Alles im Griff Klettern macht fit

Klettern in der Halle ist längst keine Randsportart mehr. Es verbindet Fitness mit Spass. Auch bei schlechtem Wetter.

 Kletterhallen in der Schweiz: der neue Fitness-Trend play

Immer die Wand hoch: Bouldern ist Klettern für Anfänger ohne Seil.

Philipp Bär
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Gesundheit

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Fitness-Trend: Klettern

Wer Fitnessstudios hasst und seine Kraft und Fitness auf gesunde Weise steigern will: Klettern ist eine kluge, überlegenswerte Alternative. «Denn Klettern ist ein komplexer Kraftsport und trainiert allen voran die Muskeln im Bereich des Oberkörpers», sagt Thomas Georg, der seit zwanzig Jahren in Lenzburg AG eine Kletterhalle betreibt.

Die neuen Kletterhallen in der Schweiz

In der Schweiz stehen mittlerweile über 20 solche Kletterhallen für sportbegeisterte Himmelsstürmer parat: Die Kraxelei in der Halle entwickelt sich zusehends zum Breitensport. Allein Thomas Georg zählte im vergangenen Jahr in seiner Lenzburger Halle rund 100'000 Eintritte.

Wer mit der Kletterei beginnt, wird nach dem ersten Training vor allem seine Unterarme spüren. «Novizen bekommen nach den ersten Versuchen an Körperstellen Muskelkater, von denen sie vorher nicht mal wussten, dass es dort Muskeln gibt», meint Georg lachend. Denn an der Kletterwand muss man jeden Muskel zwischen Zeh und Fingerspitze einsetzen.

Mittlerweile sind rund die Hälfte der Besucher der Aargauer Freizeitanlage sogenannte Fitnesskletterer, die sich vor allem die Boulderhalle, die seillose Freikletterhalle (siehe Kasten), zum Ziel nehmen. «Statt zu joggen, kommen sie in der Mittagspause zu uns», erzählt der Indoorkletterpionier. An der Wand zeige sich dann sofort, wer Erfahrung mitbringt. «Anfänger klettern vor allem mit den Armen und hangeln sich von Griff zu Griff», so der Experte. Aber Klettern sei nicht Hangeln, sondern Stehen: Man schiebt sich mit den Beinen nach oben.»

Stehen in einer überhängenden Wand? Dazu ist eine gute Körperspannung erforderlich – und der sichere Kontakt von der Fussspitze zum Fels. Das braucht etwas Übung und die richtigen Kletterfinken. Thomas Georg: «Wer etwas erreichen will, sollte mindestens zweimal pro Woche bouldern.»

Klettern ist sicherer als andere Indoor-Sportarten

Der Weg nach oben stählt nicht nur die allgemeine Fitness und die Kondition, sondern verbessert auch das Gleichgewicht und vor allem die Koordination im Raum. «Klettern regt die Hirnfunktionen an – und wird deshalb sogar im Reha-Bereich oder bei älteren Menschen mit beginnender Demenz eingesetzt», sagt der Experte. Und eine Trainingsstunde verbrennt je nach Intensität mehr als 500 Kilokalorien – was etwa einer Tafel Schokolade entspricht.

Die Kletterei in der Halle ist darüber hinaus eine ausgesprochen sichere Sportart. Zumindest sagt das Dr. Volker Schoffl vom Klinikum Bamberg in Deutschland. Schoffl verfasste eine Studie mit mehr als 500'000 Besuchern einer Kletterhalle. In fünf Jahren verunfallten nur gerade 30 Personen. «Kletterer verletzen sich oft an Fingern und Händen», so der Arzt der deutschen Kletter-Nati. Klettern sei sicherer als Badminton oder andere Indoor-Sportarten und vor allem viel sicherer als Kontaktsportarten. «Natürlich», fügt er an, «ist das Risiko von Unfällen immer vorhanden.»

Mehr Infos: www.kletterportal.ch

Publiziert am 26.01.2015 | Aktualisiert am 27.10.2016
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Alles in der Halle: Klettern in Varianten

Bouldern
Das Klettern ohne Seil und Gurt. Hier erklimmt man eine drei bis fünf Meter hohe Kletterwand sozusagen als Fitnesssport. Trotz fehlender Seil-Sicherung muss man sich nicht vor einem Sturz fürchten, im Boulderbereich ist der Boden mit dicken Matten gepolstert. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Toprope
Hier wird ein Sicherungsseil am Ende der Kletterwand-Route auf einer Umlenkung montiert. Der Sportler muss sich zu Beginn einzig am Klettergurt einhaken. Diese Version eignet sich prima für Anfänger. Wichtig: Um für andere korrekte Sicherungsarbeit zu leisten, ist zwingend eine Ausbildung nötig.

Vorstieg
Die Königsdisziplin an der Wand! Beim Erklettern einer Route klinkt der Sportler sein ­Sicherungsseil in sogenannte Zwischen­sicherungen ein, die auf dem Weg nach oben in regelmässigen Abständen angebracht sind. Da in dieser Variante das Sicherungsseil von unten (und nicht wie beim Toprope von oben) zum Kletterer läuft, wird bei einem Sturz je nach Höhe viel Energie frei. Der Absturz muss folglich durch eine Sicherungsperson aufgefangen werden. Das Vorstiegsklettern ist sehr anspruchsvoll, ­daher müssen sowohl die Sicherungsperson als auch der Kletter entsprechend ausgebildet sein.

3 Kommentare
  • Michael  Keller aus Baden
    26.01.2015
    Leider sind die Kletterhallen komplett überlaufen. Dies ist nicht nur mühsam, sondern auch gefährlich. Ansonsten eine super Sportart.
  • Andreas  Kaufmann 26.01.2015
    Ich kann das Klettern wirklich nur empfehlen und danke der Redaktion für den positiven Artikel.

    Nur der Titel zum Bild würde ich gerne korrigieren: Bouldern ist eine eigene Disziplin und wird auch von Profis nicht nur zum Training ausgeübt.
    Natürlich kann ein Anfänger ohne Vorkenntnisse mit Bouldern beginnen, doch gerade Anfänger werden nach 10 Minuten im Boulderraum ausgepowert sein. Daher ist es für Anfänger viel interessanter eine leichte Route zum Hallendach zu bewältigen!
  • Tom  Schweizer 26.01.2015
    Klettern mag eine sehr gute Sportart sein, auch für Anfänger. Aber es zerstört die Haut and den Händen. Für mich als leidenschaftlicher Masseur ein absolutes No-Go.