Romano Spadaro (63) war sich gewohnt, mit der grossen Kelle anzurichten. Sei es als Geschäftsführer der Fiat-Tochter Iveco, wo er als Chef von 2500 Angestellten 750 Mio. Euro Umsatz erreichte. Und zuvor als Präsident von GC – wo er das Budget auf 30 Mio. Fr. hochfuhr, mit dem Verein an die Börse ging, als erster Schweizer Klub zweimal in der Champions League (1995 und 1996) für Schlagzeilen sorgte. Und dann den Verein mit einem Minus von 15 Mio. Fr. verliess.
Jetzt ist der Betriebswirt auch privat ganz unten. Im Mai 2011 ist der Konkurs gegen Spadaro und seine Consulting-Firma eröffnet worden (BLICK berichtete), nun kommt seine Villa am Buckweg 10 in 8426 Lufingen (nahe Kloten) unter den Hammer. Die Versteigerung von Spadaros Anwesen findet am 16. Februar statt.
1168 Quadratmeter Gebäudegrundfläche, dreistöckiges Haus, Indoor-Pool, dessen Glasfront nach aussen geöffnet werden kann. Alles an bester Lage. Und als BLICK das Objekt gestern Mittag besichtigt, ist von Fluglärm nichts zu hören.
Das Konkursamt schätzt die Villa auf 3,5 Mio. Franken.
Ob das reicht, alle Gläubiger von Spadaro zu befriedigen? Das darf bezweifelt werden. Denn Spadaro ist anscheinend dem deutschen Hochstapler Volker Flick (49) auf den Leim gekrochen. Der gab sich als Verwandter von Friedrich Flick († 1972), dem Hauptaktionär von Auto-Hersteller Daimler-Benz, aus.
Kloten und Nachwuchs-Pilot haben Millionen nie bekommen
2009 wollte Spadaro mit Flick den FC Bologna kaufen. Im März 2010 zeichneten Flick und Spadaro, damals Verwaltungsratsmitglied der Kloten Flyers, für 1,225 Mio. Fr. Aktien der Flyers. Auf das Geld wartet der Hockey-Klub noch heute…
Flick und Spadaro versprachen dem Schaffhauser Nachwuchs-Piloten Christopher Zanella einen Platz in der Formel1. Für die Zanella AG zeichnete Flick (auf Vermittlung von Spadaro) Aktien im Wert von 960 000 Franken. Geld floss (natürlich) nie.
Das soll sich nun ändern. Wer die Villa des ehemaligen GC-Präsidenten erwerben will, muss laut Konkursamt Embrach mindestens 350 000 Franken in bar oder mit Bankcheck (ausgestellt von einer Bank mit Sitz in der Schweiz) bezahlen. Morgen kann das Objekt (von 13 bis 16 Uhr) besichtigt werden.