Wehe, wenn der Brummi kommt
Genau 731 Auffahrunfälle mit Lastwagen gab es 2007 in der Schweiz — rund zwei pro Tag! Experten behaupten: Die Hälfte dieser Crashs hätte sich vermeiden lassen.
Von Raoul Schwinnen | Aktualisiert um 09:56 | 19.06.2008
Horror-Szenario: Mit 70 km/h knallt der zehn Tonnen schwere LKW in die Kolonne – und zerstört die fünf stehenden PWs bis zur Unkenntlichkeit. Fatal: In der Realität sind gar 40-Tönner mit Tempo 80 unterwegs. (DTC)
This presentation requires the Adobe Flash Player. Get Flash
Der Lastwagen-Chauffeur bemerkt den Stau zu spät. Nahezu ungebremst kracht er mit seinem 10-Tönner und Tempo 70 auf die vor ihm stehenden Autos. Die Folgen sind verheerend: Die fünf PWs werden durch die Luft gewirbelt und bis zur Unkenntlichkeit zertrümmert. Sämtliche Fahrzeuginsassen sind schwer verletzt oder sogar tot.
Zum Glück handelt es sich bei diesem Horror-Szenario nur um eine Unfallsimulation des «Dynamic Test Center» in Vauffelin bei Biel – ein Versuchslabor solcher Katastrophen. «Sie zeigt aber, dass ein LKW aufgrund seiner Masse eine brutale Ladung Bewegungsenergie mit sich bringt», erklärt Raphael Murri, Bereichsleiter passive Sicherheit. Und da Lastwagen kaum über eine vernünftige Knautschzone verfügen, geben sie ihre Bewegungsenergie fast komplett an die deutlich leichteren und weicheren Personenwagen weiter.
Lebensrettende Systeme
Kann man nichts dagegen tun? «Doch», behaupten Mercedes-Techniker: «Die Hälfte aller schweren LKW-Unfälle auf Autobahnen liesse sich mit modernen Assistenz-Systemen vermeiden.» Der deutsche Hersteller beruft sich auf einen zwölfmonatigen Test mit 1000 Sattelzugmaschinen und 106 Millionen abgespulten Kilometern. Dabei stellte sich vor allem der seit zwei Jahren erhältliche «Active Brake Assist» (Notbrems-Assistent) als wirkungsvoll heraus. Die Mercedes-Analyse: «Reagiert der Fahrer bei Kollisionsgefahr trotz Warnungen nicht, leitet das System selbständig eine Vollbremsung ein.»
Nicht immer kann aber der «Active Brake Assist» Unfälle verhindern. Durch die Bremswirkung lässt sich das Aufpralltempo jedoch massgeblich verringern. Und somit reduziert sich auch die Tragweite der Unfallfolgen.
Natürlich sollten alle Brummis mit «Active Brake Assist» ausgerüstet sein. Das ist aber nicht billig. So bietet Mercedes für seine ab 150 000 Franken teuren LKWs ein Sicherheitspaket an, u.a. mit «Spurassistenten», «Abstandsregelung» und «Active Brake». Kostenpunkt: ab 10 000 Franken.
Immerhin: Fast jeder fünfte Mercedes-Brummi wird in der Schweiz mit diesem Sicherheitspaket bestellt – eine der weltweit höchsten Quoten.
Zum Glück handelt es sich bei diesem Horror-Szenario nur um eine Unfallsimulation des «Dynamic Test Center» in Vauffelin bei Biel – ein Versuchslabor solcher Katastrophen. «Sie zeigt aber, dass ein LKW aufgrund seiner Masse eine brutale Ladung Bewegungsenergie mit sich bringt», erklärt Raphael Murri, Bereichsleiter passive Sicherheit. Und da Lastwagen kaum über eine vernünftige Knautschzone verfügen, geben sie ihre Bewegungsenergie fast komplett an die deutlich leichteren und weicheren Personenwagen weiter.
Lebensrettende Systeme
Kann man nichts dagegen tun? «Doch», behaupten Mercedes-Techniker: «Die Hälfte aller schweren LKW-Unfälle auf Autobahnen liesse sich mit modernen Assistenz-Systemen vermeiden.» Der deutsche Hersteller beruft sich auf einen zwölfmonatigen Test mit 1000 Sattelzugmaschinen und 106 Millionen abgespulten Kilometern. Dabei stellte sich vor allem der seit zwei Jahren erhältliche «Active Brake Assist» (Notbrems-Assistent) als wirkungsvoll heraus. Die Mercedes-Analyse: «Reagiert der Fahrer bei Kollisionsgefahr trotz Warnungen nicht, leitet das System selbständig eine Vollbremsung ein.»
Nicht immer kann aber der «Active Brake Assist» Unfälle verhindern. Durch die Bremswirkung lässt sich das Aufpralltempo jedoch massgeblich verringern. Und somit reduziert sich auch die Tragweite der Unfallfolgen.
Natürlich sollten alle Brummis mit «Active Brake Assist» ausgerüstet sein. Das ist aber nicht billig. So bietet Mercedes für seine ab 150 000 Franken teuren LKWs ein Sicherheitspaket an, u.a. mit «Spurassistenten», «Abstandsregelung» und «Active Brake». Kostenpunkt: ab 10 000 Franken.
Immerhin: Fast jeder fünfte Mercedes-Brummi wird in der Schweiz mit diesem Sicherheitspaket bestellt – eine der weltweit höchsten Quoten.
Marktplatz
Auto
Blick.ch















