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Viele Paare kommen zu mir in die Praxis mit einem grossen Wunsch: Sie wollen mehr Sex in der Beziehung. Auf meine Frage, warum sie mehr Sex wollen, erhalte ich meist die kurze Antwort: «Weil mit uns etwas nicht stimmt!»
Diese Paare fühlen sich unter Druck, weil auch sie die Meldungen in Zeitschriften und Zeitungen immer wieder lesen, wonach Durschnittspaare pro Woche mindestens einmal Sex haben. Ergo: Wer weniger hat, ist nicht normal, glauben sie und fühlen sich unter Druck gesetzt.
Die Folge: Paare zwingen sich zu mehr Sex, auch wenn sie gar keine Lust haben. «Du Schatz, wir haben schon lange nicht mehr und sollten mal wieder», heisst es dann oft vor dem Einschlafen im Bett.
Das ist Antiverführung pur. Der Ablöscher schlechthin. Ein Teufelskreis entsteht. Logisch, dass darauf kein befriedigender Sex folgt. Die Zeit vergeht und das Paar verlernt die Lust am erotischen Spielen und die Freude am Sex.
Es klingt abgedroschen, aber ist so: Nicht die Quantität ist wichtig, sondern die Qualität. Das gilt auch beim Sex.
Diese Paare müssen wieder Freude und Spass an ihrem eigenen Körper und an jenem des Partners entwickeln. So erobern sie sich den Genuss zurück – das pure Gegenteil von Pflichterfüllung.
Ob man dreimal in der Woche Sex hat oder nur einmal im Monat ist grundsätzlich nämlich völlig egal.