Pervers oder nützlich? Esswaren als Schönheitsmittel Croissant statt Creme

  • Aktualisiert am 19.01.2012
  • Von Franziska Agosti
Hautstraffend: Croissant mit Konfi.- Toini Lindroos

Sie wollen eine schöne Haut, stehen aber nicht gerne vor dem Spiegel? Kein Problem. Jetzt gibt es hautstraffende Schokolade und Gummibärchen.

Schönheit kommt von innen. Im Fall von Beauty Food ist aber nicht die Seele, sondern der Magen gemeint: Schönkost statt Botox lautet die Devise. Nutricosmetics sind laut der Schweizerischen Gesellschaft für Nutricosmetics (SANC) Nahrungszusätze, die auf Nahrungsmitteln basieren und eine kosmetische Wirkung haben.

Sie enthalten zum Beispiel hautstraffende Mittel wie Hyaluronsäure und Kollagen, die «Schönheitsvitamine» A, B, C und E, Spurenelemente und Antioxidantien. So verhilft der Verzehr von Gummibärchen des US-Herstellers Borba (Bild rechts) angeblich zu einem glatten Teint. Die Schleckereien kosten stolze 25 Dollar. Das ist etwa gleich viel wie für eine Haut¬creme, aber die Zeit vor dem Spiegel entfällt.

Schokolade, die von innen und von aussen wirkt, bietet die Firma Phytobase an. Ihr Produkt «Amoriss» (Bild rechts unten) enthält Antioxidantien aus supergesunden Früchten wie Granatäpfeln sowie Resveratrol, das gegen zellschädigende freie Radikale schützt.

«Amoriss» hat einen verjüngenden Effekt, verspricht der Hersteller Phytobase. Die Schoggi kann man essen oder schmelzen und als Anti-aging-Maske ins Gesicht schmieren – das spart Kalorien. Genau wie der vom Schweizer Aromahersteller Givaudan entwickelte Joghurt-Spray «Yogurtene Balance». Er soll den pH-Wert der Haut regulieren.

Wer nicht auf Diät ist, kann ein Croissant mit hautstraffender Confiture verzehren. Gemütliches Frühstück statt Stress im Badezimmer – wer will das nicht?

Essbare Parfums, Schönheitsdrink

Schönheit lässt sich auch trinken. Für den asiatischen Markt entwickelte Coca-Cola «Yokuasa Purun», einen Schönheitsdrink für Frauen mit Ceramiden. Das sind Fette, aus denen die Haut gebildet wird. Asiaten lieben Nutricosmetics.

In Japan gibt es Quarkkuchen mit Kollagen, einem Protein, das die Hautzellen polstert – auch als essbare Parfums in Form von Kaugummis und Bonbons erhältlich. Einmal lutschen, und schon verbreitet sich Rosen- oder Vanilleduft über die Haut.

Dekadent oder nützlich? Über Sinn und Unsinn von Beauty Food streiten sich Experten. Nur in einem sind sie sich einig: Die Power-Stoffe in den veränderten Esswaren helfen nur, wenn sie über eine längere Zeit eingenommen werden. Das geht ins Geld. Wer billig Schönheit essen will, macht sich Karottenbrei mit Olivenöl und Zitronensaft. Auch das ist Beauty Food.

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