Sind unsere Züge noch sicher?

  • Publiziert: 19.06.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
play Auch Lokführer können das Rotlicht übersehen. Letztes Jahr ist dies genau 74 Mal passiert. (Keystone)

Lokführer schlagen Alarm: Sie können unsere Sicherheit nicht mehr garantieren. Sind unsere Züge noch sicher? Stimmen Sie ab!

Ein Lokführer, der übermüdet einen Zug führt? Gut möglich, dass dies genau jetzt in Ihrer S-Bahn der Fall ist – denn die Lokführer könnten sich nicht mehr von ihrem Job erholen, behauptet der Verband Schweizer Lokführer . «Die Zustände sind wegen Personalmangels ausser Kontrolle», teilt der Verband heute mit.

Die Lokführer müssten derart viel arbeiten, dass «aus Mangel an Freizeit eine Erholung nicht mehr gewährleistet ist». Die Folge: «Die Sicherheit im Eisenbahnverkehr kann durch die aufgezwungene Überzeit des Lokpersonals nicht mehr garantiert werden.» Die Verantwortung dafür tragen laut Lokführer die SBB und das Departement Uvek.

«Eigentlich müsste das Bundesamt für Verkehr einschreiten», meint der Verband. Grosse Hoffnungen existieren indes nicht: Da der Bund als Eigner der SBB und die Aufsichtsbehörde, das Bundesamt für Verkehr, beide im Uvek angesiedelt seien, «fehlt das Interesse, Missstände zu beheben».

«Vorwürfe haltlos»

SBB-Sprecher Reto Kormann sagt zu den Vorwürfen: «Die sind übertrieben und haltlos. Es ist sogar verantwortungslos, die Sicherheit in Abrede zu stellen. Niemand muss in den Zügen Angst haben.»
Es stimme auch nicht, dass bei den Lokführern grosser Unterbestand herrsche.

In den letzten zwei Jahren seien die Zeitguthaben der Lokführer um 40 Prozent abgebaut worden, sagte Kormann. Und: «Wäre die Situation so wie vom Verband beschrieben, wäre das Bundesamt für Verkehr längst eingeschritten.» l

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