Stosszeit Die 1. Klasse wird zur Porno-Bühne

  • Publiziert: 29.11.2011, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Kathrin Kocher

Ratternde Züge als besonderer Kick. Porno-Produzent Michael Ryan mags auf Schienen.

Er bevorzugt die 1. Klasse und die Strecke Zürich–Winterthur. Doch Michael Ryan (32) ist kein gewöhnlicher Pendler. Wie «Le Matin» berichtet, bevorzugt er die S-Bahn als Film-Set für seine Pornos.

«Ich habe bisher acht Filme in SBB-Wagen gedreht, den letzten vor zirka acht Monaten», sagt Ryan denn auch zu Blick am Abend. Er ist nicht nur für die Produktion der Filme verantwortlich, sondern spielt darin auch gleich selbst eine der Hauptrollen. Auf seiner Homepage preist er seine Sex-Filme deshalb auch mit «Hier fickt der Chef noch persönlich» an.

Der Winterthurer ist seit acht Jahren im Porno-Business und lebt gut davon. Die vielen Klicks sprechen für sich.

Zurzeit dreht Ryan an weniger öffentlichen Orten, etwa in Hotelzimmern. Aber: «Es würde mich reizen, wieder einmal im Zug zu drehen. Doch dazu muss ich auch die geeignete Partnerin finden. Die Chemie muss stimmen.» Nachmittags sei am wenigsten los, also beste Dreh-Zeit. Die Szenen entstehen mit einer Handheld-Kamera. «Ich filme meist aus der eigenen Perspektive. Wenn es etwas wackelig wird, erhöht das den Reality-Effekt», sagt Ryan.

Was sagen die SBB zu den Dreharbeiten der besonderen Art? «Solche Vorfälle sind uns nicht bekannt. Weder Kunden, noch Zugbegleiter oder die Bahnpolizei haben uns solche Vorkommnisse gemeldet», sagt Lea Meyer, Sprecherin SBB.

Toleriert würden solche Filmdrehs in den Zügen nicht. Meyer: «Wer bei einer solchen Aktion erwischt wird, muss auf jeden Fall mit einer Anzeige rechnen.» Ryan kümmert das wenig: «Bis jetzt habe ich es clever angestellt und wurde erst einmal erwischt.»