Maja unverblümt Der Feind in meinem Hals

  • Publiziert: 09.21 Uhr, Aktualisiert: 03.01.2012

Schon lange nicht mehr gelacht? Maja tut was dagegen – unter dem Motto «Die seltsamsten Piercing-Unfälle der Welt».

Letzten Donnerstag bin ich dem Tod mal wieder nur ganz knapp von der Schippe gesprungen. Ich habe mein Nasenpiercing gesnifft. Das ist kein Witz. Leider.

Passiert ist es unter der Dusche. Der Stecker fiel raus, und der Verschluss blieb in der Nase. Noch bevor ich diese Misere begriff, sniffte ich das Verschlüsschen hoch in meine Stirnhöhle. Und eine Sekunde später steckte es in meinem Hals.

Da schwebte ich nun zwischen Leben und Tod. Meine von Panik gezeichneten Versuche, das Ding da wieder rauszubringen, blieben erfolglos. Herzlich willkommen in meinem Leben.

Während des Rests des Tages versuchte ich, den Feind in meinem Hals zu ignorieren. Abends vertraute ich mich Betty an. Die Gute hängte sich sofort ans Telefon und rief die Ärzte von der Permanence am Zürcher HB an. Bevor ich mich wehren konnte, hielt sie mir den Hörer ans Ohr.

«Permanence Fink», hörte ich eine Arzthelferin sagen. «Ähhm, hallo, hier ist Maja. Ich muss Ihnen was erzählen und sage Ihnen jetzt schon, dass Sie laut lachen dürfen, wenn Ihnen danach ist. Ich kann damit umgehen», sagte ich.

Frau Fink war etwas irritiert. «Ich habe mein Nasenstecker gesnifft und nun steckt der Scheissverschluss in meinem Hals. Muss ich nun in 20 Minuten sterben?», fragte ich. Frau Fink schwieg. «Lachen Sie?», wollte ich wissen. «Nein, nein… nur, das ist ziemlich ungewöhnlich, da muss ich einen Arzt fragen. Bleiben Sie dran.»

Es vergingen sehr lange Minuten. Minuten, in denen Betty und ich uns zu Tode lachten.

«Sind Sie noch dran?», hörte ich Frau Fink fragen. Ich bejahte. «Also, der Arzt meint, Sie sollen viel trinken. So schlucken Sie es vielleicht runter, und dann ist es kein Problem. Steckt es morgen immer noch im Hals, müssen Sie vorbeikommen.»

Da ich nun immer noch in akuter Lebensgefahr schwebte, entschied ich, meine womöglich letzten Stunden in Form einer exzessiven Freinacht zu verbringen. Was mir zwar bestens gelang, sich jedoch am nächsten Arbeitstag eklig rächte. Meine Augenringe waren Ton in Ton mit meiner dunkelblauen Jeans, und meine Frisur sah aus, als käme ich direkt vom grössten Gangbang in Zürich.

Nach Feierabend schleppte ich mich zum Onkel Doktor, der mich auf nächste Woche und einen Hals-Nasen-Ohrenspezialisten verwies. Ihm würden halt die richtigen Instrumente fehlen. So ein Scheiss!

Dass die Geschichte doch noch eine glückliche Wende nahm, verdanke ich ganz alleine meiner Mama. Telefonisch riet sie mir, Brot zu essen. Nachdem sie erlaubte, dieses mit Nutella zu pimpen, folgte ich ihrem Rat. Mit dem dritten Biss verschwand der kleine Scheisser in den Tiefen meines Magens. Ende gut, alles gut, und Mama ist die Beste.

P.S.: Mich jetzt eines Koksunfalls und einer Duschausrede zu verdächtigen, ist verständlich. Aber: Ich kokse nicht. Ist mir einfach zu teuer. Meine Kohle lege ich an. In Schuhe, Dessous und Höschen mit Schlitz im Schritt. Ist einfach nachhaltiger.

play Unverblümt, direkt, abgefahren: Maja (zvr@ringier.ch).

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