Fux über Sex Seit wir Eltern sind, hat meine Frau kaum noch Lust auf Sex

  • Publiziert: 10.10.2012, Aktualisiert: 11.10.2012

Sex gebe es nur noch alle zwei bis drei Monate schreibt Leser Andreas unserer Sex-Beraterin Caroline Fux.

Meine Frau (32) und ich (30) sind seit sechs Jahren verheiratet. Seit der Geburt unseres Sohnes vor drei Jahren haben wir viel weniger Sex. Wenn wir Sex haben, was etwa alle zwei bis drei Monate der Fall ist, ist es immerhin sehr schön. Wir haben dann ein ausgedehntes Vorspiel, bei dem meine Frau auch richtig Lust auf Sex bekommt. Geht es aber darum, dass ich öfter Sex möchte, ist das Gespräch schwierig. Meine Frau redet nicht gerne über das Thema, hat mir aber gesagt, dass sie Sex einfach nicht braucht. Heisst das, dass ihr der Sex doch nicht gefällt? Was kann ich tun, damit es öfter klappt?  Andreas

Lieber Andreas

So wie euch geht es vielen jungen Eltern, vielleicht sogar den meisten. Mit der Ankunft eines Kindes verändert sich der Alltag schlagartig. Ihr braucht ­beide viel Energie, und gerade Frauen vermiest Stress oft die Lust. Dass du dich für eure Sexualität einsetzt, finde ich gut und wichtig. Jetzt gilt es, für eure Bedürfnisse Lösungen zu finden, die für beide stimmen. Baut darauf auf, dass ihr immer noch schönen Sex zusammen habt, auch wenn er seltener geworden ist. Das ist etwas, das nicht alle Paare als Trumpf in der Hand haben.

Sag deiner Frau offen und in einem ruhigen Moment, dass dir euer Sex gefällt und dass du gerne öfter mit ihr schlafen möchtest. Lass dich nicht abwimmeln. Auch wenn es kein Thema ist, wo du mit Druck weiterkommst, so habt ihr doch als Paar die Verpflichtung, dass ihr euch um gemeinsame Themen kümmern und euch in Beziehungsangelegenheiten einigen müsst. Und zwar auch, wenn die «Not» beim einen grösser ist als beim andern.

Ich denke nicht, dass dich deine Frau anlügt, wenn sie sagt, dass ihr euer Sex gefällt. So wie du die Situation beschreibst, fehlt bei ihr einfach die «Initialzündung» für Sex. Habt ihr erst mal angefangen, kommt auch die Lust. Genau wie du es beschreibst. Das gibt es doch oft im Leben, dass man zuerst keine Lust auf etwas hat. Ist man erst mal dabei, macht es dann doch Spass.

Ich empfehle euch, im Alltag möglichst viele Paarinseln zu schaffen, in denen ihr euch näherkommen könnt. Als junge Eltern müsst ihr so oder so doppelt darauf achten, dass ihr als (Liebes-) Paar nicht zu kurz kommt. Organisiert euch Abende, an denen Eltern, Schwiegereltern oder ein Babysitter auf den Kleinen schauen. Geht ins Kino, essen oder spazieren. Hauptsache, ihr habt etwas voneinander.

Diese Aktivitäten haben zwar vordergründig nichts mit Sex zu tun, aber sie schaffen Inti­mität. Und dieses Gefühl der Verbundenheit brauchen viele Frauen als Basis. Denn während Männer beim Sex eher auf optische Reize reagieren, beispielsweise schöne Unterwäsche, ist für Frauen das Drumherum und die Stimmung wichtig. Also tust du gut daran, wenn du für euch solche Momente organisierst.

Fragen Sie unsere Beziehungs-Expertin!

Haben Sie Fragen zu den Themen Sex, Liebe und Beziehung? Schreiben Sie Caroline Fux! Entweder per E-Mail an: caroline@blick.ch oder per Post: Caroline Fux, Ringier AG, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich.

Beliebteste Kommentare

  • Hanspeter  Elmer , Glarus
    Das ist bei uns auch nicht anders. Seit der Geburt unserer Kinder läuft höchstens noch zweimal im Jahr etwas und das beschränkt sich dann meist auf Petting. Sie hat einfach keine Lust auf Sex und Petting mit ihr ist echt eine schmerzhafte Qual, da sie es einfach möglichst schnell hinter sich bringen will und sich nicht wirklich grosse Mühe. Darüber reden will sie natürlich auch nicht und blockt immer ab. Als Dank dafür, dass ich seit 6 Jahren eigentlich ohne Sex lebe ist sie krankhaft eifersüchtig und macht mir die Hölle heiss, wenn eine Frau mich nur schon ansieht. Da ich meine Kinder über alles liebe, würde ich nie etwas tun, dass unsere Ehe gefährdet. Aber ich kann die Männer verstehen, die irgendwann die Schnauze voll haben und sich körperliche Zuwendung auswärts holen. Meine Frau hat mir wirklich zwei wundervolle Kinder geschenkt und der Preis dafür ist halt, dass ich sexloser lebe als 95 Prozent aller katholischen Priester.
  • ben  coratsch
    Schöne Antwort von Frau Fux.
    Wenn Deine Frau diesen Zustand auch ändern möchte, hast Du eine Chance, andernfalls wird es schwierig. Ich finde es erstaunlich, dass Du "2 - 3" Monate Sex Entzug aushältst, ohne dass Du zickig wirst. Ich könnte das nicht und es würde meine Beziehung ziemlich belasten.

Alle Kommentare (12)

  • erika  muntwyler , zürich
    ich finde frau fux gut. frischer wind das spürt man. das ist auch kein einfacher job, alltäglich die richtigen antworten zu geben obwohl man die leute selbst ja nicht kennt. - ein bisschen phantasie braucht halt auch der frager. - und zwängerei bringt eh nichts. - muss ja nicht immer sex sein - man kanns auch sonst lustig und gemütlich haben.
    z.b. etwas gutes kochen, tv gucken, ausspannen, in den wald gehen ohne hintergedanken, schöne spaziergänge machen, im wald maroni bräteln - nach hause gehen, duschen, einschlafen.
    wir sind ja manchmal auch einfach zu müde ..........noch im bett ständig dann die frau oder den mann stehen zu müssen.

    wenns aber über jahrehinaus so läuft, dann stimmt schon etwas nicht. - finde ich auch. - dann sollte man schnellstmöglichst mal
    konsequenzen ziehen. - normal denke ich, hat man wenigstens noch lust aufeinander wenns auch sonst stimmt.
    rundherum. - aber offenbar ist das nicht so. - und sonst gehen sie doch einfach zu einem einsamen nachbar/in - der das gleiche problem hat - vielleicht findet sich dort was neues in dieser sparte.
    wieso denn in die ferne schweiffen, denn das gute liegt so nah. - vielleicht ist die oder der auch einsam ...........und sehnt sich nach
    anderem. man muss nicht immer ins puff gehen, es kostet ja nur.
    und für frauen gibts ja solche möglichkeiten auch nicht, obwohl die sich zeitweise auch danach sehnen und der mann ehemann ist nicht bock - was macht man dann als frau - mit vibratoren alleine ists ja auch nicht getan. -
  • Peter  Stoffel , Rorschach
    Nicht Alle sind derart auf Sex aus, dass sie ohne das nicht leben können. Ich kenne Paare, die leben eine traumhafte Ehe in absoluter Harmonie und haben seit Jahren, ja Jahrzehnten keinen Sex mehr. Sex ist anfänglich interessant, bei vielen legt sich dies jedoch schon nach wenigen Jahren. Eine Ehe, die auf Sex aufgebaut ist, hat auch selten langen Bestand. Doch in der heutigen Zeit, so scheint mir, redet man nur noch vom rammeln und ohne das scheint es nicht mehr zu gehen. Ziemlich primitiv - denke ich.
  • Peter  Zbinden
    Schade um die Geschlechterstereotypen in der ansonsten sehr guten Antwort. Männer als Rammler und Frauen als Romantiker. Rabah! Die Probleme der meisten Paare entstehen ja erst wegen dieser Stereotypen ...
  • Peter  Martaler , Chur
    Die Verweigerung der Frau dem Manne gegnüber über längere Zeit mehrer Wochen deute ich als Untreue der Frau dem Mann gegenüber. Treue bedeutet nicht nur das keine sexuelle beziehung zu einem anderen Partner drin liegt, sondern auch, dass man die sexuelle Beziehung zu seinem Partner pflegt.
    Viele Frauen beklagen sich, dass Männer untreu seien, weil sie sich das ausser Hause holen, was sie zuhause nicht erhalten. Sie vergessen aber, dass es auch eine Form der Untreue ist, dies in einer Beziehung zu verweigern, also sie zuerst untreu waren!
    • Patricia  Meier
      Sie haben es zwar ein bisschen ungeschickt formuliert, aber durchaus recht. Ich denke, dass man keine Sexuelle Treue von seinem Partner erwarten kann, wenn man ihm den Sex über längere Zeit verweigert. In einer sexuell treuen Beziehung einigt man sich ja auf ein gemeinsames Sexleben, dass andere ausschliesst. Entschliesst nun einer der beiden, dass er kein Sexuelleben mehr hat, dann klinkt er sich ja so zu sagen aus. Keiner hat das Recht für einen anderen zu bestimmen, dass auch sein Sexleben beerdigt ist. Ich würde in der Situation das Gespräch mit dem Partner, evt mit einem Spezialisten an der Seite, suchen. Es ist mir allerdings unvorstellbar, dass ein Leben ohne Sex ein glückliches Leben ist. Sex ist doch so schön und stärkt die Bindung zwischen einem Paar.Ich würde die Nähe meines Partner schmerzlichst vermissen, wenn er nicht mehr wollte. Meine Antwort schliesst übrigens den Fall aus, wenn einer aus medizinischen Gründen keinen Sex haben kann. Dann würde ich sexuelle Treue erwarten, so lange das "Problem" nicht unheilbar ist.
      • 11.10.2012
      • als Kommentar auf Peter  Martaler , Chur
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  • Hanspeter  Elmer , Glarus
    Das ist bei uns auch nicht anders. Seit der Geburt unserer Kinder läuft höchstens noch zweimal im Jahr etwas und das beschränkt sich dann meist auf Petting. Sie hat einfach keine Lust auf Sex und Petting mit ihr ist echt eine schmerzhafte Qual, da sie es einfach möglichst schnell hinter sich bringen will und sich nicht wirklich grosse Mühe. Darüber reden will sie natürlich auch nicht und blockt immer ab. Als Dank dafür, dass ich seit 6 Jahren eigentlich ohne Sex lebe ist sie krankhaft eifersüchtig und macht mir die Hölle heiss, wenn eine Frau mich nur schon ansieht. Da ich meine Kinder über alles liebe, würde ich nie etwas tun, dass unsere Ehe gefährdet. Aber ich kann die Männer verstehen, die irgendwann die Schnauze voll haben und sich körperliche Zuwendung auswärts holen. Meine Frau hat mir wirklich zwei wundervolle Kinder geschenkt und der Preis dafür ist halt, dass ich sexloser lebe als 95 Prozent aller katholischen Priester.
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