Das Zürcher Tierhaus ist 160 Jahre alt Wo Vierbeiner auf ein neues Zuhause warten

ZÜRICH - Besitzerlose Hunde und Katzen sind im neuen Zürcher Tierhaus bestens aufgehoben. Die Pfleger bereiten sie dort artgerecht auf ein Leben bei einem neuen Herrchen oder Frauchen vor.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Vegan, laktosefrei und kalorienarm Kinderärzte warnen vor Diäten-Hype
2 Nintendos neue Konsole 14 Fragen und Antworten zur Switch
3 Auszeichnung Humeau wird mit Kunstpreis ausgezeichnet

Life

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
4 shares
3 Kommentare
Fehler
Melden
Rommy Los, Leiter des Tierhauses Zürich mit Hündin Simba – sie ist ebenfalls zu haben. play

Rommy Los, Leiter des Tierhauses Zürich mit Hündin Simba – sie ist ebenfalls zu haben.

Philippe Rossier

Oft sind Tierheime ein deprimierender Ort. Ein Glück ist das Zürcher Tierheim anders: Das Aushängeschild des Zürcher Tierschutzes feiert dieses Jahr sein 160-Jahre-Jubiläum – und kann sich sehen lassen: Alles ist hell, sauber und auf das Wohl der Tiere ausgerichtet. Das Tierhaus, wie es neu heisst, gilt seit der Eröffnung im Jahr 2015 als modernste Institution der Tiervermittlung in der Schweiz.

Licht, Luft, Baumstämme zum Klettern – ein Büsiparadies

Insbesondere für Katzen gleichen die Räume einem kleinen Paradies – die nächstbeste Option zu einem lieben Zuhause oder einem Feldplatz zum Mausen. Baumstämme bieten Klettermöglichkeiten, erhöhte Schlafplätze Sicherheit, und durch die grossen Fensterfronten können die Vierbeiner beobachten, was draussen im Wald geschieht. Über kleine Treppchen, die aus den Katzenräumen ins überdachte Freie führen, können die Büsi auch selbständig an die frische Luft. Für schwierige Katzen existiert eine zusätzliche Möglichkeit, die es in keinem anderen Heim gibt: der kombinierte Büro-Büsi-Raum. Einzelgänger oder sehr menschenscheue Katzen können sich hier an Zuneigung von Menschen gewöhnen.

Hunde dürfen draussen bleiben

Im Tierhaus sind die herrenlosen Hunde etwas isolierter untergebracht als die Katzen – wegen der Hygienevorschriften. Alles muss abspritzbar und leicht zu reinigen sein. Aber immerhin hat jeder Hund einen Innen- und einen Aussenbereich, zwischen dem er wechseln kann, sowie Kauspielzeug und eine kuschlige Liegegelegenheit. Nach Möglichkeit leben die Hunde nicht allein – das funktioniert, je nach Sozialverhalten der Artgenossen, aber leider nicht bei allen. Praktisch täglich gibt es Spaziergänge, bis zu viermal am Tag Auslauf ins Grüne, zusätzlich üben die Pfleger mit den Hunden Grundgehorsam und die wichtigsten Befehle wie «Sitz», «Platz» oder «Warten». Auch für Streicheleinheiten bleibt Zeit. So stellt der Zürcher Tierschutz sicher, dass seine Büsi und Hunde gut sozialisiert an ihre neuen Plätze kommen.

Königsphytons, Vogelspinnen und Kleinsäuger

Im ersten Stock, neben den Katzenräumen, liegen die Räumlichkeiten für Kleinsäuger. Nagetiere und Exoten seien am schwierigsten zu vermitteln, sagt der Leiter des Tierhauses, Rommy Los (48): «Bei Kaninchen, Chinchillas sowie Königspythons oder Vogelspinnen gibt es leider kaum Nachfrage.» Los bemängelt auch, dass sich Menschen exotische Tiere kaufen, ohne sich über die Haltung und Folgekosten zu informieren. «Wegen des Internets und der Tierbörsen ist es heute viel einfacher, an Exoten zu kommen als früher und nach dem Kauf sind die Leute oft mit der artgerechten Haltung überfordert.» Momentan wartet eine Vogelspinne auf einen neuen Besitzer. Sie ist eins von rund hundert Tieren, die im Zürcher Tierhaus auf ein neues Zuhause hoffen.

Tier adoptieren – wie gehts?

Wer über genügend Zeit für ein Tier verfügt, sollte als ersten Schritt die Webseite tierdatenbank.ch besuchen. Dort sind schweizweit Tiere aufgeführt, die auf einen neuen Besitzer warten. Bei Interesse folgen ein Besuch im Tierheim und die Abklärung, ob der neue Besitzer auch genügend Platz und Zeit für das Tier hat. So stellen die Heime sicher, dass die Tiere an gute Plätze kommen. Nach einigen weiteren Besuchen zur Angewöhnung kann der neue Besitzer das Tier mitnehmen. Die Tiere sind aber nicht gratis: Beim Zürcher Tierhaus kostet die Adoption eines Hundes 440 Franken und einer Katze 290 Franken, Kaninchen sind ab 60 Franken zu haben. Das hat seinen guten Grund: «Wir wollen, dass die Tiere es für den Rest ihres Lebens gut haben – und was gratis ist, wird leider oft nicht wertgeschätzt», sagt Rommy Los.

Publiziert am 08.06.2016 | Aktualisiert am 08.06.2016
teilen
teilen
4 shares
3 Kommentare
Fehler
Melden

3 Kommentare
  • Martina  Hübscher , via Facebook 08.06.2016
    schön zu sehen das die Tiere gut gehalten werden. Auch hoffe ich mehr menschen gehen ins Tierheim und nicht immer über die Grenze hunde holen und kaufen!!!! gibt genug Tiere die ein liebevolles zuhause brauchen hier !!!
  • Alexandra  Weber aus Kloten
    08.06.2016
    Grossen Dank gebührt dem Zürcher Tierhaus.
    Ich hatte 40 Gesellschaftsgeschädigte Hunde - immer grosse - immer 3 oder 4 zusammen - ich weiss was es heisst: viel LIEBE und KONSEQUENZ in der Haltung.
    Bei mir waren sie alle immer frei auf grossem Gelände, auch beim täglichen Spaziergang - jeder durfte seine Eigenheiten haben etc. Es war eine schöne Zeit. Dank sei all den 4-Pfötchen - sie geben uns sehr viel.
    ewz
  • Glas  Flügel 08.06.2016
    Kann ich Elvira zusammen mit Pandora und Penelope haben? ;-)