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Jeder fünfte Schweizer kommt zu früh beim Sex. Den deutschen Männern geht es nicht besser – auch bei ihnen leiden rund 20 Prozent darunter. Für sie gibt es jetzt Hoffnung. Allerdings nur gegen Rezept und nach gründlicher Abklärung beim Urologen.
Priligy heisst die Pille, die Balsam für so manche Männerseele verspricht. Laut Hartmut Porst vom Privatinstitut für Urologie in Hamburg ist Priligy das erste Arzneimittel, das speziell gegen eine vorzeitige Ejakulation entwickelt wurde. Das Medikament soll schnell wirken und kann bei Bedarf ein bis drei Stunden vor dem Sexualverkehr eingenommen werden. Doch Priligy ist ein teurer Spass: Eine Packung mit sechs Pillen à 60 Milligramm kostet umgerechnet 126 Franken.
Dass Priligy den Samenerguss hinauszögert, wurde unter anderem in einer US-Studie mit 2614 Männern belegt. Die Zeit vom Eindringen des Penis in die Vagina bis zum Samenerguss verlängerte sich dank dem Medikament von durchschnittlich weniger als einer Minute auf 2,78 Minuten.
Die «Verzögerungs-Pille» wurde von Janssen-Cilag entwickelt und enthält Dapoxetin, ein Antidepressivum. Ärzte sehen das Medikament darum nicht als Lifestyle-Pille, sondern als Mittel für ernsthaft kranke Männer.
Laut Manfred Schubert von der Uni Frankfurt litt in der erwähnten Studie nach der Einnahme einer 60-mg-Pille jeder fünfte Mann an Übelkeit und 3,7 Prozent waren sehr müde. Nicht gerade die idealen Voraussetzungen für langen, guten Sex.
Ob und wann Priligy auf den Schweizer Markt kommt, ist noch nicht bekannt. Dass die Krankenkassen die Kosten übernehmen, ist laut Santésuisse aber eher unwahrscheinlich.