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«Hast du Modrow schon mal schnarchen gehört?», fragt Gaby.
«Nein.»
Gaby hat mal wieder Recht: Katzen schlafen geräuschlos. Schnarchen kennen sie nicht. Und Albträume auch nicht. Oder hat schon jemals irgendwer eine Katze schreiend aus dem Schlaf aufschrecken gesehen?
Dabei haben unsere liebsten Stubentiger einen leichten Schlaf. Kaum je liegen sie bewegungslos da. Immer regt sich bei ihnen ein Ohr oder die Spitze des Schwanzes oder eine Auge ist halb geöffnet. Immer bleiben sie aufmerksam. Selbst wenn sie schlafen, hat es den Anschein, als liessen sie ihre Umwelt nicht ausser Kontrolle.
Modrow habe ich nur wenige Male – und immer nur ganz kurz – im Tiefschlaf beobachten können. Sie sieht in solchen Momenten äusserst verletzlich aus.
Von Gaby und mir hat sie jedoch nichts zu befürchten. Ich darf sie sogar am Bauch kraulen, wenn sie schläft. Gaby würde sich das – zu Recht – nicht trauen.
Schläft Modrow bei uns im Bett, dann merke ich das immer erst in den Morgenstunden, wenn ich mich halb wach noch einmal umdrehe. Dann tut die Decke meist nicht, was ich will, weil Modrow draufliegt. Meine Bewegungen kümmern die Katze aber gar nicht. Sie liegt da, eingeringelt, friedlich vor sich hinbüselnd. Erst wenn ich rabiatere Methoden anwende, um die Oberherrschaft über meine Decke wiederzuerlangen, blickt Modrow auf und sucht dann das Weite. Sie macht keinen Laut, protestiert nicht, flüchtet lieber in aller Stille.
Kurz gesagt, wir können Ernest Hemingway Recht geben, wenn er meint: «Katzen erreichen mühelos, was uns Menschen versagt bleibt: durchs Leben zu gehen, ohne Lärm machen.»
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