Gynäkologin über die Frauen von heute Erstes Mal, Brust-OPs und Sex-Unfälle

Kann Liebeskummer krank machen? Wie erregt Mann seine Frau am besten? Gynäkologin und Autorin Verena Breitenbach kennt die grössten Geheimnisse der Frauen.

Frauenärztin Verena Breitenbach studierte in England, in den USA, Deutschland und der Schweiz. play

Frauenärztin Verena Breitenbach studierte in England, in den USA, Deutschland und der Schweiz.

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?

Erotik

teilen
teilen
17 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden

1. Machen Brustvergrösserungen glücklich?
«Unter gewissen Bedingungen: Ja!», sagt Verena Breitenbach. Wichtig sei, dass die Frau die Operation für sich selbst mache – und nicht für ihren Partner oder den Job. «Vor einer solchen Operation sollten Frauen genau in sich hineinhören: Wie steht es mit meiner Selbstliebe? Geht es mir wirklich nur darum, grössere Brüste zu haben, oder bin ich generell unzufrieden mit mir?» Wenn es für einen selbst stimme, dann mache die Brustvergrösserung glücklich. Und wie fühlt sich eine operierte Brust an? Die Gynäkologin: «Wie ein mit Wasser gefüllter Luftballon.»

2. Wann haben Mädchen heute das erste Mal Sex?
«Das erste Mal verschiebt sich gerade wieder nach hinten», sagt Frauenärztin Breitenbach. Junge Frauen seien wieder etwas prüder als noch vor Jahren. Das «erste Mal» erleben die meisten zwischen 15 und 16 Jahren. Wer dann keinen Sex hatte, komme leicht in Zugzwang: «Bei manchen Mädchen ist Sex mittlerweile leider ein Must-Have, etwas, was sie unbedingt erlebt haben müssen», sagt die Expertin. «Hatten alle Kolleginnen schon Sex, fühlen sich junge Frauen nicht vollwertig, wenn sie noch nicht mit einem Jungen geschlafen haben.»

3. Wie kann Mann eine Frau am besten erregen?
«Das Bemühen um die Frau ist wichtiger als körperliche Techniken», sagt Verena Breitenbach. «Frauen lieben es, wenn sie das Gefühl haben, der Mann liebt sie bedingungslos.» Auch sei es wichtig, eine romantische Stimmung zu schaffen. «Dann macht der Sex richtig Spass.»

4. Kann Liebeskummer krank machen?
Mindestens 80 Prozent der körperlichen Leiden, die Verena Breitenbach in ihrer Praxis behandelt, haben ihrer Überzeugung nach seelischen Ursprung. «Viele Frauen fressen ihren Liebeskummer und ihre Probleme in sich hinein und reagieren dann körperlich.» Mögliche Folge seien Essstörungen, Depressionen, Ängste, aber auch Zysten und Pilzerkrankungen. Damit es nicht so weit kommt, rät die Ärztin: «Gefühle nicht verdrängen, sondern zulassen. Sich gut um sich selbst kümmern und sich ein guter Freund sein.»

5. Verpassen Frauen heute vor lauter Karriere den richtigen Zeitpunkt fürs Kinderkriegen?
Mittdreissigerinnen, die nur für ihren Job leben und das Kinderkriegen auf später verschieben: Das erlebt Verena Breitenbach immer wieder. «Ich sehe in meiner Praxis so viele Frauen, die wegen der Karriere den richtigen Zeitpunkt für Kinder verpassen.» Für diese Frauen sei das Berufliche so übermächtig geworden, dass sie alles andere vergessen. «Und irgendwann merken sie: Ihnen fehlt etwas in ihrem Leben.» Dann sei es oft zu spät. «Stress ist die häufigste Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch», sagt Breitenbach. Sie plädiert dafür, dass alle Frauen mit 25 ihre Eizellen einfrieren lassen. In diesem Alter sind sie am fruchtbarsten. «Dann kann eine Frau Karriere machen und muss nicht daran denken, ob ihre Eizellen später noch mitmachen.»

6. Wie oft verletzen sich Frauen mit Sexspielzeugen?
Eine Frau kommt zu Verena Breitenbach in die Praxis, sie hat starke Blutungen – aber will zunächst nicht sagen, was passiert ist. «Es war ihr peinlich», erinnert sich die Ärztin. «Sie hatte beim Sex mit ihrem Mann einen zu grossen Dildo eingeführt, dann hatte sie einen Riss in den Schamlippen.» Solche Unfälle passierten eher selten. «Die Leute sind vorsichtig», sagt Breitenbach. «Aber hin und wieder kommt es zu Abschürfungen oder anderen Problemen.»

7. Haben Frauen in den Wechseljahren keine Lust auf Sex?
«Die Lust hat nicht so viel mit dem Alter, sondern mehr mit der Dauer der Beziehung zu tun.» In den Wechseljahren nehme die Lust eher ab, aber Verena Breitenbach kennt auch andere Fälle: «Viele Frauen können dann voll loslassen und entdecken sich neu. Man kann auch mit 70 oder sogar 80 noch tolle Orgasmen haben.»

8. Stören Piercings beim Liebesakt?
Im Gegenteil: «Viele Piercings sind sehr erregend», sagt Frauenärztin Breitenbach. Sie hat Patientinnen, die sich sich Brustwarze, Klitoris und Schamlippen haben piercen lassen. «Sie sagen, es fördere die Lust.»

9. Was geht in Frauen vor, die ihre Männer beim Sado-Maso-Sex verprügeln?
 Liebe und Hiebe gehören für manche Frau zusammen. «Oft geht es bei Dominanz und Unterwerfung um Unverarbeitetes aus der Kindheit», sagt Verena Breitenbach. Die Verbindung von Gewalt und Sex deute meist auf negative Erfahrungen hin, im schlimmsten Fall auf einen Missbrauch. «Vielen Frauen geht es um eine Rollenumkehr. Einmal wollen sie die Kontrolle haben und die Macherin sein.»

10. Woran denken Frauen beim Sex?
«An die Bügelwäsche, an einen anderen Mann, an Gruppensex», sagt Frauenärztin Breitenbach. Alles sei erlaubt – schliesslich bleibe es in der Welt der Gedanken.

Publiziert am 13.04.2015 | Aktualisiert am 13.04.2015
teilen
teilen
17 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden

Fragen der Lust

Seit 14 Jahren arbeitet Verena Breitenbach als Gynäkologin in  ihrer eigenen Praxis in Ehingen bei Ulm (D). Jeden Tag ist sie konfrontiert mit unerfüllten Kinderwünschen, Pannen beim Sex und Geschlechtskrankheiten. Über ihre Erfahrungen hat  sie nun ein Buch geschrieben – mit kleinen Geschichten zu den grossen Geheimnissen der Frau.

Verena Breitenbach: «Women’s Secrets – meine Erfahrungen als Frauenärztin», Orell Füssli 2015, ca. 26.90 Franken Verena Breitenbach studierte in England, in den USA, Deutschland und der Schweiz.

5 Kommentare
  • Meier  Susi aus Luzern
    14.04.2015
    Also auch wieder eine Ärztin, die Eizellen einfrieren will. Dann kann man die Kinder ja so schön planen. Kinder bekommen ist immer noch Natur und kein Businessplan. Ich habe null Mitleid mit Männern und Frauen, die nach Plan dann mal jetzt und nicht morgen das Kind wollen, weil es genau in den Plan passt.
    • Jeferson  Lopez 14.04.2015
      Sie haben absolut recht! Ganz meine Meinung. Niemand kann mir weismachen, dass eingefrorene Eizellen später bei diesen Kindern sich nicht in irgeneiner Art negativ auswirken. Alles was gegen die Natur ist, kann nicht gut sein! Die Ärzte müssen halt immer wieder neue Geschäftsideen suchen. Ohne Skrupel diese Spezie.
  • News  Man 14.04.2015
    Zellen einfrieren, genau. Und wenn das Kind "Glück" hat, ist es noch nicht mal volljährig, wenn es die verstorbene Mutter auf dem Friedhof besucht.
  • Dieter  Laser aus Bern
    13.04.2015
    Muss man diese Frau kennen?

    Wen hat sie ge Prozent Prozent Prozent$t um hier gratiswerbung für ihr überflüssiges Buch zu bekommen?
  • Martina  Müller-Abächerli , via Facebook 13.04.2015
    die Eizellen also einfrieren und dann mit 64 auftauen und einsetzen lassen, wenn man langsam die Endlichkeit des Lebens in aller Härte spürt? Es hat doch einen Grund, wieso Frau nicht bis in alle Ewigkeit Kinder austragen und gebären kann. Es gibt zwar bestimmt ein paar Ausnahmen, aber die grosse Mehrheit hat mit über 40 nun mal nicht mehr die Energie und Regeneration wie mit 25. Aber in der heutigen Ego-Gesellschaft spielt das Kindswohl ja keine Rolle mehr.