
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Das Klischee: Die Kunst der Verführung, so die gängige Meinung, ist bloss am Anfang einer Liebe gefragt, wenn man um jemanden wirbt. In langjährigen Beziehungen aber wird sie hinfällig. Schliesslich hat der andere Ja zur gemeinsamen Liebe gesagt – und das schliesst mit ein, dass man sich so nimmt, wie man ist. Und einander attraktiv, liebenswert und sexy findet.
Das sagt dazu BLICK-Expertin Dania Schiftan:
Es ist zwar schön, wenn Liebende am Anfang füreinander Feuer und Flamme sind. Man muss das Feuer aber unterhalten und Zündstoff nachlegen, sonst wird es schnell kleiner- oder es erlischt ganz. Viele vergessen das und sehen ihre Partnerin, ihren Partner als Selbstverständlichkeit, leben ihre Schwächen ungefiltert aus, kritisieren, grollen, streiten nonstop. Erstaunlich, womit wir uns selber als Liebesobjekt unattraktiv machen.
Dabei will man auch in langen Beziehungen immer wieder aufs Neue verführt und erobert werden – für die Mithilfe im Haushalt ebenso wie für die heisse Liebesnacht. Denn jeder schätzt das Gefühl, speziell, attraktiv und liebenswert zu sein – und dass das, was man gibt, nicht selbstverständlich ist. Dazu genügt schon ein Dankeschön oder ein nettes Kompliment.
Die Partner möchten überdies regelmässig daran erinnert werden, weshalb sie dem andern einst ihr Jawort gaben. Will heissen: Nur wer sich pflegt und stetig Energie in seine Stärken investiert, bleibt begehrens- und damit verführenswert. Kleine Freuden und wache Ohren steigern die Attraktivität übrigens immens.
Freilich sind wir keine Heiligen, und Krach muss manchmal sein. Doch: Wie US-Paartherapeut John Gottman erkannt hat, verlangt jede Nörgelei nach fünf Nettigkeiten, will man diese neutralisieren. Wer die Formel hochhält, hält das Feuer aber am Lodern.