Forschungen beweisen Der falsche Nachbar macht krank

Es ist ein Klischee, doch wahr daran ist viel: Viele Konflikte entstehen am Gartenzaun. Forscher wollen jetzt herausgefunden haben, wer mit wem am besten zurecht kommt.

Zu Risiken und Nebenwirkungen von Nachbarn fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker – oder lesen Sie den Artikel. play

Zu Risiken und Nebenwirkungen von Nachbarn fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker – oder lesen Sie den Artikel.

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Gesundheit

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Schweizer verstehen sich untereinander recht gut. Es sei denn, sie sind Nachbarn. Gleich hinter der Grundstücksgrenze beginnt die Kampfzone.

So harmlos der Anlass für Streit oft ist (BLICK berichtete von einem Streit wegen eines Güggels), so gnadenlos wird er ausgetragen.

Des Themas Nachbarschaft haben sich Forscher des Instituts für soziale Arbeit der Fachhochschule St. Gallen angenommen. Ihre Frage: Schafft die räumliche Nähe als Nachbar automatisch auch soziale Nähe?

Um herauszufinden, wie sich verdichtetes Wohnen auf Menschen auswirkt, befragten sie Nachbarn im St. Galler Rheintal und in Österreich. Fazit: Sozi­ale Durchmischung ist kein Patentrezept gegen Nachbarschaftsstress. Denn je ähnlicher sich Nachbarn sind – etwa bei Bildungsstand, Generation und Einkommensklasse –, umso leichter knüpfen sie Kontakte.

«Das bedeutet jedoch nicht, dass nur Einheitsquartiere die richtige Lösung für eine fried­liche Nachbarschaft sind», sagt Forscherin Bettina Brüschweiler (42).

Streit unter Nachbarn gibt es wohl, seit der erste Nomade ein Stück Land einzäunte und Ackerbau zu betreiben begann, anstatt zu jagen.

Mit der fortschreitenden Entwicklung der Gesellschaft interessierten sich auch Soziologen für das Problem. «Nicht nur die Stadtbezirke begrenzen einander, sondern auch die Einwohner üben gegenseitige Wirkung aus», schrieb Georg Simmel.

Der deutsche Soziologe erkannte schon 1903 das Phänomen des Nachbarschaftseffekts: Das Viertel, in dem jemand wohnt, beeinflusst die Lebenschancen – unabhängig davon, wer man ist und wie man lebt.

Das gilt bis heute. Kanadische Forscher haben 8500 Kinder, die zwischen 1992 und 1994 geboren wurden, begleitet und erkannt, dass diejenigen, die in sozial schwächeren Quartieren aufwuchsen, deutlich öfter ins Krankenhaus mussten.

Eine US-Studie zeigte, dass Jugendliche unabhängig von der Ausbildung bessere Jobs bekamen, wenn sie in einem besseren Quartier lebten. Andererseits ist gewaltbereiter, wer im Quartier Gewalt erlebt. Auch Forscher in den Niederlanden wiesen mit 17 800 Schulkindern den Nachbarschaftseffekt nach.

Müsste also nicht eine Durchmischung der sozialen Schichten in der Nachbarschaft zu besseren Chancen führen? Gut möglich – wenn wir den Streit am Zaun nicht scheuen.

Publiziert am 21.06.2015 | Aktualisiert am 21.06.2015
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Worüber wir am liebsten streiten

Die häufigsten Streitereien entstehen im Garten: über wild wuchernde Hecken, den Rauch beim Grillieren und Kinder, die beim Eindunkeln herumtollen. In Mehrfamilienhäusern nerven laute Musik und Arbeiten mit der Bohrmaschine. Auch beliebte Streitgründe: bellende Hunde, Katzen, die das Beet zum Klo machen. Und lauter Sex am Morgen.

21 Kommentare
  • Karin  Schwegler 22.06.2015
    Wir streiten mit einem Nachbar seit fast 2 Jahren wegen eines Baumes der seut 35 Jarhen da stand, also bevor er einzog. Und dies weil sein Rasenroboter mit Blättern Probleme hat. So erpresst er uns dass er eine Gartenhecke auch auf 1.5m haben will wenn der Baum nicht wegkommt. So schneiden wir die nun die Hecke und der Baum bleibt. Den Gefallen mache ich sicher nicht. Pensioniert, zu viel Geld und keine Hobbys ausser sich über 3 Blätter ärgern.
  • Benjamin  Studer 22.06.2015
    Wie Wahr, Ich Wohnte Auch In Einem Quartier. Der Nachbar-CH war/ist ein Abssoluter Provokatör, der Die Meinung Vertrit, Er Dürfe Alles und Die Anderen Garnichts. Jetz Sitze Ich Auf einem 5-1/2 Zimmer Haus, Das Ich Nie Mehr Verkaufen Kann. Ich Könnte es Nur Noch an Das Soz Amt Verschenken. Ein 365Tage-Suffkopf, Desen Einziger Lebenszweck es Ist Das Quartier zu Terrorisieren. In 10J habe ich schon über 40mal Die Polizei Gerufen. Ich Konnte es Da Einfach Nicht Mehr Aushalten. Nun ist es ein LagerH.
  • werner  widmer aus russikon
    22.06.2015
    Der Streit beginnt immer dann, wenn einer sein Recht überdehnt und sich mit der gefundenen Situation nicht abfinden will. Es folgt dann Zug um Zug. Leben und leben lassen nur solang man den Vorteil hat. Dass man immer im Recht ist, ist natürlich klar.
    • helen  hilfiker aus bern
      22.06.2015
      Nein, lieber Herr Widmer - Streit beginnt auch ohne Ueberdehnung des Rechts: Alleine der Anblick einer fremden Person kann unbewusste, verdrängte Aengste wecken, so dass diese einfach niedergemacht werden muss. Und der Angegriffene ist oft genug ohnmächtig, weiss nicht, wie ihm geschieht - was den Angreifer noch mehr herausfordert. - Die Stirne bieten oder nicht? Den Weg der Rechtsprechung wählen? Die Kosten? In jedem Fall brauchts Nerven!
      Henry Miller sagte: "Jeder Krieg ist eine -

  • Salomon  Rittergold aus Lausanne
    22.06.2015
    Obwohl oder gerade deshalb, weil ich in einem Motorradklub bin mit Abzeichen am Rücken lieben mich mein Nachbarn sehr und umgekehrt. Komme ich spät nachts heim, stelle ich den Motor meiner Harley immer frühzeitig ab und lass das Moped im Leerlauf die Strasse entlang gleiten bis vor mein Haus. Sowas kommt gut an.
  • Karen  Mind 21.06.2015
    Wir hatten den Herr Pfarrer als Nachbarn und erlebten die Hölle. In der Kirche jeden Sonntag fromm beten und unter der Woche hatte das Quartier Schickane, Mobbing und Hölle pur. Wir sind dann umgezogen und haben seit jetzt seit 10 Jahren die lässigsten Nachbarn die es geben kann. Hoffentlich bleibt es so.