!
Und sonst? Wie der Vorgänger bleibt auch das iPhone 3G (neben dem Blackberry oder dem Nokia N 95) eines der coolsten Smartphones – mit dem definitiv grössten Hippness-Faktor. Und obwohl es mit der Lancierung in der Schweiz an Faszination etwas verliert, dürften sich dafür genug Käufer finden. Oder wie es Blogger Nikolai «Zicu» Thelitz treffend formuliert: «Jeder Idiot wird bald mit einem iPhone herumlaufen – ich werde einer davon sein!»
BLICK-Journi Thomas Benkö hat das neue iPhone ausgiebig getestet.- Philipp Rossier