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Dass Montage für ’n Arsch sind, ist nichts Neues. Nur noch beschissener sind Montage nach drei Wochen Ferien. So wie mein gestriger. Nicht der Fakt, dass ich wieder arbeiten musste, kotzte mich an. Wobei, Hand aufs Herz: Freudensprünge habe ich keine gemacht. Trotzdem war die Tatsache, dass mich mein geliebter Roller «Wichser» im Stich liess, viel schlimmer.
Weil ich es nämlich für überlebensnotwenig hielt, meine Haare zu waschen, war ich zeitlich sehr knapp dran. Während ich also aus dem Haus renne, zieh ich den Helm über, trag Lipgloss auf und setz mich auf den Roller. Schlüssel rein, Gas und …… brumm brummm….. blubber, blubber… Ende. Ich wiederhole. Wixer auch.
Während ich also zur Tramhaltestelle stresse, bin ich gedanklich so damit beschäftigt, Wixer im Zürichsee zu ertränken, dass ich vergesse, ein Billett zu lösen. Dafür, dass ich in keine Kontrolle geriet, bedanke ich mich bei dir, liebe VBZ.
Stunden später komme ich auf die – Achtung! – sehr glorreiche Idee, meinen Tank zu checken. Leer. Ich Dumpfbacke. Also radle ich zur Tanke, hole Bleifrei 95 und fülle Wixers Tank.
Da ich inmitten von Lokalen wohne, die draussen bestuhlt sind, werden idiotische Glotzer Zeugen meiner inexistenten Feinmotorik. Die Hälfte des Benzins giesse ich daneben. Trotzdem wiege ich mich in heroischer Sicherheit, dass mein Roller in Kürze anspringen würde. Tut er aber nicht. Auch beim 759-ten Versuch nicht. Also zünde ich eine Zigi an, setze mich aufs Trottoir und ruf Betty an. Zumal Nikotin und Fluchen immer hilft. «Cool bleiben, Kleines, versuchs noch mal. Falls es nicht geht, holst du den geilsten Typen und machst auf hilfloses Mädchen», rät mir meine Freundin.
Aber auch Versuch 760 scheitert. Und just in diesem Moment tauchen zwei Biker auf, die ihre Monstermaschinen neben mir parken. «Das klingt nicht gut», sagt Typ 1. «Wo ist der Benzinhebel?», fragt Typ 2. Ich schnalle: Die wissen, wovon sie sprechen. Ich schnalle aber nicht, was ein Benzinhebel ist. Geschweige denn, wo sich so einer befinden soll. Die Jungs lachen. Ich lache zurück, dreh an meiner Haarsträhne und lass die Männer ran. Kluger Schachzug. Zumal ich Männer, die sich unter Autos und Roller legen, sexy finde. In meinem Kopfkino tragen sie dabei weisse, zerrissene T-Shirts, sind voller Karrenschmiere und haben Drei-Tage-Bärte.
Erst das Geräusch meines laufenden Rollers weckt mich aus meiner Soft-Erotik-Phantasie. Schade eigentlich. Trotzdem freue ich mich, dass Wixer wieder läuft. Dass du Männer mit Verständnis für Technik ausgestattet hast, ist eine grosse Leistung von dir, liebe Mutter Natur. Alleine dafür gebührt dir ein Ticket für die Chippendales. Erste Reihe natürlich.
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Unverblümt, direkt, abgefahren: Maja (zvr@ringier.ch).