Schweizer Lotus-Chef: «Werden die Produktion verdreifachen»

  • Aktualisiert am 03.01.2012
  • Von Herbie Schmidt
Lotus zeigt in Genf die Studien Evora 414E Hybrid (Bild) und Evora Carbon.

Lotus-Chef Dany Bahar hat mit seiner Marke Grosses vor: Er will ab 2012 grössere und luxuriösere Autos auf den Markt bringen.

Lotus lässt Männer träumen: Welche Zukunftspläne haben Sie mit der Marke?
Dany Bahar: Vor 15 Jahren wurden wir im gleichen Atemzug mit Porsche, Ferrari und Maserati genannt. Diese Position will Lotus zurückerobern. Doch die Ansprüche sind gestiegen: Inzwischen geht es für die Kunden nicht mehr nur um Emotionen und Fahrspass, sondern auch um die Umweltfreundlichkeit.

Sportsgeist und Öko: Geht das tatsächlich zusammen?
Klar. Wir wollen künftig in all unseren Produkten umweltverträgliche Antriebskomponenten anbieten, zum Beispiel mit Hybrid- Technik. Wir werden damit das gesamte Sportwagensegment abdecken.

Werden Ihre Modelle die alten Markenwerte beibehalten?
Die Grundelemente der Marke wie Leichtbau, Sprit-Effizienz und Fahrbarkeit werden bleiben, neu kommen jedoch Komfort aber auch Alltagstauglichkeit hinzu.

Ihr derzeitiges Topmodell Evora kostet rund 95 000 Franken. Wird es Lotus-Cars geben, die darüber angesiedelt sind?
Der Vierplätzer Evora wird künftig im mittleren Segment unserer Palette angesiedelt sein. Ab 2012 werden wir alle 12 Monate ein neues Produkt auf den Markt bringen. Doch auch bei den neuen Fahrzeugen, die grösser und leistungsfähiger sind als der Evora, setzen wir auf Leichtbau.

Wollen Sie demnach das Produktionsvolumen steigern?
Durchaus, und zwar ambitiös. Wir werden unsere Produktion verdreifachen. Denn wir glauben an den Aufschwung und unseren Standort in England. Er wird der einzige Produktionsstandort bleiben.

Karriere mit 1000 PS

Dany Bahar hat eine Bilderbuchkarriere hinter sich: Nummer 2 beim Energydrink-Hersteller Red Bull, Nummer 2 bei Ferrari. Seit Oktober 2009 ist der 36-jährige Bündner CEO und Investor der britischen Sportwagenmarke Lotus. Bahar hat türkische und slowenische Wurzeln, er hält sein Privatleben konsequent bedeckt.

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