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Hingucker für Männer. Doch der Porno-Werbemarkt will auch vermehrt Frauen ansprechen. (Stock.xchng)
Kaum wurde im 19. Jahrhundert der Film erfunden, gab es erste Sexstreifen. «Le Coucher de la Marie» von 1896 zum Beispiel zeigte Mademoiselle Louise Willy beim Striptease. In den Anfangszeiten liefen Erotikfilme durchaus im normalen Kino.
Zitternde Körper, lautes Stöhnen, riesige Schwänze, willige Frauen und am Schluss ein Cum-shot, das Abspritzen ins Gesicht der Frau. Heute dominiert dieses die Pornofilme, meist mit nur wenigen Variationen. Und die Industrie verdient gut daran. Allein in den USA macht «Pornywood» geschätzte 10 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr.
Männerfilme
Sex-Filmer haben sich ganz auf die Männer eingeschossen. Mann lässt sich von Bildern leichter erregen – und scheint direkten, schnellen Sex ohne Romantik zu mögen.
Dabei können erotische Filme auch Frauen oder Paare ansprechen. Sie befriedigen das Voyeuristische in uns und können Inspiration fürs eigene Sexleben sein. Doch es gibt offensichtlich eine Diskrepanz zwischen dem natürlichen Bedürfnis der Menschen und dem effektiv vorhandenen Material.
Das war nicht immer so ausgeprägt der Fall: In den 1970er-Jahren liefen Sexfilme und Pornos in den Kinos und erhielten auch mal eine Kritik in der «New York Times». In Erotikfilmen wie «Lady Chatterley» oder der «Emmanuelle»-Reihe haben Generationen von Teenagern das erste Mal heisse Küsse, Sex und ein bisschen nackte Haut gesehen.
Wie das heute im Zeitalter der Handybilder aussieht, erforscht übrigens momentan Marie-Lou Nussbaum in einer Studie. Lustvolle Erfahrungen mit «Emmanuelle» und Co. hat auch Hollywood-Regisseur Quentin Tarantino («Pulp Fiction») gemacht. Er ist ein grosser Fan der Softpornos aus den 1970er-Jahren. Und will jetzt selber einen drehen.
Auch wenn es Sexfilme nicht zurück auf die grosse Leinwand schaffen: Pornofilmer wollen vermehrt Frauen ansprechen. Mit ästhetischer Filmsprache und erotischem Sex. Zum Beispiel die dänische Firma Innocent Pictures, an der Dogma-Filmer Lars von Trier beteiligt ist. Wenn Kunst auf Sex trifft, schauen nicht nur Frauen gerne hin.