Das ist wahre Heimat-Liebe

  • Aktualisiert am 03.01.2012

HANNOVER – Britta Oelschläger wollte etwas Einmaliges. Das hat sie nun. Für immer. Sie liess sich den Stadtplan von Hannover auf den Rücken tätowieren.

Einen Delfin aufs Schulterblatt tätowieren? Pah, das hat ja jeder, dachte sich Britta Oelschläger. Sie wollte etwas, das noch niemand hat. Und so dauerte die Suche nach dem perfekten Motiv auch über zehn Jahre.

«Aber egal, welche Idee ich hatte – das gab es schon», sagt die Fotografin. Da besann sich Oelschläger auf zwei Leidenschaften: «Ich bin ein Fan meiner Geburtsstadt und stehe total auf Landkarten und Stadtpläne.» Aus einer Bierlaune heraus habe sich dann die Idee entwickelt. Als Vorlage habe sie sich aus dem Vermessungsamt einen alten Stadtplan besorgt.

Flächendeckend und massstabsgetreu hat sich die Hannoveranerin nun die Karte ihrer Heimatstadt auf den Rücken stechen lassen. Unter dem Nacken prangt in alten Lettern der Schriftzug «Hannover»; ganz unten die Jahreszahl, die auch für das Gründungsjahr ihres Lieblingsclubs Hannover 96 steht.

Rund sieben Stunden hat Oelschläger bisher in dem Tätowierungsstudio zugebracht – knapp zwei für die Schrift und noch einmal fünf für den Stadtplan. Der habe ziemlich wehgetan, vor allem an den Schulterblättern. «Da wollte ich nur noch irgendwo reinbeissen», erinnert sich die 33-Jährige.

Und sie muss für das Kunstwerk noch weiter leiden: «Es wird noch in Braun- und Grüntönen eingefärbt, so wie alte Landkarten aussehen.» Dafür rechnet Oelschläger noch einmal mit fünf Sitzungen. Und falls sie dann noch Lust hat, sollen Wald- und Parkanlagen sowie Herrenhäuser Gärten auf Schultern und Oberarmen folgen.

Normalerweise würde eine solche Tätowierung umgerechnet rund 5000 Franken kosten, doch sie zahlt nur knapp die Hälfte. «Das Tattoo-Studio macht damit Werbung, und im September nehmen wir an einem Wettbewerb teil», sagt Oelschläger, die schon einige kleinere Tattoos trägt. Ihre erste Tätowierung war vor 15 Jahren ein so genanntes Geweih am unteren Rücken. Was damals noch eine Rarität war, «trägt inzwischen jede Zweite».

Die Reaktionen auf das neue Tattoo fallen sehr unterschiedlich aus. «Meine Tochter ist hellauf begeistert», sagt die Mutter von zwei neun und elf Jahre alten Kindern. Anderen gefalle das Motiv nicht, aber sie fänden die Idee gut. Auf alle Fälle hat Britta Oelschläger schon einen Vorsatz für den Sommer: Sie will so oft wie möglich rückenfreie Kleidung tragen. «Wenn ich schon so eine Tätowierung habe, möchte ich sie auch zeigen.»

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