Peinlicher Sex-Unterricht Aufklärung ist kein Höhepunkt

Liebe, Sex und sexuelle Gesundheit: Was dazu an Schulen gelehrt wird, ist oft negativ, überholt, peinlich, so eine Studie.

Aufklärungsunterricht an Schulen weltweit lässt zu wünschen übrig play

In der Sexualkunde wollen Schüler keine moralischen ­Ansprachen.

Keystone
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Gesundheit

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Eine Studie, die in zehn Ländern durchgeführt wurde, ergab, dass es Lehrern oft peinlich ist, über Sex zu reden und Schüler überholte, negativ gefärbte Informationen erhalten, so das Magazin «BMJ Open».

Jugendliche kritisieren Unprofessionalität der Lehrer

Den Lehrern scheint das Thema selbst unangenehm, sie besprechen es daher absichtlich abstrakt und wissenschaftlich, als wäre es nicht anders als Biologie.

In gemischten Klassen genieren sich Jungen, wenn sie selbst noch kaum sexuelle Erfahrung haben – und stören den Unterricht deswegen absichtlich. Die Mädchen fühlen sich davon belästigt und abgewertet.

Sex wird als Problem dar­gestellt, nicht als sinnliches, schönes Erlebnis. Vieles ist stereotyp: Frauen seien ­sexuell passiv, Jungen aggressiv. Seltenere Varianten wie Homo-, Bi- oder Transsexualität kommen kaum vor.

Dass viele Schüler längst selbst sexuell aktiv sind, scheinen die Schulen nicht akzeptieren zu wollen. Der Unterrichtsstoff hat oft nichts mit der Lebensrealität der Schüler zu tun, die Diskussionen sind wenig relevant.

55 Studien flossen in der Befragung zusammen – aus unterschiedlichen Ländern wie Schweden, Iran, Grossbritannien, Australien und den USA. Die Klagen der Schüler waren jedoch überall ähnlich.

Häufig kritisierten sie auch moralische Ansprachen durch die Lehrer und die Forderung, enthaltsam zu bleiben. Was sie sich dagegen mehr wünschen: Hinweise auf Beratungsstellen, was bei einer unerwünschten Schwangerschaft zu tun sei, Vor- und Nachteile von Ver­hütungsmethoden und mehr zu den Gefühlen, die erste sexuelle Beziehungen begleiten.

Publiziert am 15.09.2016 | Aktualisiert am 16.09.2016
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11 Kommentare
  • Marc  Heusser aus Zürich
    15.09.2016
    Hier übrigens der lesenswerte Originalartikel zum Herunterladen - leider nur auf Englisch, aber gegebenenfalls hilft google translate.
    http://bmjopen.bmj.com/content/6/9/e011329.full.pdf+html
    Mit 16 sind die Jugendlichen auch gesetzlich frei, Ihre Sexualität zu leben wie und mit wem sie wollen. Dieses Thema ist sehr kraftvoll emotional - darum wollen Jugendliche darüber Bescheid wissen. Es ist der letzte Schritt in der Entwicklung - das heisst auch Ablösung von den Eltern, fällt beiden schwer.
  • willi  Frischknecht 15.09.2016
    Darum war mein Aufklärungsunterricht das Lesen der Bravo.
    Aufklärungsunterricht in der Schule, mag mich gar nicht mehr erinnern, glaube haben sie vergessen und die Eltern ...
    Du weisst doch schon alles.. und sonst frage einfach.. Das war es dann.

    Danke liebes Dr. Sommer Team
  • Wolf  Müller , via Facebook 15.09.2016
    Es ist für den Lehrer ein Minenfeld. Wenn man es dann so durchführt, wie es oben verlangt wird, dann fallen einem garantiert Eltern oder andere in den Rücken. Darum: in der schule nur das biologische durch die Lehrperson unterrichten lassen. Den Rest durch externe Spezialisten oder zu Hause.
    • Marc  Heusser aus Zürich
      15.09.2016
      Genau: Ein Lehrer hat in diesem Fall, wenn es um mehr als biologische Fakten geht, - und das sollte es –, nicht die best geeignete Rolle, wenn es die eigene Klasse ist, unabhängig von seinen Fähigkeiten.
  • hertig  reinhard aus GIBSWIL
    15.09.2016
    es ist nicht Sache der schule, also des Staates, kindern sexlust zu vermitteln.
    • Sascha  Klanke aus Pr. Oldendorf
      15.09.2016
      Fragestellung nicht verstanden oder selber ein problematisches Verhältnis zur Körperlichkeit?
    • Marc  Heusser aus Zürich
      15.09.2016
      Tut sie nicht - hier geht es darum, den vielen Informationen zB aus dem Internet verlässliches Wissen entgegenzusetzen.
      Sexualpädagogik ist professionelle Gruppenarbeit zum Thema Sexualität mit einer klaren pädagogischen Zielsetzung, die das Verbinden von Informations- und Handlungsebene ermöglicht. Sie ist in den Lehrplänen der Kantone verankert.
      Es ist wichtig zu wissen, was mit dem eigenen Körper und Seele geschieht in der Entwicklung, und wie man sich und andere schützt und Sorge trägt.
    • Peter  Meier 15.09.2016
      Unsere ganze Gesellschaft würde viele spätere Folgekosten sparen, wenn Eltern UND Schule von Anfang an einen kommunikativ offenen, entspannten Umgang mit Sexualität pflegten. Es ist halt nun mal so, dass diese etwas vom Wichtigsten in unserem Leben ist ... Und erst noch nichts Unangenehmes.
  • Peter  Meier 15.09.2016
    Mir 14 wissen die Teenies doch mehr als der alte Lehrer, der beim Sex noch das Licht ausgemacht hat.
    • Peter  Meier 15.09.2016
      Flotter Spruch. Aber erstens sehr klischiert (es gibt wohl einige "alte Lehrer" und -innen, die Ihnen Sachen erzählen könnten, die Sie mit den Ohren wackeln lassen) und zweitens: Es gibt auch viele junge Lehrerinnen.
    • Ruedi  Lais aus Wallisellen
      16.09.2016
      "alte" Lehrer waren Anfangs der 70er Jahre 20jährig. Es war die Zeit der "freien Liebe" ohne Angst vor AIDS haben zu müssen, die Pille war aber schon üblich. Glauben Sie mir, diese Lehrer waren freier als viele heutige Teenager und sind es vielleicht heute noch.