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Swiss Made: Das E-Bike Quantya Strada. (Michael Kutschke)
Gretchenfrage: Ist die Quantya eine Enduro, ein Offroad-Wanderbike oder eine Cross-Maschine? Antwort: Die Strada ist all das – und mehr. Über kleine Hindernisse hüpfen, Steilhänge meistern? Alles kein Thema. Aber auch den Weg zur Arbeit hat dieses Mountainbike mit Motor drauf. Die Strada ist, nomen est omen, für die Strasse homologiert.
Getankt wird, wenn es sein muss, im Büro. Netzstecker rein, aufladen, Stecker raus, und ab gehts. 2,2 Kilowattstunden hat das Ladegerät in die Batterie geschaufelt. Nach 150 Minuten Ladezeit dürfen wir zwei Stunden Töff fahren – für nicht mal 20 Rappen.
Eine Drehung am Zündschlüssel, klack, der Seitenständer schnappt hoch. Sonst: Stille, absolute Stille! Das 11,5-PS-Kraftpaket gibt im Stand nicht das geringste Geräusch von sich. Dann ein kleiner Dreh am «Gas» und die erste Testfahrt einer zukunftsträchtigen Idee kann beginnen. Unser Ziel ist die Zürcher Innenstadt: Vehement statt brav stürmt die Quantya vorwärts. Nur ein leises Surren dringt unter dem Helm an meine Ohren.
Von wegen ein Elektromotorrad mache keinen Spass: Der Dreh am «stummen Elektro-Gasgriff» macht süchtig und wirkt sogar ansteckend. Passanten, Motorradfahrer, ja gar die Zürcher Stadtpolizei kommen aus dem Schwärmen nicht heraus. So viel Sympathie ist heute für Töfffahrer eine fast schon unglaubliche Erfahrung.
Unglaublich auch, ohne Motorvibrationen und -geräusche mitten im Verkehrschaos am Rotlicht zu stehen, um dann mit einem beherzten Dreh alles hinter sich zu lassen. Kein Zweifel: Die Beschleunigung der Quantya aus dem Stand ist jener einer Brot-und-Butter-125er ebenbürtig. Doch mit steigendem Tempo schrumpft das Leistungsniveau: 70 km/h auf der Landstrasse, mehr geht nicht. Die gefühlte Leistung entspricht jetzt etwa einem 50er-Viertakter.
Doch Vorsicht: E-Motoren sind nur bedingt mit Benzinmotoren vergleichbar. Der Grund liegt im völlig anderen Leistungscharakter. Ein ungeahntes Drehmoment aus dem Stand ist beim «Elektro» für den enormen Spassfaktor verantwortlich. Und in Sachen Energieeffizienz wird der Spass noch grösser: Beim herkömmlichen Viertakter verpuffen etwa 70 Prozent der Energie als ungenutzte Abwärme, nur der Rest wirkt als Kraft auf die Räder. Ein Elektromotor dagegen setzt 70 bis 80 Prozent der Energie in Bewegung um – in Klimaschutz-Zeiten ein nicht zu unterschätzendes Argument.
Doch zurück zu unserer Citytour: Wenn alles nur noch steht und nichts mehr geht, schieben wir unseren E-Töff locker-lässig durch die Fussgängerzone, um uns anschliessend wieder auf den Sattel zu schwingen und dem Stau auf Schleichwegen lautlos durch enge Gässchen zu entfliehen. Weniger unauffällig gibt sich die Quantya, wenn aus dem Schiebebetrieb ans Gas gegangen wird: Erst nach einer «Denkpause» setzt der Vortrieb ein – ein Fauxpas. Aber das haben wir ja schon bei manchem konventionellen Töff kritisiert.
Gewöhnungsbedürftiger dagegen, dass Schalt- und Bremsfuss zu Dauerarbeitslosen werden. Ein Getriebe hat die Quantya nicht, und auch keine Kupplung. Gestoppt wird sie wie ein Mountainbike mit vertauschten Bremshebeln am Lenker.
Schleichen wir zuletzt noch lautlos ins Gelände. Mal ehrlich: Trauen Sie sich, mit Ihrer Enduro auf dem abgeernteten Feld in der Nähe Ihres Hauses zu fahren? Mit der Quantya ist das kein Problem. Das Zauberwort lautet auch hier: «zero Emissions». Kein Lärm, kein Abgas, und keiner regt sich auf. Das Hinterteil des Quantya-Piloten bleibt dabei nicht zuletzt wegen der grossen Federwege schmerzfrei: Der Sattel ist straff, aber nicht zu hart für die erbauliche Enduro-Wanderung – und gut für kleine Sprünge.
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Stromer: Nach 150 Minuten Ladezeit ist die Batterie geladen und liefert Saft für zwei Stunden Fahrt. (Michael Kutschke)