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Heute Morgen hat unsere Katze wieder einmal eine Überraschung für uns parat. Modrow schlingt wie ein Scheunendrescher ihre kleinen Fleischstückchen hinunter. Binnen zwei Minuten ist ihr frisch gefülltes Schüsselchen leer. Bislang hatte es das noch nie gegeben. Normalerweise frisst sie allerhöchstens eine halbe Portion, trollt sich dann, hockt irgendwo herum, verdaut, bevor sie sich ein weiteres Mal zum Napf aufmacht, um ein wenig zu naschen und den grossen Rest dann doch lieber eintrocknen zu lassen.
Aber heute schlingt sie eben alles gierig aufs Mal runter … schlabber, schlabber … mit Heisshunger … dann maunzt sie und streicht uns um die Beine. «Sie will noch mehr», stellt Gaby fest.
Warum sich unsere Katze anders verhält als sonst? Warum sie ausgerechnet heute so einen Bärenhunger hat? Wir wissen es nicht. Sie bekommt jeden Tag Feuchtfutter einer anderen Marke und Geschmacksrichtung. Vor drei oder vier Tagen hat sie dasselbe Futter auch bekommen und – wie sonst auch – häppchenweise gefressen. An der Marke also kann es nicht liegen, an der Geschmacksrichtung auch nicht.
Überhaupt sind Katzen keine Fashion Victims, und der Spruch «Katzen würden dies und jenes kaufen» stimmt hinten und vorne nicht.
«Katzen würden gar nichts kaufen», stellt Gaby kategorisch fest, «sie würden sich höchstens in irgendein Herz schmusen und damit rechnen, dass irgendwer die Füllung der Näpfe übernimmt.»
Welche Zigaretten Modrow rauchen würde, wenn sie könnte? «Egal welche. Eine lange Zigarettenspitze müsste aber sein», antwortet Gaby, «das ist aber schon sehr theoretisch.» Gaby scheint wenig Spass an solchen Gedankenspielen zu haben.
Und doch: Welches Auto würde Modrow fahren?
«Gar keines. Jedes Motorengeräusch macht ihr Angst. Und jetzt hör auf mit dem Blödsinn. Modrow ist eine Katze. Es würde ihr nie in den Sinn kommen, irgendwelchen Marken oder Produkten hinterherzuhecheln.»
Was braucht Modrow für ihren Komfort? Gucci und Prada? Sie hat doch ihren eigenen Pelz! Und zum Kuscheln ihr Schaffell. Das würde sie, glaube ich, nie freiwillig hergeben.
Und noch etwas würde Modrow nie ändern: Sie würde uns, selbst wenn sie es sich aussuchen könnte, niemals verlassen, immer mit uns leben wollen. Es gibt schliesslich keine lieberen Menschen für kleine, schwarze Katzen, die Modrow heissen. Wir sind eine tolle Marke! Oder, Gaby?
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