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Die Gesellschaft erwartet von einem Mann, dass er männlich ist. Sprich: Er soll sich durchsetzen und behaupten können. Schon als kleiner Junge auf dem Schulhof, später dann im Arbeitsleben. Männer stehen unter dem ständigen Druck, diesen etwas fraglichen gesellschaftlichen Forderungen zu entsprechen. Und die gleichen Forderungen werden auch beim Sex gestellt. Ein Mann und sein kleiner Freund müssen immer einsatzbereit sein. Auf Knopfdruck soll es mit der Erektion klappen.
Nur in einem Fall ist alles ganz anders: bei der «Morgenlatte». Sie wird als mühsam empfunden. Fast jedem pubertierenden Jungen passiert es mal, dass die Mutter morgens auf Weck-Mission ins Zimmer kommt und ihn «damit» erwischt. Aus «Morgenlatte» wird in diesem Moment «Peinlichlatte». Das Frühstück wird danach meistens stumm eingenommen. Auch später findet kaum ein Gespräch darüber statt.
Etwas schade ist das schon, denn die allmorgendliche Erektion ist eigentlich etwas Wunderschönes. Die Erektionen, die Männer nachts oder frühmorgens bekommen, nennt man «Spontanerektionen». Pro Nacht treten sie etwa vier- bis fünfmal auf. Der Körper testet damit, ob noch alles richtig funktioniert. Die «Morgenlatte» ist also ein Beweis für Männlichkeit und Mann kann stolz auf sie sein.