Das grosse Sex-ABC B wie Bondage

  • Publiziert: 15.07.2008, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Dania Schiftan

Mir sind die Hände gebunden – in der Welt des Bondages erhält dieses Bonmot eine ganz andere Bedeutung: eine prickelnde.

«Fesselspiele können wie eine Umarmung sein», sagt der japanische Star-Fotograf Nobuyoshi Araki (68). Er hat tausende von Frauenkörpern kunstvoll verschnürt und auf Fotos festgehalten: sexuell aufgeladen und doch voller Unschuld. Meisterwerke!

Laut einer Studie spinnt jeder vierte Schweizer aus Macht und Unterwerfung sexuelle Phantasien. Allerdings leben sie nur sechs Prozent aus – und kommen so zu «Bondage».

Bondage bedeutet soviel wie Unfreiheit, Knechtschaft und beschreibt sexuelle Praktiken, welche die Bewegungsfreiheit während des Akts einschränken oder aufheben. Wobei der sogenannte «Top» den «Down» dominiert. Ihr Spiel heisst nicht etwa Sex, sondern Session.

Top und Down
Jeder muss freiwillig zu seiner Rolle finden, nur so kommen beide zu ihrem Kick. Der «Top» treibt das Gefühl der Macht, Dominanz und Kontrolle an, aber auch die Verantwortung, die er gegenüber dem «Down» hat. Der «Down» wiederum erfährt Hingabe und das Gefühl des Ausgeliefertsein.

Was Unbedarfte nicht wissen: Nach dem Akt werden die Rollen aufgegeben. Bett und Beziehungsalltag sind klar getrennt.

Bondage kann Vorspiel sein, in den Akt eingebaut werden oder einzige Spielart bleiben. Fesselspiele sollten langsam angegangen werden. Wer sie umsetzen will: unbedingt Wünsche, Grenzen und Bedürfnisse genau absprechen. Und mit dem Partner ein Safewort absprechen, wie etwa «Rot». Sobald man an seine Grenze stösst, wird das Codewort genannt: Das Spiel kommt sofort zu seinem Ende. Damit ist beiden gedient: Der Down kann sich vertrauensvoll fallen lassen und der Top mit den körperlichen und psychischen Grenzen spielen.

Ebenfalls wichtig: Handschellen, Seile, Riemen, Tücher sind Billigmaterialien vorzuziehen. Letztere können gefährlich sein, weil sie sich im Gebrauch unberechenbar verhalten oder gar zu Verletzungen führen können. Zweitschlüssel der Handschellen oder eine Schere müssen immer in Reichweite liegen. Sonst wird die Lust ganz schnell zum Frust.

play (<a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Tapegag_%28Bondage%29_2_girls_in_rubber-leather.jpg" target="extern">Raimond Spekking</a>)