Danias Sexkiste: So leiden Intersexuelle
Zwitter, Hermaphroditen, Pseudo-Hermaphroditen, Zwischengeschlechtliche: Wer von Mutter Natur nicht passend ausgestattet wurde, wird von der Medizin passend gemacht. Der Preis ist dabei hoch.
Von Christa Gubler und Dania Schiftan | Aktualisiert um 14:52 | 02.02.2010
Eher selten, doch öfter als bisher angenommen, wird ein Kind geboren, das weder dem einen noch dem anderen Geschlecht zugeordnet werden kann – weil seine inneren und äusseren Geschlechtsmerkmale nicht übereinstimmen.
Sprich: Es sieht zwar weiblich aus, ist genetisch gesehen aber männlich, hat also Hoden statt Gebärmutter und Eileiter. Das Umgekehrte gibt es selbstverständlich auch. In diesen Fällen wird von Intersexualität gesprochen. Wobei dies nur zwei Beispiele für eine Vielfalt von intersexuellen Formen sind: Das Spektrum reicht von der Riesen-Klitoris bis zum Mikro-Penis.
Noch heute werden mittels fragwürdiger Operationen die Geschlechtsorgane solcher Kinder verändert. Durch lebenslange Hormonbehandlungen werden die genitalen Abweichungen weiter korrigiert und so zwangsweise Geschlechtszuweisungen durchgeführt.
90 Prozent der Intersexuellen werden zu Mädchen deklariert, da es einfacher ist, etwas «wegzulassen», als etwas hinzuzufügen. Dass durch diese Operationen das spätere sexuelle Empfinden massiv vermindert oder gar verunmöglicht werden kann, scheint für die Ärzte das kleinere Übel. Auch die teilweise nicht vorhersehbare psychosexuelle Entwicklung wird nicht hinterfragt. Dem Patienten wird stattdessen einfach eine sexuelle Identität aufgepfropft, der sie/er in einer Gesellschaft, in der es nur echte Frauen und wahre Männer geben darf, nicht genügen kann.
Viele Intersexuelle werden traurigerweise nicht über die Ursachen ihrer Andersartigkeit aufgeklärt. Und dies, obwohl die vielen Operationen, jahrelangen Untersuchungen und Folgebehandlungen bei ihnen zahlreiche Fragen aufwerfen. Intersexuellen Menschen wird somit eine klare Identität vorenthalten. Zudem wird ihnen von vielen Ärzten eingetrichtert, mit niemandem über ihre Andersartigkeit zu sprechen. Es mutet schon fast zynisch an, dass diese Mediziner davon ausgehen, ihren PatientInnen mit diesen Methoden zu einem problemlosen Leben verhelfen zu können!
Bleibt zu hoffen, dass in Zukunft die Genitalverstümmelungen an Intersexuellen aufhören und dass es für Ärzte selbstverständlich sein wird, ihre intersexuellen Patienten und deren Eltern aufzuklären und selber entscheiden zu lassen. Und ihnen ausserdem den Kontakt zu anderen Betroffenen zu ermöglichen. Auf diese Weise könnte viel Leid verhindert werden.
Sprich: Es sieht zwar weiblich aus, ist genetisch gesehen aber männlich, hat also Hoden statt Gebärmutter und Eileiter. Das Umgekehrte gibt es selbstverständlich auch. In diesen Fällen wird von Intersexualität gesprochen. Wobei dies nur zwei Beispiele für eine Vielfalt von intersexuellen Formen sind: Das Spektrum reicht von der Riesen-Klitoris bis zum Mikro-Penis.
Noch heute werden mittels fragwürdiger Operationen die Geschlechtsorgane solcher Kinder verändert. Durch lebenslange Hormonbehandlungen werden die genitalen Abweichungen weiter korrigiert und so zwangsweise Geschlechtszuweisungen durchgeführt.
90 Prozent der Intersexuellen werden zu Mädchen deklariert, da es einfacher ist, etwas «wegzulassen», als etwas hinzuzufügen. Dass durch diese Operationen das spätere sexuelle Empfinden massiv vermindert oder gar verunmöglicht werden kann, scheint für die Ärzte das kleinere Übel. Auch die teilweise nicht vorhersehbare psychosexuelle Entwicklung wird nicht hinterfragt. Dem Patienten wird stattdessen einfach eine sexuelle Identität aufgepfropft, der sie/er in einer Gesellschaft, in der es nur echte Frauen und wahre Männer geben darf, nicht genügen kann.
Viele Intersexuelle werden traurigerweise nicht über die Ursachen ihrer Andersartigkeit aufgeklärt. Und dies, obwohl die vielen Operationen, jahrelangen Untersuchungen und Folgebehandlungen bei ihnen zahlreiche Fragen aufwerfen. Intersexuellen Menschen wird somit eine klare Identität vorenthalten. Zudem wird ihnen von vielen Ärzten eingetrichtert, mit niemandem über ihre Andersartigkeit zu sprechen. Es mutet schon fast zynisch an, dass diese Mediziner davon ausgehen, ihren PatientInnen mit diesen Methoden zu einem problemlosen Leben verhelfen zu können!
Bleibt zu hoffen, dass in Zukunft die Genitalverstümmelungen an Intersexuellen aufhören und dass es für Ärzte selbstverständlich sein wird, ihre intersexuellen Patienten und deren Eltern aufzuklären und selber entscheiden zu lassen. Und ihnen ausserdem den Kontakt zu anderen Betroffenen zu ermöglichen. Auf diese Weise könnte viel Leid verhindert werden.
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