Sex gebe es nur noch alle zwei bis drei Monate schreibt Leser Andreas unserer Sex-Beraterin Caroline Fux.
Meine Frau (32) und ich (30) sind seit sechs Jahren verheiratet. Seit der Geburt unseres Sohnes vor drei Jahren haben wir viel weniger Sex. Wenn wir Sex haben, was etwa alle zwei bis drei Monate der Fall ist, ist es immerhin sehr schön. Wir haben dann ein ausgedehntes Vorspiel, bei dem meine Frau auch richtig Lust auf Sex bekommt. Geht es aber darum, dass ich öfter Sex möchte, ist das Gespräch schwierig. Meine Frau redet nicht gerne über das Thema, hat mir aber gesagt, dass sie Sex einfach nicht braucht. Heisst das, dass ihr der Sex doch nicht gefällt? Was kann ich tun, damit es öfter klappt? Andreas
Lieber Andreas
So wie euch geht es vielen jungen Eltern, vielleicht sogar den meisten. Mit der Ankunft eines Kindes verändert sich der Alltag schlagartig. Ihr braucht beide viel Energie, und gerade Frauen vermiest Stress oft die Lust. Dass du dich für eure Sexualität einsetzt, finde ich gut und wichtig. Jetzt gilt es, für eure Bedürfnisse Lösungen zu finden, die für beide stimmen. Baut darauf auf, dass ihr immer noch schönen Sex zusammen habt, auch wenn er seltener geworden ist. Das ist etwas, das nicht alle Paare als Trumpf in der Hand haben.
Sag deiner Frau offen und in einem ruhigen Moment, dass dir euer Sex gefällt und dass du gerne öfter mit ihr schlafen möchtest. Lass dich nicht abwimmeln. Auch wenn es kein Thema ist, wo du mit Druck weiterkommst, so habt ihr doch als Paar die Verpflichtung, dass ihr euch um gemeinsame Themen kümmern und euch in Beziehungsangelegenheiten einigen müsst. Und zwar auch, wenn die «Not» beim einen grösser ist als beim andern.
Ich denke nicht, dass dich deine Frau anlügt, wenn sie sagt, dass ihr euer Sex gefällt. So wie du die Situation beschreibst, fehlt bei ihr einfach die «Initialzündung» für Sex. Habt ihr erst mal angefangen, kommt auch die Lust. Genau wie du es beschreibst. Das gibt es doch oft im Leben, dass man zuerst keine Lust auf etwas hat. Ist man erst mal dabei, macht es dann doch Spass.
Ich empfehle euch, im Alltag möglichst viele Paarinseln zu schaffen, in denen ihr euch näherkommen könnt. Als junge Eltern müsst ihr so oder so doppelt darauf achten, dass ihr als (Liebes-) Paar nicht zu kurz kommt. Organisiert euch Abende, an denen Eltern, Schwiegereltern oder ein Babysitter auf den Kleinen schauen. Geht ins Kino, essen oder spazieren. Hauptsache, ihr habt etwas voneinander.
Diese Aktivitäten haben zwar vordergründig nichts mit Sex zu tun, aber sie schaffen Intimität. Und dieses Gefühl der Verbundenheit brauchen viele Frauen als Basis. Denn während Männer beim Sex eher auf optische Reize reagieren, beispielsweise schöne Unterwäsche, ist für Frauen das Drumherum und die Stimmung wichtig. Also tust du gut daran, wenn du für euch solche Momente organisierst.
Haben Sie Fragen zu den Themen Sex, Liebe und Beziehung? Schreiben Sie Caroline Fux! Entweder per E-Mail an: caroline@blick.ch oder per Post: Caroline Fux, Ringier AG, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich.
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