Jugendliche verschicken oft SMS oder E-Mails mit erotischem Inhalt. Jeder Vierte zeigt sich dabei sogar selbst hemmungslos.
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Jeder vierte Teenager verschickt erotische Fotos. Die möglichen Folgen werden oft nicht bedacht.
(Thinkstock)28 Prozent der Jugendlichen waren schon mal so frei: Sie haben Nacktbilder von sich verschickt. Das zeigt eine neue Studie der Universität von Texas. Sogar jeder zweite Teenager soll schon nach Sexbildern gefragt worden sein, jeder dritte fragte selbst danach.
Grund für das «Sexting», so der Fachbegriff für Textmeldungen mit erotischem Anhang, ist oft der Gruppendruck unter Teenagern. Durch Fotos oder Videos mit sexuellem Inhalt wird um Anerkennung in der Clique gebuhlt. Gerade junge Mädchen benutzen solche Bilder, um sich ihrer Attraktivität zu versichern und beim männlichen Geschlecht Aufmerksamkeit zu erhalten.
Sexting: Das neue «Zeigst du mir was, zeige ich dir was»
Für das Forschungsteam ist dies eine typische Verhaltensweise in der Pubertät: «Es sieht so aus, als ob Sexting die moderne Version von ‹Zeigst Du mir was, zeige ich Dir was› ist», so Jeff Temple, der Leiter der Studie. «Allerdings haben wir festgestellt, dass sich viele Teenager nicht wohlfühlen mit der Aufforderung, Nacktbilder zu schicken.»
Hier gibt es jedoch Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Temple: «Fast alle Mädchen fühlten sich von der Aufforderung gestört. Bei den Jungs war es nur die Hälfte, die zumindest ein bisschen daran Anstoss nahm.»
Einen Zusammenhang fanden die Forscher aber zwischen «Sexting» und allgemeinem Sexualverhalten. Wer gerne SMS mit eindeutigem Inhalt verschickt, ist auch «praktisch» eher aktiv. Hier liegen dann wieder die weiblichen Teenager vorne. Mädchen, die gerne Sexting betreiben, haben häufiger Verkehr und sind auch im Bezug auf Alkohol und Drogen sehr experimentierfreudig.
Aus Europa gibt es im Moment noch keine vergleichbaren Studien, die Zahlen dürften sich aber in einem ähnlichen Rahmen bewegen.
Unbedachte Selbstdarstellung kann Folgen haben
Die meisten Jugendlichen sind sich der Gefahr, die das Verschicken erotischer oder gar pornografischer Bilder mit sich bringt, nicht richtig bewusst. Die Unbedachtsamkeit eines Moments oder die scheinbar harmlose Freude an der Selbstdarstellung können Folgen haben.
Schnell landen heute Bilder im Netz, für jeden zugänglich, oft missbräuchlich weiterverwendet. Aus dem Spass wird ein Ärgernis, das den Betroffenen auch Jahre später noch schaden kann. (mrt)
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